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Statements von Wissenschaftlern zu Klimaprotesten

Die Protest-Organisatoren Luisa Neubauer und Jakob Blasel mit Karen Helen Wiltshire, stellvertretende Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung und Eckart von Hirschhausen, Arzt und Wissenschaftsjournalist (von links).

(Foto: dpa)

Kampf gegen die Erderwärmung Schülerproteste für mehr Klimaschutz bekommen Unterstützung aus der Wissenschaft

Die Politik diskutiert bisher vor allem, wie legitim Demonstrationen während der Schulzeit ist. Wissenschaftler sagen aber: Die Schüler haben gute Argumente.
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BerlinEs war ein einsamer Protest, der am 20. August 2018 in Stockholm begann. Die 16-jährige Greta Thunberg setzte sich zum ersten Mal mit ihrem „Schulstreik fürs Klima“-Schild vor das schwedische Parlament und forderte die Politiker auf, mehr für den Klimaschutz zu tun.

Aus dieser Initiative ist inzwischen eine Bewegung geworden. Tausende Schüler und Studenten weltweit fordern seit Monaten unter dem Motto „Fridays for Future“ mehr Engagement beim Kampf gegen die Erderwärmung.

In Deutschland bekommen die jungen Demonstranten nun Unterstützung aus der Wissenschaft. Am Freitag soll den Aktivisten eine Liste der unterstützenden Forscher übergeben werden. Mehr als 12.000 Wissenschaftler hätten eine entsprechende Stellungnahme bereits unterzeichnet, heißt es auf der Website scientists4future.org.

Auch der international renommierte Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber lobte die Proteste der Schüler schon jetzt als wichtiges Hoffnungszeichen für die Zukunft.

„Wir sind die Profis und sagen: Die junge Generation hat Recht“, sagte Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin.

Er reagierte damit auf eine Äußerung von FDP-Chef Christian Lindner, der mit den Worten „das ist eine Sache für Profis“, die freitäglichen Schüler-Demos für Klimaschutz kritisiert hatte. Statt zu demonstrieren und Stunden zu verpassen, sollten die Schüler lieber in den Unterricht gehen und sich über physikalische und naturwissenschaftliche sowie technische und wirtschaftliche Zusammenhänge informieren, so Lindner.

Er finde politisches Engagement von Schülerinnen und Schülern toll, hatte Lindner bei Twitter geschrieben. Von Kindern und Jugendlichen könne man aber nicht erwarten, dass sie bereits alle globalen Zusammenhänge, das technisch Sinnvolle und das ökonomisch Machbare sähen.

An diesem Freitag wollen die Organisatoren von „Fridays for Future“ die bislang größte globale Freitags-Kundgebung auf die Beine stellen. In Deutschland sind Demonstrationen in voraussichtlich mehr als 150 Städten geplant, heißt es auf der Website der Bewegung.

„Gemeinsam fordern wir von den Regierungen unserer Länder und der internationalen Staatengemeinschaft, unsere Zukunft nicht weiter kurzfristigen Interessen zu opfern“, heißt es in ihrem Streikaufruf. Lange seien in Deutschland die Treibhausgasemissionen gefallen, jetzt stiegen sie wieder an. „Dies ist vor allem dem Bereich Verkehr zu schulden, in dem die Emissionen seit Jahren kontinuierlich ansteigen.“

Das sei untragbar. „Wir fordern, dass die Bundesregierung unverzüglich weitgreifende Maßnahmen unternimmt, um die Verkehrswende einzuleiten.“

Die Grünen wollen die Proteste in dieser Woche zu einem Thema im Bundestag machen und von der Bundesregierung wissen, wie sie zu den Demonstrationen steht. Das „leidenschaftliche Engagement junger Menschen für ihre Zukunft“ halten sie nicht für Kinderkram, sondern für einen Weckruf für die Bundesregierung.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte das Engagement der Schüler gelobt, ebenso Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Bildungsministerin Anja Karlicek und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (beide CDU) verwiesen indes auf die Schulpflicht, ebenso der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

„Wir werden die Leidtragenden des Klimawandels sein“, sagt die Fridays-For-Future-Bewegung. Noch könne man handeln. Doch die Politiker unternähmen nichts, um die Klimakrise abzuwenden.

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