Kampf gegen IS-Miliz Deutsche Tornados nachts nicht einsetzbar

Beim Kampf gegen die IS in Syrien und im Irak kann die Bundeswehr ihre Tornados nicht nachts zu Aufklärungsflügen einsetzen. Wegen der Aufrüstung mit neuer Soft- und Hardware reflektiere die Cockpit-Beleuchtung zu stark.
Update: 19.01.2016 - 02:10 Uhr
Ein Bundeswehr-Aufklärungsflugzeug. Quelle: dpa
Tornado

Ein Bundeswehr-Aufklärungsflugzeug.

(Foto: dpa)

BerlinDie Bundeswehr kann ihre Tornados einem Zeitungsbericht zufolge nachts nicht zu Aufklärungsflügen gegen die Islamisten-Miliz IS in Syrien und im Irak einsetzen. Grund dafür sei die jüngste Aufrüstung der Flieger mit neuer Soft- und Hardware (ASSTA-3), berichtet „Bild“ unter Berufung auf einen Sprecher der Luftwaffe. Dadurch reflektiere die Cockpit-Beleuchtung der Tornados so stark, dass ein Kampfeinsatz bei Nacht nicht möglich sei.

Es werde an einer „zeitnahen Zwischenlösung“ gearbeitet. Bis Ende des Jahres hoffe die Luftwaffe, die Probleme grundsätzlich beheben zu können. Der Einsatz sei durch die Nachtflug-Probleme aber nicht gefährdet. Die Aufklärungsergebnisse seien bei Tag ohnehin besser.

Auf dem Weg in den Krieg
Auf dem Weg in den Krieg
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Am Donnerstag starten die ersten Tornado-Aufklärungsflugzeuge der Bundeswehr in Richtung eines Militärstützpunkts in der Türkei. Von dort sollen die Flugzeuge ab Januar die Luftangriffe gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ unterstützen.

Heikle Mission
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Der Einsatz in Syrien gilt als eine der heikelsten Missionen in der Geschichte der Bundeswehr. „Der Einsatz ist sicherlich gefährlich“, sagte Geschwader-Kommodore Michael Krah im Vorfeld des Starts. Der deutsche Beitrag bringe der Koalition gegen den IS aber einen Mehrwert. Denn: „Aufklärung kann man nicht genug haben.“

In die Jahre gekommen
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Hinzu kommt, dass die Flugzeuge mittlerweile in die Jahre gekommen sind. Die ersten wurden bereits 1981 an die Bundeswehr ausgeliefert. Und wer immer dieses Flugzeugmuster fliegt – ob Deutschland, Großbritannien oder auch Italien – alle Länder arbeiten an einer Ablösung der Flugzeuge.

Modernste Technologie
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Doch auch wenn der Flieger schon viele Jahre auf dem Buckel hat, in seinem Innern beherbergt er modernste Technologie, die in den vergangenen Jahren nachgerüstet wurde. Das gilt vor allem für die sogenannten Recce-Tornados. Recce steht für den angelsächsischen Begriff „reconnaissance“ und bedeutet „Aufklärung“. Ein Teil der eigentlich für Luftangriffe konzipierten Tornado-Jets der Bundeswehr sind mit dieser Technologie ausgestattet.

Enorme Reichweite
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Dass die Bundeswehr recht betagte Flugzeuge mit dieser modernen Aufklärungstechnologie ausgestattet hat, hat einen Grund. Die Tornados zeichnen sich durch eine große Reichweite aus, ideal für Aufklärungsflüge. Sie können je nach Ausstattung bis zu 3.900 Kilometer weit fliegen.

Knapp über dem Boden
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Und sie haben einen weiteren Vorteil. Die moderne Steuerungstechnik „Fly-By-Wire“ erlaubt es den Flugzeugen, den Boden in einer Höhe von nur 60 Metern zu überfliegen – bei Tag und bei Nacht. Übernimmt der Pilot das Ruder selbst, kann er die Maschine sogar auf bis zu 30 Meter über Grund drücken.

Noch 80 in Betrieb
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Die Bundeswehr besaß einst rund 360 der zweisitzigen Kampfflugzeuge. Heute sind bei der Luftwaffe noch gut 80 in Betrieb. Eingesetzt wurden die Aufklärer etwa während des Balkankonflikts, in Afghanistan aber auch bei Hochwasser-Katastrophen in der Heimat.

Seit Anfang des Jahres beteiligt sich die Bundeswehr mit Aufklärungsflügen über Syrien und dem Irak am Kampf gegen die IS-Milz. Damit erfüllt Deutschland seine Hilfszusage an Frankreich nach den Pariser Anschlägen, bei denen Mitte November 130 Menschen getötet wurden. Außerdem versorgt ein ebenfalls am türkischen Stützpunkt Incirlik stationiertes deutsches Tankflugzeug bereits seit Dezember Kampfjets der internationalen Koalition mit Treibstoff. Der französische Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ erhält im Persischen Golf Geleitschutz von einer deutschen Fregatte. Bereits seit einem Jahr bilden Bundeswehr-Soldaten im Nordirak kurdische Peschmerga-Kämpfer für den Einsatz gegen die Islamisten aus.

  • rtr
  • afp
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