Johannes Ludewig zur Einheit „Allein mit Schulterklopfen erreicht man sein Ziel nicht“

Er war der Mann für die Währungs- und Wirtschaftsunion und den Aufbau Ost: Johannes Ludewig. Oft war er ein Vermittler zwischen Osten und West. Heute stellte der Ex-Staatssekretär sein neues Buch vor.
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Johannes Ludewig (l.) mit Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart bei der Buchpräsentation. Quelle: PR, Henning Schacht
Johannes Ludewig

Johannes Ludewig (l.) mit Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart bei der Buchpräsentation.

BerlinAuf vielen Fotos aus der Wendezeit taucht Johannes Ludewig nur am rechten oder linken Rand auf, in der Bildmitte stehen Kohl oder Gorbatschow. Ludewig, ab 1990 im Bundeskanzleramt für die Währungs- und Wirtschaftsunion und für die Gesamtorganisation des Aufbaus Ost zuständig, hat einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass die Größen der Politik Erfolge verkünden konnten. Am Dienstag präsentierte Ludewig in Berlin sein Buch „Unternehmen Wiedervereinigung – Von Planern, Machern, Visionären“.

Ludewig hat die Wiedervereinigung Realität werden lassen, hat das „Unternehmen Wiedervereinigung“ gestaltet und intensiv begleitet wie kaum ein Zweiter. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erinnert sich bei der Buchpräsentation in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts an Ludewig als einen „forschen, drängenden, ungeduldigen, manchmal auch ruppigen Menschen“, der für das Gelingen der Wiedervereinigung „überragende Bedeutung“ gehabt habe. Der bisweilen etwas gewöhnungsbedürftige Ton Ludewigs sei in vielen Situationen „richtig und wichtig“ gewesen, um das Projekt zu einem Erfolg werden zu lassen.

Thomas de Maizière weiß sehr genau, über wen er da spricht. Er beriet in der Wendezeit seinen Cousin Lothar de Maizière, den ersten demokratisch gewählten und zugleich letzten Ministerpräsidenten der DDR, in den entscheidenden Verhandlungen über die Wiedervereinigung. „Ich habe Herrn Ludewig oft dabei erlebt, wie er im Osten den Westen erklärt hat – und im Westen den Osten“, erinnert sich de Maizière.

Die kniffligsten Fragen des Wiedervereinigungsprozesses lagen auf Ludewigs Schreibtisch: Wie schaffen wir es, möglichst viele Arbeitsplätze der untergehenden DDR-Industrie zu retten? Und wie halten wir es mit der Frage der Entschädigung enteigneter Grundeigentümer?

„Sie waren die eigentlichen Helden“
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