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Jan Weidenfeld „China hat besonderes Interesse an Hochtechnologie“

Der Leiter der European China Policy Unit beim Thinktank Merics über das Interesse chinesischer Firmen an deutschen Unternehmen und die Reaktion aus Berlin.
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Der Leiter der European China Policy Unit Weidenfeld weiß: chinesische Firmen haben ein großes Interesse daran, auch in Europa zu expandieren. Quelle: Mercis
Jan Weidenfeld

Der Leiter der European China Policy Unit Weidenfeld weiß: chinesische Firmen haben ein großes Interesse daran, auch in Europa zu expandieren.

(Foto: Mercis)

Herr Weidenfeld, woher kommt das große Interesse der Chinesen an deutschen Unternehmen?
Wir sehen seit etwa 2014 einen fundamentalen Wandel in unseren Investitionsbeziehungen mit China. Nach vielen Jahren, in denen Europa deutlich mehr in China investiert hat als umgekehrt, fielen 2017 chinesische Investitionen in Europa dreimal höher aus. China hat besonderes Interesse an Hochtechnologie. Dahinter steckt die „Made in China 2025“-Strategie, die zehn Schlüsselindustrien identifiziert hat, mit dem Ziel, China in diesen Bereichen voranzubringen und autark zu machen.

Gehören dazu auch die Stromnetze?
Der aktuelle Fall 50Hertz ist etwas anders gelagert. Dahinter steckt der Plan Pekings, ein global umfassendes Energienetz aufzubauen. Deswegen sehen wir gerade in Europa eine Reihe von Übernahmen oder Übernahmeversuchen von Stromnetzbetreibern.

Die Bundesregierung plant, dass ausländische Investitionen in kritische Infrastrukturen schon ab einer Schwelle von 15 Prozent geprüft werden können – ist das der richtige Weg?
Das ist definitiv ein sinnvoller Schritt. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die chinesische Seite sehr klug agiert, um die geltende 25-Prozent-Schwelle zu unterlaufen. Wir werden in den nächsten Jahren eine deutlich intensivere Debatte um sicherheitsrelevante Investitionen aus China führen. Die Energienetze sind die eine Sache, spätestens ab dem nächsten Jahr werden wir über die Rolle von chinesischen Firmen beim Aufbau von 5G-Netzen reden, die extrem wichtig etwa für das Internet der Dinge sind.

Reicht eine Absenkung der Schwelle denn aus? Es gibt doch einige Möglichkeiten, sie weiter zu unterlaufen.
Das stimmt. Es stellt sich aber auch noch eine andere Frage: Kann es Sinn machen, einen europäischen Investitionsfonds aufzulegen für Fälle, in denen ein Unternehmen in europäischer Hand bleiben sollte – sei es aus Sicherheits- oder aus Wirtschaftsgründen? Denn die Investitionsprüfung zielt ja nur auf sicherheitsrelevante Übernahmen ab. In vielen Bereichen gibt es daher gar keine Prüfmöglichkeiten. Wichtig wäre auch, das europäische Wettbewerbsrecht zu schärfen. Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen, das staatlich finanziert wird, in Europa auf Einkaufstour geht.

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