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Jens Spahn Wie der oberste Pandemiebekämpfer und das Kabinett arbeitsfähig bleiben

Gesundheitsminister Jens Spahn ist infiziert und hat sich in häusliche Quarantäne zurückgezogen. Für das gesamte Kabinett ist die Maßnahme nicht nötig.
22.10.2020 - 16:37 Uhr Kommentieren
Wo sich der Gesundheitsminister angesteckt hat, ist noch unklar. Quelle: dpa
Jens Spahn

Wo sich der Gesundheitsminister angesteckt hat, ist noch unklar.

(Foto: dpa)

Berlin Corona-Patient Boris Johnson lag wochenlang im Krankenhaus und kehrte schwer gezeichnet nach Downing Street Nr. 10 zurück. Donald Trump nahm schon nach wenigen Tagen seine Arbeit im Weißen Haus und den Wahlkampf wieder auf. Nun hat es das erste Mitglied der deutschen Regierung erwischt – und zugleich den obersten Pandemie-Bekämpfer der Republik getroffen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist mit Covid-19 infiziert und hat sich in häusliche Quarantäne zurückgezogen. Bisher leidet Spahn unter Erkältungssymptomen, hat aber kein Fieber, teilte er persönlich noch am Mittwochabend über Twitter mit.

Rein statistisch gesehen hat Spahn auch gute Chancen, nicht schwer zu erkranken. Er ist mit gerade einmal 40 Jahren der jüngste Minister im Kabinett. Und er war – so weit bekannt – vor der Infektion kerngesund. Auch leidet der agile Minister, wie jeder sehen kann, nicht unter Übergewicht, was ebenfalls als Risikofaktor gilt. 

Wo sich der Christdemokrat angesteckt hat, ist noch unklar. Die Symptome traten am Mittwoch nach der Kabinettssitzung auf. „Viren hatten es noch nie so leicht, sich in kürzester Zeit weltweit zu verbreiten“, hatte Spahn noch wenige Tage zuvor gewarnt – und sich für eine Stärkung der Weltgesundheitsorganisation WHO eingesetzt, die in der Coronakrise vor allem von den USA massiv attackiert worden war.  

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    Im Frühjahr war Spahn einmal dabei abgelichtet worden, wie er ohne Maske in einem vollbesetzten Aufzug des Reichstages stand, eingekeilt von gut einem Dutzend Menschen. Das ist nicht wieder vorgekommen. Wenn er nicht gerade auf einem Podium mit Abstand zu den Nachbarn das Wort ergreift, trägt der Minister stets Maske, und zwar korrekt über Mund und Nase. Und er warb sachlich und unaufgeregt, aber unermüdlich in der Bevölkerung dafür, die Abstands- und Schutzregeln einzuhalten.

    Ob er selbst sogar während der Kabinettssitzung eine Maske trug, ist nicht bekannt. Zumindest „einige“ Minister hätten das getan, erzählten Teilnehmer. Da aber alle den nötigen Abstand eingehalten hätten, sei es nicht nötig,  dass sich die gesamte Regierungsmannschaft in Quarantäne begebe, beschloss die Bundesregierung.

    Das hält selbst SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der regelmäßig für die strengsten Schutzmaßnahmen plädiert, für unnötig. „Die strengen Schutzvorkehrungen werden ja gewahrt.  Die Minister müssen mit Maske weiterarbeiten“, sagte er der „Rheinischen Post". Schließlich seien sie „systemrelevant“. 

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    Ebendeshalb sei es aber angesichts der bundesweit drastisch gestiegenen Infektionszahlen höchste Zeit, die Regierungsmannschaft nicht nur bei konkretem Verdacht oder nach Reisen, sondern regelmäßig zu testen – und zwar alle zwei bis drei Tage. Die Minister treffen sich in Corona-Zeiten nicht im normalen Kabinettssaal, sondern im sehr viel größeren Internationalen Konferenzsaal im ersten Stock des Kanzleramts. Der sei zudem vom Gesundheitsamt Berlin Mitte eigens geprüft worden.  

    Von Innenminister Horst Seehofer und Familienministerin Franziska Giffey wurden bereits  negative Testergebnisse bekannt. Das heißt allerdings noch nicht viel, denn Corona-Tests schlagen in der Regel erst Tage nach der Infektion an. Daher empfiehlt etwa der Gesundheitsdienst des Außenministeriums bei Rückkehr aus Risikogebieten einen Test erst nach fünf Tagen. 

    Europa-Staatsminister Michael Roth, der seinen Chef, Außenminister Heiko Maas, am Mittwoch im Kabinett vertreten hatte, will sich daher am Montag erneut testen lassen.  Er war erst Mittwochmorgen getestet worden, weil er Termine in Luxemburg und Brüssel hatte. Auch die Kanzlerin ließ sich nach der Rückkehr vom EU-Gipfel zeitversetzt testen. 

    Die engsten Mitarbeiter Spahns wurden ebenfalls umgehend kontrolliert und sind negativ, arbeiten aber  vorsichtshalber fürs Erste aus dem Homeoffice. Das Gesundheitsministerium ist also arbeitsfähig, versichert Spahns Sprecher. Das gilt auch für Spahn selbst: Er arbeite von zu Hause aus. 

    Mehr: RKI-Chef Wieler: „Virus kann sich in einigen Gebieten mittlerweile unkontrolliert ausbreiten.“

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