Joachim Starbatty AfD gewinnt prominenten Euro-Gegner

„Euro-Fighter“ gehört zu den Spitznamen des Volkswirtschaftlers, weil er 1998 mit drei Kollegen gegen die Euro-Einführung klagte. Jetzt ist der Tübinger Ökonom Joachim Starbatty der neuen Anti-Euro-Partei beigetreten.
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Joachim Starbatty. Quelle: Reuters

Joachim Starbatty.

(Foto: Reuters)

BerlinBislang galt Joachim Starbatty lediglich als Mitinitiator der Alternative für Deutschland (AfD). Er fungierte dort vor allem als wissenschaftlicher Berater. Jetzt ist der Tübinger Volkswirtschaftler der AfD (Landesverband Baden-Württemberg) beigetreten, da er sich, wie es in einer Mitteilung der Partei heißt, innerhalb der deutschen Parteienlandschaft allein von der Alternative für Deutschland angemessen vertreten fühle.

„Alle Parteien im Deutschen Bundestag vertreten die Euro-Rettungspolitik, die nur tiefer in den gemeinsamen Schuldensumpf führt, mit einer schwarz-gelben nur drei Monate später als mit einer rot-grünen Regierung“, begründete Starbatty seine Entscheidung. „Die AfD zeigt eine sinnvolle und liberale Alternative zu der falschen und fälschlich für alternativlos erklärten Politik aller etablierten Parteien.“

Europas Vermächtnis sei nicht die falsch konstruierte Währungsunion, betont der Wissenschaftler, sondern der Rechtsstaat, die freiheitliche Demokratie und die freundschaftliche Begegnung souveräner Staaten. Dafür wolle er sich innerhalb der AfD einsetzen. Seinen Eintritt in die AfD verbindet Starbatty zugleich mit einem Angebot an Spitzenpolitiker der CDU. Weil diese verlauten ließen, die Vorstellungen der AfD seien bedrohlich für den Wirtschaftsstandort Deutschland, wolle er den Standpunkt der AfD im direkten Gespräch erläutern. „Ich biete als Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der AfD an, diese Behauptung mit jedem Repräsentanten der CDU/CSU zu diskutieren - wo auch immer und wann auch immer.“

Starbatty war und ist einer der schärfsten Kritiker des Euro. Schon vor dessen Einführung hat er zusammen mit drei Kollegen vor dem Bundesverfassungsgericht dagegen geklagt - ebenso erfolglos wie dann 2010 gegen das Euro-Rettungsprogramm. Für ihn wurde der Euro nicht nur überhastet und mit den falschen Ländern eingeführt. Vielmehr sind seit seiner Einführung auch zentrale europäische Prinzipien aufgegeben worden.

In seinem jüngst erschienenen Buch „Tatort Euro“ legt er dar, warum die Währungsunion nie ein politisches Fundament hatte, welche Folgen sie für das Vermögen der Deutschen hat, wer vom Euro profitiert und warum Rettungsfonds, Vergemeinschaftung von Haftung und Anwerfen der Notenpresse Irrwege in den Schuldensumpf sind.

„Euro-Widerstand gewinnt an Breite“
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128 Kommentare zu "Joachim Starbatty: AfD gewinnt prominenten Euro-Gegner"

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  • Einen Starbatty bräuchte die AfD in Bayern auch...
    Lucke sollte in der AfD Bayern aufräumen
    Nähe zum Rechtspopulismus - Dettlef W. Schilde, der Gründer und Chef der rechtsgerichteten demokratischen Volkspartei Deutschland ist einer der Drahtzieher des Landesverbandes Bayern der AfD.
    Intrigen, Lügen, üble Nachreden, Parteiauschlüsse guter und ehrlicher Parteimitglieder - Ausgrenzen statt Einbinden.
    Erste Rück- und Austrittswelle.
    http://alternativernewsletter.wordpress.com/

  • So ist es. Bevor ich das durchaus beachtenswerte, republikanisch-aufklärerische Erbe unserer Väter/Großväter kampflos an die selbstwertlosen globalistischen Europäisten in CDU und SPD und deren kongenialen Symbiotikern, der stramm germanophoben B90/Antideutschlandpartei, übergebe, wird selbstverständlich als ultima ratio NPD gewählt, um Deutschland zu retten. Reine Schnittmengenentscheidung.
    Dies erübrigt sich jetzt.AfD.

  • AfD-mitglied:::
    bei der verschleuderung des deutschen vermögens >>>
    zitat v. oben:::
    Aber viel mehr falsch machen können die Eurofans nicht mehr: Nachdem sie 600 Mrd Target2, 300 Mrd STEP, 210 Mrd OMT, zig Mrd ELA's und das Runterschrauben der Sicherheiten auf Null, die bei der EZB hinterlegt werden müssen ja schon Fakt sind, wird auch noch die Daueralimentierung der ganzen Peripherie mit Vordertür-Eurobonds und Bankenunion kommen.
    ...liegt doch hoffentlich ein netter plan in der afd-schublade: nach dem einzug ins parlament darauf drängen, wenigstens eine neu-regelung der target-2-bierdeckel-schulden in brüssel zu erreichen - und zwar (analog zu dem verfahren in den usa zw. den einzel-bundesstaaten) >>> nämlich: halbjährlicher ausgleich der schulden durch transfer von GOLD aus den schuldner-ländern an die gläubiger-länder !!! erst dann kann wieder NEU auf dem target-2-bierdeckel angeschrieben werden !!!
    zustimmung der südstaaten muß wohl mit leichtem druck (esm-aufstockung verweigern?) abgeholt werden !

  • Herr Prof. Lucke angelt nicht in düsteren Gefilde nach Wählerstimmen, er hat lediglich gesagt, dass es gut ist, dass es die AfD gibt - sonst würden die Wähler aus Frust die NPD wählen. Eine sehr objektive Aussage - gäbe es die AfD nicht, hätte auch mein Mann -aus Frust und Rebellion- die NPD gewählt. Gott sei Dank gibt es nun eine echte Alternative zur alternativlosen Politik von Fr. Merkel!

  • Hallo Herr Horn
    Von was träumen Sie denn,wachen Sie mal auf,oder wollen Sie trotz besserer Einsicht nur Ihre einmal ausgegebenen Dogmen verteidigen.Damit wollen Sie doch nur im Gespräch bleiben,anstatt sich der Problematik des Euro und der Krise zu stelle.Wer immer noch glaubt,der Euro und Euroland könnte könnte unter den jetzigen Bedingungen überleben.der ist nicht realistisch.Zumal nach einer vor kurzem erschienen Meldung:der Wissenschaftsbeirat de Bundesfinanzministerium festgestellt hat " nur mittelfristig wird der Euro noch leben "

  • Freideker
    und was haben Sie gegen eine christliche Familienpolitik?

  • Klar MUSS die AfD im HB immer wieder erwähnt werden. Das HB muss der journalistischen Pflicht nachkommen. Der Euro und ob wir wollen oder nicht, Eurorettungspolitik......wenn das HB anfängt, die Afd als EINZIGE Alternative auszublenden, ja
    dann GUTE NACHT DEUTSCHLAND.

    Herr Horn sieht das falsch. Es ist doch nur logisch, dass die LINKE sich der selben Argumentation anschließt. Schließlich haben WIR anders als und immer eingetrichtert wird, eben nicht vom EURO profitiert!! Rechnet man den Harz IV-Satz in eine dt. Währung um und lässt sie aufwerten, könnte man davon anständiger leben.

    Herr Horn glaubt auch noch, dass die innere Abwertung der Krisenländer machbar ist, erwähnt aber nicht, dass das nur dann geht, wenn WIR die ganzen SCHULDEN vergemeinschaften. Und das wollen die Deutschen Bürger auf nicht!!!

    Und ein Staatsbankrott eines PIIGS-Landes muss stattfinden dürfen. Das sind Selbstreinigungsprozesse. Ohne Schuldenschnitte wird es nicht gehen. Nur ist es für die großen Gläubiger besser wenn z.B. der dt. Steuerzahler die Gläuber rauskauft. Bei einem Währungsaustritt z.B. von GR oder POR gäb es keinen dt. Retter.
    Ich frage mich welchen Geldbeutel Herr Horn verteidigt. Es ist sicher nicht der Geldbeutel der Arbeitslosen in PIIGS-Land oder der Geldbeutel der Mittel- udn Unterschicht und Deutschland.

  • "Der Euro ist eine Tragödie der Allmende", schreibt der Ökonom Prof. Philipp Bagus von der Universität Madrid. Und er meint damit die in der Historie glücklicherweise bereits im Ansatz immer wieder gescheiterte Idee, über den "Gemeingutgedanken/ Allmende", hier mit einer gemeinsamen Währung, einen besseren sozialen Ausgleich zu schaffen. Dieses Land hat bereits 2003, also ein Jahr nach der Einführung dieser Gemeinschaftswährung, mit der sogenannten Agenda 2010, in böser Vorahnung des Ergebnis´ dieses politischen Schwachsinns, nämlich den 3-Stufenplan des Franzosen und seinerzeitigen Kommissionspräsidenten, Jaques Delors, umzusetzen, dagegen gearbeitet. Wie man gesehen hat, brachte es für dieses Land Sozialabbau und niedrige Löhne und auch den seinerzeit in der Hoffnung auf breite europäische Hilfe setzenden Schwachwährungsländern brachte es im jetzigen Ergebnis nur Sorge, Not und Elend – Und das, obwohl sie das Gegenteil der Politik der Agenda 2010 betrieben, nämlich an Lohn- und Sozialkonditionen aus allen Rohren ihrer Gulaschkanonen herausfeuerten, was nur ging. Man braucht sich nur die Lohnentwicklung in den Jahren von 2000 bis 2013 anzusehen: In den beigetretenen Schwachwährungsländern stiegen die Stücklöhne in der Zeit um 30-40%, in Deutschland um 10%, sanken also real. Aber am Ende haben auch die Schwachwährungsländer davon nicht profitiert, denn sie haben ihre Wirtschaften kaputt gefahren. Und nun verlangen sie Unterstützung von denen, die schon vorher unter dem Euro gelitten haben und selbst auch eine Schuldenlast aufgebaut haben, die denen der Schwachwährungsländer in Nichts nachsteht.
    Wenn hier „Fachleute“ auftreten, die dieses System auch noch wie der Weisheit letzten Schluß verteidigen, dann scheint mir das wie ein Zeichen bereits sehr fortgeschrittener Demenz.

  • Was für eine dumme Ansicht, die einen durch die Nazi's angezettelten Weltkrieg und über 50 Mio Opfer einfach ignoriert. Dieses Weichzeichnen rechter Greuel ist mehr als traurig, und mich wundert es, dass es in Deutschland überhaupt Menschen gibt, die so einen Müll auch noch tatsächlich zu glauben scheinen.

    Ob so viel Dummheit kann man nur den Kopf schütteln. Man sieht daran aber gut, wes Geisteshaltung Teile der AfD Anhängerschaft besitzen. Klar, deren Chef angelt ja auch in diesen düsteren Gefilden nach Wählerstimmen.

  • @Radiputz

    Jedenfalls stelle ich fest, daß ich nicht der Einzige mit negativer Erfahrung bei ZEIT bin.

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