Kabinettsbeschluss Rentenbeiträge sollen 2012 sinken

Arbeitnehmer und Unternehmen können sich auf etwas niedrigere Beiträge zur Sozialversicherung im kommenden Jahr freuen. Den Weg dafür hat heute das Bundeskabinett geebnet. Gute Nachrichten gibt es auch für die Rentner.
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Miniatur-Figuren zweier Rentner sitzen auf Münzen. Quelle: dpa

Miniatur-Figuren zweier Rentner sitzen auf Münzen.

(Foto: dpa)

BerlinZu Beginn des nächsten Jahres sinken die Rentenbeitragssätze von 19,9 auf 19,6 Prozent. Dies beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin. Arbeitnehmer und Arbeitgeber können damit im nächsten Jahr auf eine Entlastung von jeweils 1,3 Milliarden Euro hoffen. Zudem stehen die Zeichen für eine merkliche Rentensteigerung 2012 nach Einschätzung des Arbeitsministeriums gut. „Die Rentenversicherung ist demografie- und zukunftsfest, die Rentenfinanzen sind stabil“, betonte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Mittwoch in Berlin.

Grund für die Beitragssenkung ist die gute Entwicklung der Rentenversicherung. Berechnungen zufolge wird die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage zum Ende des Jahres 2011 voraussichtlich fast 1,4 Monatsausgaben betragen. Sobald sich in der Rentenkasse mehr als 1,5 Monatsausgaben – etwa 26 Milliarden Euro – an Rücklagen ansammeln, muss der Beitragssatz gesenkt werden.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die von der Bundesregierung geplante Absenkung des Rentenbeitrags kritisiert. „So erfreulich die Entwicklung der Rentenfinanzen auch ist, so unsinnig wäre ein Auf und Ab beim Rentenbeitrag“, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch in Berlin. Wenn der Beitragssatz wie im Rentenbericht der Regierung vorgesehen bis 2014 auf 19,0 Prozent abgesenkt wird, müsste er schon wenige Jahre später wieder um 0,9 Prozentpunkte angehoben werden.

Innerhalb von sieben Jahren müsste er sogar um etwa zwei Prozentpunkte steigen. Solche Beitragssprünge lehnen wir ausdrücklich ab, weil davon faktisch nur die Arbeitgeber profitieren würden. Die Arbeitnehmer hingegen müssten fürchten, dass ihre Rentenleistungen noch weiter gesenkt werden, weil eine solch drastische Beitragsanhebung politisch schwer umzusetzen ist. Außerdem würde die starke Beitragssatzsenkung die finanziellen Spielräume zur Vermeidung von Altersarmut zunichte machen. „Wir fordern die Koalition auf, den willkürlichen Beitragssenkungsmechanismus abzuschaffen und bei einem stabilen Rentenbeitrag zu bleiben“, sagte Buntenbach.

Der am Mittwoch vom Bundeskabinett gebilligte Rentenbericht sieht vor, dass der Rentenbeitrag zum Jahreswechsel von derzeit 19,9 Prozent auf 19,6 Prozent sinkt. Für das kommende Jahr werde zudem eine „merkliche Rentensteigerung“ erwartet, erklärte das Arbeitsministerium.

  • dapd
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21 Kommentare zu "Kabinettsbeschluss: Rentenbeiträge sollen 2012 sinken"

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    Geplant ist laut Merkel die Rentenbeiträge bis 2014
    auf 19% abzusenken . Das ist schrittweise 0,9% Entlastung.

    Da aber jetzt eine Rezession künstlich herbeigeredet wird durch die Politik u. Medien wird diese auch eintreten .
    Somit wird die Rentenkasse durch die Kurzarbeit ins Minus
    fallen .

    Die Arbeitgeber verabschieden sich schrittweise aus der
    Rentenversicherung .

    Der Trick ist , daß die Arbeitnehmer dann den vollen Rentenbeitrag zahlen müssen u. die Arbeitgeber sich an der Beitragserhöhung nicht mehr beteiligen ( siehe
    Krankenversicherung )

    Der DGB u.Gewerkschaften haben wieder einmal verloren !

  • Merkel hat den Wahlkamp eröffnet, mehr nicht
    Wir werden diese Kommunistin noch lange haben

  • Die Rente mit 67 ist de facto eine Rentenkürzung und zwar um ca. 7%

  • Das stimmt so nicht.
    Es wird ein unglaublich hoher Anteil unserer Rentenbeiträge zweckentfremdet.
    Das was der Staat derzeit jährlich in die Renenkasse tut und das auch immer laut verkündet, nach dem Mott "seht her, wir zahlen Euch"
    ist nichts weiter als Rückzahlung für gestohlenes Geld.
    Kohl hat die Einheit mit der Rentenkasse finanziert. Es bekeommen Millionen Rentner aus der Rentenvers. Rente obwohl sie nie eingeazhlt haben. U. a. auch die gesamten Russlandaussiedler
    Also schön langsam mit dem Begriff "der Staat muß ja reinlegen"
    Nein, es wird Zeit, dass die Detuschen sich endlich mal für all diese Dinge interessieren und dass wir den Politikern den Zugriff auf usnre Abgaben entziehen. Das betrifft nämlich auch die Krankenkassenbeiträge

  • Eine Rente mit 67 muss auch die Chance auf Arbeit bis 67 haben und genau dem ist eben nicht so. Und damit ist es eine Rentenkürzung und daraus resultiert das "Geschrei" und daher auch begründet.
    Zahlen (leider 2005) aus dem BfFSFuJ:
    2% der erwerbstätigen Frauen, 4% der erwerbstätigen Männer sind älter als 64.
    2007 war ca. jede/r Zweite/r in der Altersgruppe von 55 bis 64 erwerbstätig

    Vielleicht ist es auch der zu späte Eintritt in das Berufsleben.

    Eine Lösung könnte auch die Summe der Arbeitsjahre sein und nicht das Endalter. So mal ins Unreine: nach 30, 35, 38 oder 40 Arbeitsjahren wird die Regelrente festgelegt und dann gibt es eben Ab-/Zuschläge.

    Wer heute früher als mit dem Regelrentenalter in Rente geht, bekommt Abschläge und hat Grenzen im Hinzuverdienst.

    Heißes Eisen, will keiner dauerhaft was machen. das sind eben die Ergebnisse, wenn zu spät gehandelt wird.

    Wenn die Hütte brennt, muss schnell gelöscht werden. Nur:
    1. gilt es zu erkennen, das die Hütte brennt
    2. muss es allen gesagt werden
    3. muss gemeinsam gelöscht werden

    Und oft sind es Schwelbrände! Die Feuerwehr wird alle 4 bis 5 Jahre neu "gewählt". Links rum, rechts rum, vorwärts, rückwärts, nach oben, nach unten, schneller, langsamer ...

    Wasser marsch!

  • Aha, die Wahlen rücken wieder immer näher. Je lauter das Geschrei nach Beitragssenkungen wird, um so sicherer ist, dass genau das Gegenteil passiert - stimmts Frau Merkel und Herr Westerwelle ?

  • Ich verstehe das Geschäwtz und Geschrei wegen der Erhöhung des Renteneintrittsalters nicht.

    Im Gegensatz zu unseren Eltern und Großeltern leben wir nicht nur 20 Jahre länger, wir leben auch gesünder und sind im Alter fitter.

    Wieso dann nicht auch 2 Jahre länger arbeiten? Seid ihr alle so faul?

  • Supi, dann hat meine Frau 4,95 €uro mehr im Monat! Und 1,65 €uro weniger durch erhöhten Beitrag zur Pflegeversicherung. Bleiben also 3,30 €uro im Monat.
    Tschja, da können wir ja so richtige Sprünge machen.
    Besser als nichts? Nichts wäre besser, denn...
    - die Gesamtsumme als Rücklage für spätere Zeiten nehmen
    oder
    - Schulden zurück zahlen
    In der Summe geht es immerhin um ca. 2.000.000.000 €uro. Die Zinsersparnis läge um die 36.000.000 €uro (Aber wer rechnet noch in Millionen?)

    Das lässt das Gesetz nicht zu? Und wer macht die Gesetze?

  • Das ist nicht die Beitragszahler- Rente, die finanziert wird, sondern der Ausgleich* für POLITISCH gewolte Leistungen, die man der (nur!) gesetzlichen Rentenversicherung aufs Auge gedrückt hat.
    *) Sozialvereine fordern schon lange eine Trennung, da die Staatsknete nicht dazu ausreicht und der gestzl. Versicherte vermutl. draufzahlt!

  • Soweit so gut. Leider steht dem die Tatsache entgegen, dass schon heute ein unglaublich hoher Anteil unserer Renten aus dem Staatshaushalt finnaziert werden müssen.

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