Junge Alternative Die Möchtegern-Rebellen

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„Das sind die Themen, die meine Generation bewegen“

Die Junge Alternative weiß das Internet für sich zu nutzen. Rund 6000 Menschen folgen ihr inzwischen bei Facebook, dabei hat die Organisation bundesweit weniger Mitglieder als viele Schützenvereine. 450 sind es insgesamt. Als vor kurzem auf einem der Facebook-Bilder der JA eine junge Frau mit Pistole posierte, ließ der Justizminister von Brandenburg den Anfangsverdacht einer Straftat prüfen. Der Untertitel des Plakats lautete: „Selbstjustiz ist die neue Polizei.“

Inzwischen relativiert Philipp Ritz die Kampagne. „Natürlich sind wir nicht für Selbstjustiz“, sagt er, „die Bilder sollten aufzeigen, was passiert, wenn die Polizei untätig bleibt.“ Die bewusste Provokation ist in wenigen Monaten zum Stilmittel der Jungen Alternative geworden. Dabei hat JA die Themen der Mutterpartei erweitert. Im Mittelpunkt der Aktionen steht fast immer die Furcht: Vor Überfällen in der U-Bahn, vor Disko-Schlägereien, vor Einbrüchen oder vor dem „Genderwahnsinn“ der Feministen. „Das sind die Themen, die meine Generation bewegen“, sagt Ritz. „Wir geben der AfD damit ein junges Gesicht.“ Die Euroskeptiker gelten als Seniorenpartei, die von Professoren geführt wird. Die vergangene Bundestagswahl aber zeigte, welches Potential die AfD bei Jungwählern hat. Wäre es nach den unter 30-Jährigen gegangen, säße die AfD im Bundestag.

Wo steht die Junge Alternative im Parteienspektrum? „Das lässt sich nicht so leicht beantworten“, sagt ihr Vorsitzender Philipp Ritz. Die Junge Alternative sei zwiegespalten in der Frage, ob Cannabis-Konsum legalisiert werden soll oder wie man sich zum Thema Sterbehilfe verhält. Konsens herrscht bei Fragen der inneren Sicherheit, in der Europapolitik und bei Bildungsthemen. „Die Junge Alternative ist wie alle Jugendorganisationen nochmal deutlich radikaler als die Gesamtpartei“, urteilt der Parteiensoziologe Alexander Häusler. „AfD und Junge Alternative profilieren sich damit, politisch unkorrekt zu sein.“ Er hat die beiden Organisationen untersucht. Sein Urteil ist eindeutig: „Es gibt bei der Jungen Alternative deutliche inhaltliche Schnittmengen mit der Neuen Rechten.“ Der Landesvorsitzende von Baden-Württemberg Markus Frohnmaier etwa äußert sich regelmäßig in rechtskonservativen Blättern wie der Blauen Narzisse, der Aula und der Jungen Freiheit. „Die rechte Klientel wird damit bewusst angesprochen“, sagt Häusler.

Kooperation mit der Jungen Union im Südwesten

Markus Frohnmaier, 23, wiegelt ab. „Wir sind Demokraten, deshalb reden wir erstmal mit jedem“, sagt er. „Auch mit den angeblichen Schmuddelkindern.“ Der Landesvorsitzende von Baden-Württemberg sieht die Aufgabe der Jungen Alternative darin, Nachwuchs für die AfD aufzubauen und Bündnisse mit anderen Parteien zu ermöglichen. Im Südwesten streitet die CDU derzeit darüber, ob es nach der Landtagswahl 2016 eine Koalition mit der AfD geben könnte. Der CDU-Fraktionsvorsitzende in Stuttgart Peter Hauk schloss ein schwarz-blaues Bündnis nicht aus. Die Junge Alternative ist schon einen Schritt weiter. „Wir sind seit einigen Monaten im Dialog mit der Jungen Union in Baden-Württemberg“, berichtet Markus Frohnmaier. Informelle Treffen hätten stattgefunden. „Dabei haben wir festgestellt, dass wir viele Gemeinsamkeiten haben“, sagt Frohnmaier.

„Privilegierte Männer zwischen 20 und 30“
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5 Kommentare zu "Junge Alternative: Die Möchtegern-Rebellen"

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  • Was ist gegen eine rechte Partei einzuwenden, solange sie nicht radikal ist und es keine Nazis sind?

    Es ist sicher ein Geheimnis der Medien das sie nur nach rechts und nicht mit gleicher Aufmerksamkeit nach links zu den SED Kommunisten und anderen Sekten am linken Rand, die keine Gelegenheit auslassen, im Versuch Deutschland zu vernichten und zu bevormunden.

    Die AfD ist eventuell eine rechts gerichtete Partei aber sicher nicht radikal (bis her) und eine mehr fürs Inland und nicht nur dem Ausland zu gefallenden Partei haben wir dringend nötig. Das muß und darf aber keine Abschottung gegenüber dem Ausland und der EU sein, sondern im Einvernehmen.

    Wenn die anderen Parteien der Meinung sind das die EU-Wahl einen Rechtsruck ergeben hat sollten sie erst in ihren eigenen Reihen und Handeln nach dem WARUM und welche auch persönlichen Fehler gemacht worden sind, denn dadurch ist diese Situation, wie sie ist, erst entstanden.

  • @whoknows

    Sie müssen das verstehen, alles was mit AfD zu tun hat bringt clicks und lässt die Kasse bei HB-online klingeln.

    Als click-Bringer ist diese neue Partei einfach Bestandteil des HB-Geschäftsmodell. Deshalb keinen Tag ohne AfD.

  • Man sollte auf diese medialen Störfeuer gar nicht reagieren.

    Don't feed the Troll wäre hier angesagt.

  • "Sie sind rückwärtsgewandt und stramm rechts"

    Das könnte auch direkt aus der Feder des Neuen Deutschlands von 1989 kommen. Kein Unterschied.

    Das sich das einstmals ehrwürdige Handelsblatt zu so einer piefigen Diffamierungskampagne hergibt ist bezeichnend und traurig.

    Aber ob der Leser für diese "Unterweisungen" auch Geld bezahlen möchte?

  • Ich bin schon etwas älter und finde es sehr gut was die junge Alternative macht. Das ist keineswegs rückwärtsgewandt, das ist die Zukunft für Deutschland. Haben leider noch nicht alle erkannt, aber das kommt schon noch. Die AfD ist Deutschlands letzte Möglichkeit.

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