Julia Klöckner CDU-Vize droht mit Scheitern der Rente mit 63

Die Union verschärft im Renten-Streit mit der SPD den Ton. CDU-Vize Klöckner droht, das Vorhaben scheitern zu lassen, sollte es keine Änderungen mehr geben. Die SPD lehnt Nachverhandlungen ab und mahnt zu Vertragstreue.
Update: 07.04.2014 - 12:03 Uhr 18 Kommentare
Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner spricht mit Angela Merkel. Die Union kritisiert, dass bei den SPD-Rentenplänen auch Zeiträume berücksichtigt werden sollen, in denen Betroffene arbeitslos gemeldet waren. Quelle: Reuters

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner spricht mit Angela Merkel. Die Union kritisiert, dass bei den SPD-Rentenplänen auch Zeiträume berücksichtigt werden sollen, in denen Betroffene arbeitslos gemeldet waren.

(Foto: Reuters)

BerlinIm Koalitionsstreit um die Rente mit 63 droht die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner der SPD mit einem Scheitern des Vorhabens. Dieses sei zwar Teil des Koalitionsvertrages, sagte Klöckner laut Vorabbericht der „Saarbrücker Zeitung“. Dort sei aber nicht vereinbart, dass die Rente mit 63 Jahren nach dem Modell von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) ausgestaltet werde. Sollte die SPD das nicht verstehen, „dann gibt es wohl keine Einigung und wohl keine Rente mit 63“, mahnte Klöckner.

Das Rentenpaket von Nahles, das auch die von der Union geforderte sogenannte Mütterrente beinhaltet, war am Donnerstag erstmals im Bundestags beraten worden. Die Kritik der Union entzündet sich vor allem daran, dass bei dem geplanten früheren Renteneintritt nach 45 Beitragsjahren auch Zeiträume berücksichtigt werden sollen, in denen der Betroffene arbeitslos gemeldet waren.

Der SPD-Bundesvize Ralf Stegner schloss Nachverhandlungen aus. „Auch die Kollegin Julia Klöckner weiß sicher, dass Verträge unter Erwachsenen nicht einseitig nachverhandelt werden können“, sagte Stegner Handelsblatt Online. Deshalb sei er sehr zuversichtlich, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für Vertragstreue bei der Union sorgen werde. „Die Menschen können sich auf die SPD verlassen: Mindestlohn und Rentenkonzept kommen wie vereinbart. Punkt.“

Stegner unterstrich in diesem Zusammenhang, dass die abschlagsfreie Rente mit 63 nach 45 Versicherungsjahren genauso im Koalitionsvertrag stehe wie der flächendeckende gesetzliche Mindestlohn und die von der Union gewünschte Mütterrente. Die Rentenvereinbarung beinhalte zudem, dass „gewisse Zeiten der Arbeitslosigkeit“ berücksichtigt würden, „was prozentual allerdings kaum ins Gewicht fällt“.

Klöckner hingegen forderte, Nahles müsse dafür sorgen, dass der Gesetzentwurf einen absehbaren Missbrauch unterbinde. Die CDU-Politikerin ergänzte, sie persönlich sei gegen jegliche Anrechnung von Arbeitslosenzeiten. „Sollte es sie dennoch geben, dann nur sehr begrenzt.“ Außerdem dürfe die Zeit der Erwerbslosigkeit keinesfalls am Ende eines Berufslebens stehen, wurde die rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende in dem Vorabbericht zitiert. „Sonst ist die Frühverrentungswelle vorprogrammiert.“

Studie bewertet Rentenpläne als „höchst kritisch“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Julia Klöckner - CDU-Vize droht mit Scheitern der Rente mit 63

18 Kommentare zu "Julia Klöckner: CDU-Vize droht mit Scheitern der Rente mit 63"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Julia Klöckner CDU-Vize droht mit Scheitern der Rente mit 63?
    Man sollte sich einmal ihren Lebenslauf zu Gemüte führen, und sich anschließend Fragen, ob sie ein recht hat, sich zum Thema Rente mit 63 Jahren zu äußern?
    Deutsche Weinkönigin, Studium: Politikwissenschaft, Katholischen Theologie und Pädagogik, studienschwerpunkt war Internationale Politik, Agrarpolitik sowie Sozialethik, Wirtschaft und Bioethik, wann hat sie überhaupt Gearbeitet in einem Unternehmen?
    Thema ihrer Magisterarbeit lautet: Struktur und Entwicklung der europäischen Weinmarktpolitik.
    Das Studium schloss sie 1998 mit dem Ersten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien für die Fächer Sozialkunde und Religion sowie als Magistra Artium an.
    Nach ihrer Zwischenprüfung arbeitete sie mit Sondererlaubnis von 1994 bis 1998 als Religionslehrerin an einer Grundschule in Wiesbaden und begann danach ein journalistisches Volontariat. 1994 wurde sie zur Naheweinkönigin und 1995 zur Deutschen Weinkönigin gewählt.
    Also wo hat sie wirklich gearbeitet, um Menschen die ihr Lebenslang richtiggearbeitet haben die Rente mit 63 Jahren zu verweigern?

  • Wieso sind unsere Politiker gegen Rente für Deutsche ab 63? Ganz einfach! Nur Politiker dürfen Deutsche abzocken.Innerhalb einer Wahlperiode reicht es denen um Millionen auf Ihre Privatkonten zu verschieben. Nur Politiker arbeiten angeblich! Nach meiner Meinung nur gegen deutsche Bürger! Da ist ihnen jedes Mittel Recht!!! Altersarmut für Deutsche reicht den Politikern nicht! Warum kommen diese Leute nicht vor dem internationalen Gerichshof wegen aktiver Menschenverachtung???

  • Die Nahles-Rente
    --------------
    Rente mit 63 (61) unter Anrechnung aller Zeiten der Arbeitslosigkeit (egal, ob ALG1 oder ALG2).
    Das ist doch schön! Nicht angerechnet werden natürlich Zeiten der Ausbildung und/oder Studium).
    Das ist das Modell Nahles. Dass da die CDU nicht mitspielt, ist klar. Es dürfen insgesamt nur max. 3 Jahre an Arbeitslosigkeit angerechnet werden, und diese dürfen nicht am Ende stehen.
    Wer hat uns die Rente mit 67 beschert? Es war die SPD. Und jetzt wollen sie sie wieder rückabwickeln!
    Wer hat uns den Riesterfaktor beschert? Es war die SPD! Wer will das Rentenniveau 2030 auf 40% absenken? Es ist die SPD!

  • Die CDU redet von 45 Beitragsjahren,
    die SPD von 45 Versicherungsjahren.
    Da sieht man schon das nur geredet wird, sich aber keiner so richtig Gedanken macht, wie unser Rentensystem richtig reformiert werden kann, damit jeder noch was davon hat.

    Die eigentliche Frage ist doch, ist es nicht egal wer für wen, oder wer von wem Rentenbeiträge in die Rentenkasse zahlt.
    Wenn man ab einem bestimmten Alter den Rentenbescheid von der BFA bekommt, ist doch genau ausgewiesen wie hoch die Rente zum jetzigen Stand wäre.
    Dieser Rentenbetrag errechnet sich doch nach den gesamten Einzahlungen.
    Wer mehr eingezahlt hat, bekommt mehr Rente.
    Warum will man nun Kürzungen bei der Rente machen obwohl man 45 Jahre eingezahlt hat, und 63 Jahre alt ist.

  • Seit Jahren denke ich schon, dass das ein faires Modell wäre. Wir, im mittleren Alter, bekommen eine Rente versprochen, die unbezahlbar scheint ... weg damit und ein sicheres, nachhaltiges System her !!

    Danke für den Vorschlag an Michael von Michael

  • Urias001

    Matematik: mal was ganz was Neues.
    Und: "Verantwortungslosigkeit in der Politik":
    fast so, als gäbe es verantwortungsvolle Politik:
    eine Contradictio in absurdo nachgeradezu.

    Es geht ein Schiff nach nirgendwo und alle sind Kapitäne: thats one of the matter of facts.

  • @deltaone

    "Was bin ich froh, nicht mehr in die Enteignungsmaschine zu Gunsten der Rentner und Transferleistungsempfänger einzuzahlen."

    Ich will dir die Freude nur ungern verderben, aber das Problem mit Frau Nahles Rachefeldzug gegen den gesunden Menschenverstand ist ja eben genau, dass er in grossen Teilen nicht beitragsfinanziert ist. Er ist steuerfinanziert, oder genau genommen gar nicht finanziert, was heisst: Das fehlende Geld muss über Staatsschulden und/oder Steuererhöhungen beigeschafft werden.

    Deswegen werden wir alle noch zur Kasse gebeten werden - Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Kein Rachefeldzug der Weltgeschichte hat jemals die matematischen Naturgesetze ausser Kraft setzen können. Immerhin wurde der Versuch ungezählte Male unternommen, und die Matematik gewinnt immer. Manchmal leider erst, nachdem sich die Verantwortlichen ihre Wiederwahl gesichert haben, weshalb wir uns diese Theatervorstellung immer wieder von vorne anschauen müssen.

    Für die Akte: Ein beitragsfinanzierter Rententopf darf von mir aus sehr gerne die Beiträge als Wohlfahrtsrenten an Erziehende Elternteile und Arbeitslose umverteilen. Solange die zahlenden Mitglieder das eben toll finden.

    Aber wen kratzt es schon, was die Mitglieder denken. Wir wollen ja hier nicht plötzlich demokratische Zustände riskieren...

    Das Richtige ist natürlich, dass man sich von den Kassen so weit wie möglich weghält und privat Vorsorge trifft. Von daher stimmer ich deiner Aussage natürlich im Kern zu. Die gelackmeierten sind bei Frau Nahles nun mal die armen Schlucker, die auf das Rentensystem angewiesen sind und über kurz oder lang ein furchtbar enttäuchtes Gesicht machen werden.

    Dies sind die unausweichlichen Konsequenzen von Verantworungslosigkeit in der Politik.

  • Frau Klöckner, 45 Beitragsjahre sind genug. Sie und Ihre Mitstöhner sind selbst nicht betroffen, dennoch maßen Sie sich an über die Eigentumsrechte von Beitragszahlern zu räsonieren. Für Zeiten von ALG I wurden/werden Beiträge vom Arbeitsamt gezahlt also müssen diese Zeiten auch mit angerechnet werden. Es wird Zeit das "da oben" mal aufgeräumt wird. Sich selbst fein raushalten und die Taschen vollstopfen aber Menschen die reichlich dafür gezahlt und gearbeitet haben nicht das schwarze unter den Nägeln Gönnen

  • Ob der einzelne Bürger für oder gegen die Rentenpläne ist, ist zunächst nicht wichtig.
    Aber dass mehr 50 "CDU-Jungabgeordnete dagegen sind wundert mich schon, denn von denen kenne ich nicht einen, der überhaupt jemals gearbeitet hat.
    Aber so ist das, selbst die Taschen voll machen oder wie der Volksmund sagt,
    Wasser predigen und selbst Champagner (Sekt reicht nicht mehr) saufen.

  • Diebstahl an meiner Generation und der meiner Kinder i.H.v. 160 Mrd. EUR + X. Was bin ich froh, nicht mehr in die Enteignungsmaschine zu Gunsten der Rentner und Transferleistungsempfänger einzuzahlen.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%