Jahrestief Zahl der Arbeitslosen fällt unter drei Millionen

Erstmals in diesem Jahr sinkt die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland unter drei Millionen. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit nach dem Winter fällt damit kräftiger aus als üblich. Die Quote liegt bei 6,8 Prozent.
Update: 30.04.2014 - 10:39 Uhr 13 Kommentare
Gute Nachrichten von der Agentur für Arbeit: Die Arbeitslosenzahl sinkt auf Jahrestief. Quelle: dpa

Gute Nachrichten von der Agentur für Arbeit: Die Arbeitslosenzahl sinkt auf Jahrestief.

(Foto: dpa)

Nürnberg/BerlinDie Frühjahrsbelebung hat die Zahl der Arbeitslosen im April unter die Marke von drei Millionen gedrückt – zum ersten Mal in diesem Jahr. Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren 2,943 Millionen Arbeitsuchende registriert.

So wenige gab es in einem April zuletzt vor 22 Jahren. Das seien 111.000 weniger als im März und 77.000 weniger als vor einem Jahr, teilte die Behörde am Mittwoch in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote ging von 7,1 auf 6,8 Prozent zurück.

„Der Arbeitsmarkt im April hat sich günstig entwickelt", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. „Grund hierfür sind vor allem die guten konjunkturellen Rahmenbedingungen." Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit ist nach den Wintermonaten üblich, doch fiel er diesmal vergleichsweise kräftig aus.

Mit der üblichen Frühjahrsbelebung geht die Arbeitslosigkeit im April regelmäßig zurück, weil die Beschäftigung in den Außenberufen wie Landwirtschaft und Gastronomie zunimmt. In den vergangenen Jahren sank die April-Arbeitslosigkeit im Schnitt um 91.600. Im vergangenen März waren 3,05 Millionen Arbeitslose registriert worden.

Unter Herausrechnung jahreszeitlicher Schwankungen ging die Arbeitslosenzahl in diesem April um 25.000 zurück. Das ist der fünfte saisonbereinigte Rückgang in Folge. Von Reuters befragte Banken-Volkswirte hatten lediglich eine Abnahme um 10.000 erwartet.

„Sollte sich die Entwicklung der letzten Monate noch einige Zeit fortsetzen, wofür derzeit einiges spricht, könnte auch die Entwicklung im Gesamtjahr 2014 besser ausfallen als noch vor kurzer Zeit erwartet“, sagte Heinrich Bayer, Analyst der Postbank in einer ersten Einschätzung. Das würde wiederum gute Voraussetzungen für eine beschleunigte Zunahme des Privaten Verbrauchs und ein von der Binnennachfrage getriebenes Wachstum des BIP schaffen.

Von einer „fulminanten Konjunkturentwicklung im ersten Quartal“ spricht KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Er wies allerdings auf ein sich damit verschärfendes Problem hin: „Der ohnehin beklagte Fachkräftemangel in bestimmten Branchen und Regionen dürfte damit umso drängender werden, aktuelle Vorhaben wie die Rente mit 63 beschleunigen die Problematik.“

Optimisten rechnen mit einem Wachstum von zwei Prozent
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13 Kommentare zu "Jahrestief: Zahl der Arbeitslosen fällt unter drei Millionen"

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  • @ MarkusB

    Zitat : mit einem Diplom oder Master kann man sich seine Arbeit im Wesentlichen aussuchen.

    - Sie verwechseln hier was gewaltig !

    Sie können sich mit diesen Qualifikationen ihr unbezahltes Praktikum aussuchen, evtl. einen schlecht bezahlten Zeitvertrag wenn Sie Glück haben, sonst gar nichts !

    Einen normalen Job bekommen Sie nur über Vitamin B oder wenn Sie in der richtigen Wiege aufgewachsen sind.

    Selten so einen Unsinn gelesen !

    .

  • „Darum arbeite redlich im Ausland und lasse Deutschland im Glauben, du wärst erwerbslos.“

    Quelle: Wolfgang G. Renzgänger, „Die zweite Säule“

  • Technische/Naturwissenschaftliche Qualifikationen sind auch extrem gefragt, d.h. mit einem Diplom oder Master kann man sich seine Arbeit im Wesentlichen aussuchen. Als Arbeitssuchender wäre es wohl daher besser, sich in dieser Richtung weiterzuqualifizieren, als Jobs in Sektoren zu suchen, in denen wenige Arbeitskräfte gebraucht werden.

  • Hat mit der Eurokrise zu tun. Weil wir nun alle die gleiche Währung haben, und nicht auf/abwerten können, sind manche Länder relativ billig, andere relativ zu teuer. Das Ergebnis: 26% Arbeitslosigkeit in Spanien und Griechenland, 6% in Deutschland.

    Klingt gut für uns, hat aber einen Haken: Denn wir haften oder zahlen für die anderen ja mit.

  • ab 35 jahren gilt man für personalentscheider als müll.
    gibt ja genug bis 35jährige. (these)

  • Vor den EU-Wahlen manipuliert sich gut. Wo sind die Zahlen für über 55-Jährige, die einen Job suchen und nicht einmal zählen? Wieviel Niedrigstverdiener und Lohnsklaven gibt es in unserem reichen Land? Warum knöpft man der arbeitenden Mittelschicht immer mehr Netto ab? Die Bürger sollten endlich mal massiv nachdenken und zukunftsfähige Alternativen wählen: Die Blockparteien haben alle massiv versagt.

  • Ja , ja .

    Und jetzt kommen gleich wieder die, die behaupten die zahlen seinen geschönt ..

    Man kann die Zahlen aber sehr schön vergleichen , wie es ja immer wieder auch gemacht wird .
    Rausgefallen sind schon immer welche , unbeachtet blieben schon immer die, die auf der Schulbank saßen oder Krank waren .
    Was hier nicht zum vergleich steht, ist eine Arbeitslosigkeit unter einer SPD Regierung , Schröder und Trittin hatten damals 5,2 Mio ( die höchste Arbeitslosigkeit seit Machtergreifung der Nationalsozialisten )Arbeitslose zu verantworten !!!

  • Kleines Beispiel aus dem Freundeskreis: Nachdem ein Freund arbeislos wurde (er hatte selbst gekündigt), weil er den Druck seines Arbeitgebers nicht mehr aushalten konnte, sagte die Dame von der Arge zu ihm: "Was Sie machen wollen, ist mir egal. Hauptsache ist nur, dass Sie wieder aus der Statistik verschwinden."

  • Ob eine Lüge mehr oder weniger, kommt es jetzt nicht mehr darauf an. Die münchhausener Schönfärberei in Gestalt der aktuellen Arbeitslosenstatistik kann sich Herr Weise in seinen Allerwertesten schieben. Denn genau dort gehört sie nämlich hin.

  • Es wird angegeben, dass die durchschnittliche Abnahme der Arbeitslosen in den letzten 3 Jahren knapp 92.000 betrug.

    Setzt man aber eine andere bezugsgröse dagegen, die Abnahme in einem April in Veränderung vom März 2011 und 2010, als eine ähnliche Hochkonjunktur herrschte wie heute, stellt man fest, dass die Tahlen in diesen beiden Jahren -132.000 und -178.000 betrug.

    Im letzten Jahr gab es, winter-und konjunkturbedingt , noch eine gewisse Flaute.

    Zudem muss man den Vorschreibern recht geben: Aufgebaut werden Stellen fast ausschliesslich ium prekären bereich, wie ein einfacher Blick auf die BA-Seiten zeigt.

    Gesucht werden vor allem Zeitarbeiter (30% des gesamten Stellenangebotes), Kräfte in Hotel-und Gaststättenbetrieben, Verkäuferinnen und Verkäufer und Pflegekräfte.

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