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Kampf in Syrien Moderate Rebellen erobern IS-Territorium

Der Rebellengruppierung Demokratischen Kräfte Syriens gelingt es, Boden vom IS zurückzuerobern. Doch die Extremisten bleiben an anderer Front stark. Tausende erhalten zudem freies Geleit aus den Vororten von Damaskus.
24.12.2015 - 18:04 Uhr
Ein kurdischer Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten YPG posiert mit einem Gewehr für ein Foto: Die Gruppierung ist Teil der Demokratischen Kräfte Syriens, auch bekannt unter ihrem Kürzel SDF. Quelle: dpa
Kurdischer Kämpfer

Ein kurdischer Kämpfer der Volksverteidigungseinheiten YPG posiert mit einem Gewehr für ein Foto: Die Gruppierung ist Teil der Demokratischen Kräfte Syriens, auch bekannt unter ihrem Kürzel SDF.

(Foto: dpa)

Beirut Ein von den USA unterstütztes Rebellenbündnis hat der Terrormiliz Islamischer Staat im Norden Syriens weiter Territorium abgerungen. Die aus kurdischen, arabischen und christlichen Kämpfern bestehenden Demokratischen Kräfte Syriens hätten sich nach Beginn ihrer Offensive südlich von Kobane am Donnerstag zwölf Kilometer weiter Richtung Süden vorgearbeitet, sagte Sprecher Talal Sillu. Ihr Ziel rücke damit immer näher: der Tischrin-Damm am Euphrat, der große Teile Nordsyriens mit Strom versorgt.

Die Demokratischen Kräfte Syriens, auch bekannt unter ihrem Kürzel SDF, gelten als eine der effektivsten Rebellengruppen im syrischen Bürgerkrieg. Ihnen gehören unter anderem die kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG an.

„Die Lage am Boden ist ausgezeichnet“, sagte Sprecher Sillu. Neben dem Vormarsch auf den Damm versuchten die Rebellen auch die Versorgungsrouten des IS von seiner De-facto-Hauptstadt Rakka in die Hochburg Mandschib abzuschneiden. Auch dabei seien seit Mittwoch mehrere Dörfer erobert und mindestens 14 IS-Kämpfer getötet worden. Auch die Syrische Beobachtungsstelle meldete einen Vorstoß der SDF mit Unterstützung von Luftangriffen des von den USA angeführten Militärbündnisses.

Im Osten Syrien gewann der IS hingegen Gelände dazu. Die IS-nahe Nachrichtenagentur Amak meldete am Donnerstag, IS-Kämpfer hätten am Vortag mit drei aufeinander folgenden Selbstmordanschlägen Armeeposten in Dair as-Saur angegriffen und ein bisher noch von der Regierung kontrolliertes Industriegebiet nach heftigen Kämpfen erobert. 38 Soldaten seien getötet worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Einnahme des Bezirks durch den IS und berichtete von mindestens 26 toten Soldaten. Dair as-Saur ist bereits weitgehend in der Hand des IS. Syrische Regierungstruppen haben aber noch einige andere Bezirke sowie den Flughafen am Stadtrand unter ihrer Kontrolle.

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    Die Beobachtungsstelle meldete am Donnerstag auch ein neues Waffenruheabkommen, mit dem IS-Kämpfer sicheres Geleit aus dem Damaszener Vorort Kadam, dem nahe gelegenen Viertel Hadschar Aswad und dem palästinensischen Flüchtlingslager Jarmuk in IS-Gebiete in Nordsyrien erhalten sollen. Der libanesische Fernsehsender Al-Majadin bestätigte, dass so Tausende Extremisten und ihre Familien nach Rakka und Marei in der Provinz Aleppo gebracht werden sollen. Ein Palästinensersprecher in Damaskus sagte der AP, dass die Regierung der Vereinbarung zugestimmt habe.

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    Im April waren IS-Kämpfer in Jarmuk eingedrungen und damit so nahe an Damaskus herangekommen wie nie zuvor. Das Abkommen mit den Extremisten könnte den Weg für weitere ähnliche Vereinbarungen zwischen der Regierung von Präsident Baschar al-Assad und verschiedenen Rebellenfraktionen im Süden der Hauptstadt ebnen.

    Auch die offiziellen Friedensgespräche sollen vorangehen. „Syrien ist bereit, am inner-syrischen Dialog in Genf ohne ausländische Einflussnahme teilzunehmen“, sagte Außenminister Walid al-Muallim am Donnerstag in Peking. Damaskus erwarte aber vorab eine Liste von Teilnehmern der Regierungsgegner.

    Der Weltsicherheitsrat hatte sich am Freitag einstimmig hinter den geplanten Friedensprozess für Syrien gestellt, wo seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 mindestens 250 000 Menschen ums Leben gekommen sind. Die UN wollen bereits im Januar in Genf die Friedensgespräche beginnen. Ziel sind eine Übergangsregierung, Wahlen und eine neue Verfassung binnen 18 Monaten.

    • ap
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