Joachim Gauck: „Freiheit heißt Verantwortung“
Joachim Gauck war der Kandidat von SPD und Grünen für das Amt des Bundespräsidenten.
Foto: dapdSingen. Der ehemalige Kandidat für das Bundespräsidentenamt, Joachim Gauck, hat mehr Verantwortung des Einzelnen in der Gesellschaft gefordert. „Freiheit heißt nicht nur frei sein von etwas, sondern auch frei sein zu etwas“, sagte der frühere DDR-Bürgerrechtler am Montag bei einem Wirtschaftsforum in Singen (Landkreis Konstanz). „Freiheit der Erwachsenen hat einen Namen: sie heißt Verantwortung.“ Wenn man sich Freiheit ersehne, sei sie stets makellos, sagte Gauck auch mit Blick auf die Ereignisse des arabischen Frühlings. „Das Glück auf den Gesichtern der Leute kam mir bekannt vor - es erinnerte mich an 1989.“ Die Freiheit, die in einer demokratischen Gesellschaft wie Deutschland dagegen bereits etabliert sei, werde oft nicht mehr als solche wahrgenommen. „Aber sie kriegt nicht nur Runzeln, sie wird auch stark.“ „In diesem reichen und verwöhnten Land, wo es den Menschen so gut geht, ist es manchmal nötig, uns das, was wir errungen haben, noch mal vor Augen zu stellen“, sagte Gauck in seinem Vortrag zum Thema „Freiheit als Verantwortung.“ „Ganz so, als würden wir es neu sehen.“ Gauck war 2010 als Kandidat von SPD und Grünen für das Amt des Bundespräsidenten angetreten und dabei Christian Wulff unterlegen. Zwischen 1990 und 2000 war der heute 72-Jährige Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen.