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Junge Alternative Die Möchtegern-Rebellen

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„Privilegierte Männer zwischen 20 und 30“

Zuletzt verband die beiden Jugendorganisationen der Kampf gegen den Bildungsplan der baden-württembergischen Landesregierung. Nach dem Willen von Grün-Rot sollten Homo- und Transsexualität stärker im Schulunterricht thematisiert werden. Der Bildungsplan ist inzwischen abgeschwächt, die Zusammenarbeit zwischen JA und JU soll dagegen nach Angaben von Markus Frohnmaier fortgesetzt werden. Eine Anfrage an die Junge Union Baden-Württemberg, ob sie die Treffen bestätigen kann, blieb allerdings unbeantwortet.

Markus Frohnmaier war Mitglied der CDU, bevor er der Alternative für Deutschland beitrat. Er unterzeichnete die Erklärung des Berliner Kreises, der sich für ein stärkeres konservatives Profil der Union einsetzte. „Aber ich hatte den Eindruck, dass die CDU sich nicht verändern will“, sagt er. Heute setzt sich der Jura-Student aus Tübingen dafür ein, dass das Mindeststrafbarkeitsalter von 14 auf 12 Jahre gesenkt wird, er fordert ein Ende der „Kuschelpädagogik“ in der Justiz und eine Abkehr von der „egalisierenden Einheitsschule“.

„In einem bestimmten Milieu gibt es großes Potential für die Junge Alternative“, sagt der Soziologe Andreas Kemper. „Die Forderungen sind zum Teil deckungsgleich mit dem, was Thilo Sarrazin geschrieben hat.“ Es handele sich bei den Mitgliedern der JA, so Kemper, vornehmlich um privilegierte Männer zwischen 20 und 30, meistens mit einem Studium der Rechts- oder Wirtschaftswissenschaft. Sie verbinde die Angst vor wirtschaftlichem Abstieg, vor gesellschaftlicher Überfremdung.

Philipp Ritz arbeitet als Manager bei einem Pharma-Konzern. Auch er entstammt einem bürgerlichem Milieu, die Mutter ist Apothekerin, der Vater Ingenieur. Er hat Betriebswirtschaft studiert und lebt heute in der Nähe von Bonn. Vor der AfD hat sich Ritz bei der Jungen Union und der FDP engagiert. „Aber immer nur auf kommunaler Ebene“, betont er. Zuletzt hatte er in die FDP viel Hoffnung gesteckt, dachte, sie könnte wirtschaftspolitisch etwas bewegen. „Es wurde fast nichts von dem umgesetzt, was 2009 im Wahlprogramm stand“, sagt er. Deshalb ist er der AfD noch am gleichen Tag beigetreten, als die Website online ging. Etwa ein Jahr später wurde er Chef der Jungen Alternative. Parteifreunde beschreiben ihn als Macher, als Parteimanager. „Ritz ist kein Ideologe“, sagt einer. 

„Wir sind bürgerliche Rebellen“

 Im April, Philipp Ritz war zwei Monate neuer JA-Vorsitzender, gelang der AfD-Jugend der erste Coup. Sie lud den Briten Nigel Farage, Vorsitzender der europafeindlichen Ukip, zu einer Abendveranstaltung nach Köln ein. Es entstand ein Widerspruch, den viele Medien aufgriffen: Die Parteiführung der AfD hatte kurz zuvor ausgeschlossen, mit der Ukip im Europäischen Parlament zu kooperieren, die Junge Alternative empfing den Ukip-Chef und tauschte sich mit ihm aus.

„Als JA-Vorsitzender kann ich im Moment sehr viel bewegen“
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5 Kommentare zu "Junge Alternative: Die Möchtegern-Rebellen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Was ist gegen eine rechte Partei einzuwenden, solange sie nicht radikal ist und es keine Nazis sind?

    Es ist sicher ein Geheimnis der Medien das sie nur nach rechts und nicht mit gleicher Aufmerksamkeit nach links zu den SED Kommunisten und anderen Sekten am linken Rand, die keine Gelegenheit auslassen, im Versuch Deutschland zu vernichten und zu bevormunden.

    Die AfD ist eventuell eine rechts gerichtete Partei aber sicher nicht radikal (bis her) und eine mehr fürs Inland und nicht nur dem Ausland zu gefallenden Partei haben wir dringend nötig. Das muß und darf aber keine Abschottung gegenüber dem Ausland und der EU sein, sondern im Einvernehmen.

    Wenn die anderen Parteien der Meinung sind das die EU-Wahl einen Rechtsruck ergeben hat sollten sie erst in ihren eigenen Reihen und Handeln nach dem WARUM und welche auch persönlichen Fehler gemacht worden sind, denn dadurch ist diese Situation, wie sie ist, erst entstanden.

  • @whoknows

    Sie müssen das verstehen, alles was mit AfD zu tun hat bringt clicks und lässt die Kasse bei HB-online klingeln.

    Als click-Bringer ist diese neue Partei einfach Bestandteil des HB-Geschäftsmodell. Deshalb keinen Tag ohne AfD.

  • Man sollte auf diese medialen Störfeuer gar nicht reagieren.

    Don't feed the Troll wäre hier angesagt.

  • "Sie sind rückwärtsgewandt und stramm rechts"

    Das könnte auch direkt aus der Feder des Neuen Deutschlands von 1989 kommen. Kein Unterschied.

    Das sich das einstmals ehrwürdige Handelsblatt zu so einer piefigen Diffamierungskampagne hergibt ist bezeichnend und traurig.

    Aber ob der Leser für diese "Unterweisungen" auch Geld bezahlen möchte?

  • Ich bin schon etwas älter und finde es sehr gut was die junge Alternative macht. Das ist keineswegs rückwärtsgewandt, das ist die Zukunft für Deutschland. Haben leider noch nicht alle erkannt, aber das kommt schon noch. Die AfD ist Deutschlands letzte Möglichkeit.

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