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Konjunktur

Der Bund hat die Wachstumsprognose für 2019 nach unten korrigiert.

(Foto: dpa)

Jahreswirtschaftsbericht Regierung korrigiert Wachstumsprognose für 2019 kräftig nach unten

Die Bundesregierung rechnet für 2019 mit einem deutlich niedrigeren Wachstum als noch in ihrer Herbstprognose. Zwei Gründe sind entscheidend.
Update: 24.01.2019 - 18:08 Uhr Kommentieren
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BerlinDer Bund korrigiert die Wachstumsprognose für das laufende Jahr kräftig nach unten. Das federführende Wirtschaftsministerium rechnet im neuen Jahreswirtschaftsbericht für 2019 nur noch mit einem Wachstum von 1,0 Prozent, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. In ihrer Herbstprognose war die Bundesregierung noch von einem Plus von 1,8 Prozent ausgegangen.

Gründe für die kräftige Abwärtsrevision sind unter anderem eine schwächer laufende Weltwirtschaft und die Hängepartie um den EU-Austritt Großbritanniens. Beides dürfte die deutsche Exportwirtschaft belasten.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft in dieser Woche ebenfalls gesenkt. Für Deutschland erwartet der IWF im laufenden Jahr ein Plus von 1,3 Prozent. Im Herbst war der Währungsfonds noch von 1,9 Prozent ausgegangen.

Der Aufschwung bleibe aber trotz der deutlichen Absenkung der Prognose intakt, heißt es im neuen Jahreswirtschaftsbericht. So rechnet die Bundesregierung für 2020 schon wieder mit einem stärkeren Wachstum in Höhe von 1,6 Prozent. Der Jahreswirtschaftsbericht wird am kommenden Mittwoch vorgestellt. Da die endgültigen Prognosewerte Anfang kommender Woche festgelegt werden, ist eine leichte Veränderung der Zahlen noch möglich.

Nach zwei Boomjahren in Folge hat das deutsche Wirtschaftswachstum an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent zu, nach jeweils 2,2 Prozent in den beiden Vorjahren, wie das Statistische Bundesamt Mitte Januar in Berlin anhand vorläufiger Daten mitteilte.

Die Frage, wie das vierte Quartal ausgefallen ist, wurde noch nicht mit konkreten Zahlen beantwortet. Nach einer ersten Schätzung gehe das Statistische Bundesamt jedoch von einem „leichten Plus“ im Vergleich zum Vorquartal aus, sagte Bundesamt-Referatsleiterin Tanja Mucha. Damit schrammte Deutschland an einer Rezession vorbei.

Im dritten Quartal war das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal noch um 0,2 Prozent gefallen. Wäre die deutsche Wirtschaft auch im vierten Quartal geschrumpft, wäre das technische Kriterium für eine Rezession erfüllt gewesen. Die Commerzbank geht nun davon aus, dass die Wirtschaft im Schlussquartal 2018 um 0,3 Prozent gewachsen ist.

Insgesamt war 2018 das neunte Wachstumsjahr in Folge seit 2010. Damals erholte sich Europas größte Volkswirtschaft von der tiefen Rezession 2009 infolge der globalen Finanzkrise.

Gestützt wurde die Konjunktur im vergangenen Jahr dem Bundesamt zufolge abermals von der Kauflust der Verbraucher. Hinzu kamen gestiegene Investitionen vieler Unternehmen in Ausrüstungen, Bauten und sonstige Anlagen sowie der Bauboom. Auch die Konsumausgaben des Staates, zu denen unter anderem soziale Sachleistungen und Gehälter der Mitarbeiter zählen, legten den Angaben zufolge zu.

Von der seit Jahren positiven Konjunktur und den anhaltend niedrigen Zinsen profitiert weiterhin auch der Fiskus. Der deutsche Staat konnte nach Berechnungen der Statistiker 2018 zum fünften Mal in Folge mehr Geld einnehmen, als er ausgab.

Mitarbeit: Donata Riedel

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