Kampf gegen Klimawandel Umweltministerin Hendricks will Kohlekraftwerke stilllegen

Umweltministerin Barbara Hendricks hat angekündigt, im Kampf gegen den Klimawandel auch Kohlekraftwerke stilllegen zu wollen. Dabei soll die wirtschaftliche Lage der Energieversorger berücksichtigt werden.
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Steinkohle- und besonders Braunkohlekraftwerke laufen trotz stark gesunkener Strompreise derzeit besonders lange, da sie im Vergleich zu teureren Gaskraftwerken noch konkurrenzfähiger sind. Quelle: dpa

Steinkohle- und besonders Braunkohlekraftwerke laufen trotz stark gesunkener Strompreise derzeit besonders lange, da sie im Vergleich zu teureren Gaskraftwerken noch konkurrenzfähiger sind.

(Foto: dpa)

BerlinIm Kampf gegen den Klimawandel will die Bundesregierung auch Kohlekraftwerke stilllegen. „Es wird wohl nicht anders gehen, als dass wir auch Kohlekraftwerk-Kapazitäten abbauen“, sagte Umweltministerin Barbara Hendricks am Montag in Berlin.

Dabei werde man aber die schwierige wirtschaftliche Lage der Energieversorger ebenso im Auge haben wie die Arbeitsplätze dort. Ob die Regierung die Abschaltung von Anlagen mit einer Form der Entschädigung oder durch neue Vorschriften etwa für den Schadstoffausstoß durchsetzen will, ließ die SPD-Politikerin offen. Sie wolle dem Beschluss des Kabinetts im Dezember nicht vorgreifen.

Die Regierung will ihr Ziel erreichen, bis 2020 den Ausstoß von Kohlendioxid(CO2) um 40 Prozent gegenüber 1990 zu kürzen. Derzeit läuft es auf etwa 33 Prozent hinaus, es klafft also eine Lücke. Um diese zu schließen, soll ein „Aktionsprogramm Klimaschutz“ beschlossen werden. Neben der Stromproduktion werde ein weiterer Schwerpunkt auf der Gebäudesanierung liegen, sagte Hendricks. Hier ist nach Angaben aus Regierungskreisen auch eine steuerliche Förderung im Gespräch.

Steinkohle- und besonders Braunkohlekraftwerke laufen trotz stark gesunkener Strompreise derzeit besonders lange, da sie im Vergleich zu teureren Gaskraftwerken noch konkurrenzfähiger sind. Steigende Strommengen werden dabei exportiert. Dies hat dazu geführt, dass der CO2-Ausstoß trotz des Ausbaus erneuerbarer Energien in den vergangenen Jahren wieder gestiegen ist und Deutschland sein selbst gestecktes 40-Prozent-Ziel zu verfehlen droht.

Regierungsunterlagen zufolge, die Reuters vorliegen, soll gut die Hälfte der Klimaschutz-Lücke im Energiesektor eingespart werden. Es folgen der Gebäudesektor sowie die Industrie, wo aber vergleichsweise geringe Potenziale gesehen werden.

Die Lücke könnte den Unterlagen zufolge auch etwas kleiner ausfallen, sollte das Wirtschaftswachstum nachlassen. Dann gehe es um fünf statt sieben Prozentpunkte, die aufgeholt werden müssten, heißt es. Die Regierung hatte kürzlich ihre Prognosen für dieses und nächstes Jahr auf 1,2 beziehungsweise 1,3 Prozent gesenkt.

Angesichts der anstehenden Welt-Klimakonferenz Ende des Jahres in Peru will Deutschland nachweisen, dass es seine Ziele erreicht. Im kommenden Jahr wird zudem von der Weltgemeinschaft ein Klimavertrag angestrebt, der die Erderwärmung auf rund zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit begrenzen soll. Die Auswirkungen dieses Temperaturanstiegs gelten als gerade noch beherrschbar.

  • rtr
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14 Kommentare zu "Kampf gegen Klimawandel: Umweltministerin Hendricks will Kohlekraftwerke stilllegen"

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  • Problem für dieses Vorhaben stellen die ganzen Kraftwerke dar, die von der Industrie für die Eigenversorgung angelegt wurden. Diese Stromproduktion war ja vom EEG ausgenommen, keine Umlage für Erneuerbare usw. Genauso wie vor kurzem, wo es um die Ausnahmeregelungen für die energieintensive Industrie und eben diese Eigenversorgung ging, steht die Regierung nun erneut vor einem abrupten Richtungswechsel. Da stehen Mrd. Investitionen auf dem Spiel, die allein auf politischen Zusagen getätigt wurden. Das wird wieder zu harten Diskussionen führen, höhere Normen könnten schnell den Sinn der eigentlich geschäftsfernen Investitionen zu Nichte machen. Totes Kapital, verminderte Konkurrenzfähigkeit.

  • Dann ist es ja bald soweit, daß nichts mehr geht in Deutschland - und die Abwanderung sich weiter beschleunigt.

    Wenn nicht bald neue KKW errichtet werden, wird das Land entindustrialisiert - endgültig.

  • Erst die Kernkraft, dann die Kohle und dann das Gas....die Grün-Sozialisten vernichten Stück für Stück den industriebasierenden Wohlstand in Deutschland. Und die Mutti-Merkel schaut zu und findet seit jeher Gefallen daran, wie Grün-Sozialisten unser Land zu Grunde richten.

  • Statt dessen Tritt unsere Frau Umweltministerin dann eben in die Pedale.

    Die Gleiche Konsequenz des "Schalten wir ab" sollten wir einfach mal auf Parlamente und Regierungen allgemein anwenden.

    "Kostet nur viel Geld und es kommt nur Unsinn raus ==> ausschalten, deaktivieren, fertig."

    Kohle macht Dreck, also ausschalten, wer braucht schon den Strom, ich verstehe das vollkommen.

  • @ Jörg Pitschke „Naja da habe ich eine andere Auffassung..“

    Dann schießen Sie mal los, welche Wirkungsgrade möchten Sie mit welcher Technik erreichen?

    „.....Schwermetallen (Cd + Sb + Pb)“

    Ähnlich wie bei der Produktion von Sonnenplatten aber das ist ja sauberer Müll, weil grün.

    Was den Ausstieg betrifft, die Schweizer haben ein Konzept und denken weiter darüber nach. Belgien wird die Energie aus F beziehen.

    „Kuba,Östereich, und die Philippinen haben die Anlagen nie in Betrieb genommen.“

    Ja, das sind ausgesprochene Industrieländer, die unbedingt eine stabile Grundlast benötigen.

    „Also bitte nicht die Tatsachen verdrehen....“

    Welche „Tatsachen“ habe ich verdreht? Sie sollten nicht soviel in den einschlägig bekannten Kampfblättern der „Ökos“ lesen. Es geht hier um den Erhalt eines Industriestandortes und nicht um die Durchsetzung einer Ideologie, die bisher nur Schaden angerichtet hat.

  • @ Herr Muche
    Sie finden 50% Effizienz toll - Naja da habe ich eine andere Auffassung... und was halten Sie von den vielen Schönen Schwermetallen (Cd + Sb + Pb) welche aus der Esse kommen.... die sind sicher auch ganz toll.
    Mir scheint das Sie etwas einseitig und kurzfristig denken.
    Beim Atomausstieg stehen wir nicht so allein wie Sie das darstellen: Belgien, Deutschland, Schweiz, Spanien steigen aus, Italien ist ausgestiegen, Kuba,Östereich, und die Philippinen haben die Anlagen nie in Betrieb genommen. Dazu kommen noch 6 Länder welche keinen Zubau an AKW mehr machen wollen (Mexico, Niederlande, Schweden, Südafrika, Ungarn, Slowenien).
    Also bitte nicht die Tatsachen verdrehen....

  • Die werte Umweltministerin möchte mehr Gaskraftwerke. Ihre Kollegen sind gerade dabei die Beziehungen zum Hauptlieferanten nachhaltig zu beschädigen. Um diese in irgendeiner Form konkurrenzfähig zu machen sollen die Preise für Kohlestrom drastisch erhöht werden. Keine Aussage war zum Bau der benötigten Speicher zu hören. Typisch deutsche Politik : die wirklichen Probleme werden geleugnet, wer diese anspricht, der wird in irgendeine Ecke gestellt. Es ist langfristig richtig auf fossile Brennstoffe zu verzichten, aber der Weg der bis jetzt eingeschlagen wurde ist schlichtweg falsch und teuer. Und es wird nicht richtiger oder billiger wenn "weiter so" das Motto sein soll.

  • @Margrit Steer

    Die Anmerkung verstehe ich nicht. Wann sollen sich Politiker denn bewegt haben? Die liegen doch schon still.

    Versuchen Sie sich doch einmal mit Politikern geistig zu duellieren. Das dürfen Sie schon gar nicht, weil sie völlig unbewaffnet daher kommen.

    Und jetzt auch noch "stilllegen"? Das ist ja so, als wollte sie einem Schwein das Grunzen beibringen wollten. Was schon ist, braucht man nicht zu fordern.

  • Es wurde auch Zeit das jemand in der Regierung mal auf diesen nahe liegenden Gedanken kommt - die alten lange lange abgeschriebenen Braunkohle Dreckschleudern abzuschalten.
    Das Geld welches hierfür ausgegeben werden muss um die Menschen in der Region wieder in Lohn und Brot zu bringen kann locker mehrfach an Reurbanisierungkosten eingespart werden - die Gegenden um die Braunkohletagebaue sehen ja aus wie Mondlandschaften.
    Außerdem sind mit dem Rückbau und der Urbanisierung auch recht viele Menschen gut beschäftigt.

  • @ G. Nampf „Aber wenn der Klimawandel wirklich kommt,....“

    Der ist längst da, seit Millionen Jahren treibt er sein Unwesen auf dieser Erde und ist ganz bestimmt nicht von der albernen Spezies Mensch aufzuhalten. Wer „den Klimawandel“ aufhalten will, muß die Sonne abschalten, wollen Sie das?

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