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Jens Spahn Kanzlerkandidat für einen Tag

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Wer wirklich als „Kanzler im Wartestand“ gilt

Die Kanzlerin – ein Popstar für Schüler
Die Kanzlerin in der Schule
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Zunächst geht es noch gesittet zu. Im Französischen Gymnasium in Berlin erläutert die kleine Luise der Kanzlerin ihr prämiertes Plakat zum Thema Europa. Angela Merkel hört interessiert zu. Die Elfjährige erklärt, Preis für den Wettbewerb sei ein Selbstporträt mit Kanzlerin.

(Foto: AP)
Merkel lenkt sich mit kleinen Scherzen von der großen Politik ab
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Merkel erstaunt: „Ein Selfie mit mir?“ Luise: „Ja.“ Merkel: „Ist das Selfie schon gemacht?“ Luise: „Nein.“ Merkel: „Wer hat denn den Preis ausgeschrieben, da haben sie mich gar nicht gefragt?“ Luise etwas eingeschüchtert: „Monsieur Legrand.“ Im Foyer des Schulgebäudes macht sich Heiterkeit unter Schulpersonal, Merkels Begleittross und Journalisten breit. Merkel: „Monsieur Legrand - der hat mich nicht gefragt, ob ich für den Preis zur Verfügung stehe.“

(Foto: AFP)
Erfahrung mit Selfies
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Die CDU-Vorsitzende hat einen guten Grund, bei Selfies vorsichtig zu sein. Seitdem sie sich mit Flüchtlingen zusammen fotografieren ließ und die Aufnahmen in Internet-Netzwerken millionenfach verbreitet wurden, werfen Gegner der Kanzlerin vor, Hunderttausende Asylbewerber zur Reise nach Deutschland animiert zu haben.

(Foto: dpa)
Diskussion mit den Schülern
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Die Flüchtlingskrise und ihre Folgen war auch ein Schwerpunkt der Podiumsdiskussion mit sechs Gymnasiasten und einer Moderatorin, zu der die französische Schule Merkel eingeladen hat. Brav stellen die Schüler der älteren Jahrgänge in der Aula ihre einstudierten Fragen. Spitzen oder Nachfragen bleiben allerdings aus.

(Foto: AFP)
Merkel betont die humanitäre Verantwortung
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Merkel betont, dass die Türkei 2,7 Millionen Flüchtlinge aufgenommen hat, der Libanon 1,5 Millionen und Jordanien eine Million. „Müssen 500 Millionen Europäer nicht auch bereit sein (...) auch vielleicht eine Million aufzunehmen?“, fragt die Kanzlerin. Es sei humanitäre Verantwortung, hier auch einen Beitrag zu leisten, gibt sie selbst als Antwort. Den größten Handlungsbedarf aber sieht sie im außereuropäischen Ausland. Vor allem müssen den Flüchtlingen in der Region selbst geholfen werden: „Also Fluchtursachen bekämpfen.“

(Foto: Reuters)
Wie ein Popstar
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Das ernste Thema bei der Diskussion hat der Popularität der Kanzlerin vor Ort nicht geschadet. Vor der Schule gibt sie noch Autogramme und die Kinder wollen immer mehr Selfies mit der deutschen Regierungschefin.

(Foto: dpa)
Willkommene Abwechslung
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Trotz des Zeitaufwandes scheint die Begeisterung der Jugend auch die Kanzlerin anzustecken. Zumindest nimmt sie sich die Zeit, viele Wünsche zu erfüllen. Im Alltagsgeschäft dürfte ihr diese Reaktionen auch so bald nicht wieder begegnen.

(Foto: AFP)

In den Verlautbarungen geht es weniger um Koalitionsoptionen, als um politische Inhalte. Vor allem um solche, die die junge Generation betreffen und belasten, etwa in der Rentenpolitik. Spahn geht dafür auch auf Konfrontation zur Regierung. Die kostspieligen Projekte der Mütterrente und Rente ab 63 Jahren hält er für falsch, weil sie die nächsten Generationen massiv belaste.

Gleichwohl machte Spahn auch keinen Hehl daraus, was ihm an möglichen Koalitionsoptionen vorschwebt. „Alles ist besser als eine erneute große Koalition“, sagte Spahn kürzlich der „Mitteldeutschen Zeitung“. Deshalb müsse Schwarz-Grün nach der nächsten Wahl eine „mögliche Option“ für die CDU sein. In diese Richtung könnte auch Merkel streben. Immerhin traf sie sich kürzlich im Kanzleramt zum Abendessen mit dem grünen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, der in Baden-Württemberg mit der Union als Juniorpartner regiert.

Das deutet darauf hin, dass Merkel jetzt bereits ihre Möglichkeiten sondiert, wie es gelingen kann, mit einem anderen Partner als der SPD weiter zu regieren. Nach einer Absage an die Kanzlerkandidatur sieht das jedenfalls nicht aus.

Nichtsdestotrotz hat sich Spahns Position verbessert, seit Julia Klöckner nach ihrer Wahlschlappe als Spitzenkandidatin in Rheinland-Pfalz in den K-Debatten seltener genannt wird. Geht es aber um das Jahr 2017, fallen als mögliche Alternativen zu Merkel nach wie vor die Namen Ursula von der Leyen und - seit der Flüchtlingskrise etwas seltener - Thomas de Maizière.  Um als „Kanzler im Wartestand“ zu gelten, wie der „Guardian“ Spahn  sieht, ist es damit für den Jungpolitiker wohl noch zu früh.

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