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Kampf um CDU-Vorsitz Junge Union spricht sich für Merz als CDU-Chef aus – Röttgen landet vor Laschet

Mit einer absoluten Mehrheit konnte sich Friedrich Merz bei der Parteijugend durchsetzen. JU-Chef Kuban sieht das Ergebnis für sich aber als Auftrag.
03.11.2020 Update: 03.11.2020 - 16:20 Uhr Kommentieren
Die drei Kandidaten für den Bundesvorsitz der CDU, Armin Laschet (Mitte), Friedrich Merz (rechts) und Norbert Röttgen (links) stehen nach einem Mitglieder-Talk der Jungen Union nebeneinander. Quelle: dpa
Röttgen, Laschet, Merz

Die drei Kandidaten für den Bundesvorsitz der CDU, Armin Laschet (Mitte), Friedrich Merz (rechts) und Norbert Röttgen (links) stehen nach einem Mitglieder-Talk der Jungen Union nebeneinander.

(Foto: dpa)

Berlin Der CDU-Nachwuchs von der Jungen Union (JU) ist mit großer Mehrheit für Friedrich Merz als neuen CDU-Chef. Bei einer zweiwöchigen Mitgliederbefragung des Parteinachwuchses kam Merz auf 51,95 Prozent der Stimmen, wie JU-Chef Tilman Kuban am Dienstag in Berlin mitteilte.

Der Außenpolitiker Norbert Röttgen lag mit 28,10 Prozent auf Platz zwei vor Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet, der 19,95 Prozent der Stimmen erzielte. Die Wahlbeteiligung lag bei 20,1 Prozent – von gut 75.000 stimmberechtigten JU-Mitgliedern hätten sich knapp 15.000 an der Befragung beteiligt.

Die Abstimmung galt als Stimmungstest vor der für Mitte Januar geplanten Wahl eines neuen Parteivorsitzenden. Die JU wird in der Partei traditionell als eher konservativ eingeschätzt – Merz galt schon vor der Befragung als Favorit des Nachwuchses.

Kuban sagte, es handele sich um eine insgesamt unverbindliche Abstimmung. Auf die Frage, ob es neben Merz, Laschet und Röttgen noch weitere Kandidaten für den Parteivorsitz geben werde, sagte Kuban, er rechne nicht damit, dass sich am Personaltableau bis zum Parteitag noch etwas ändere. Dieser ist am 16. Januar geplant.

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    In der CDU hieß es zum Abschneiden Röttgens, dieser erscheine offenbar für viele der jungen JU-Mitglieder als frisches, neues Gesicht. Beim Parteitag zur Wahl eines Nachfolgers von Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer werden ihm allerdings nur Außenseiterchancen gegeben.

    Das Resultat der Mitgliederbefragung gilt als Empfehlung des CDU-Nachwuchses für die Vorsitzendenwahl. Kuban kündigte an, er selbst werde sich beim Wahlparteitag an das Ergebnis halten. Die JU – die gemeinsame Jugendorganisation von CDU und CSU – hatte die gut 70.000 der rund 100.000 JU-Mitglieder befragt, die nicht aus Bayern stammen, da es um den CDU-Vorsitz geht. Nicht alle JU-Mitglieder gehören der CDU an. Unter den 1001 Delegierten des CDU-Parteitags sind nach JU-Angaben etwa 100 auch Mitglied der Jugendorganisation.

    Die CDU will Mitte Januar bei einem Bundesparteitag über ihren Vorsitz entscheiden. In Betracht kommen nach einem heftigen Streit und einer Einigung der drei Kandidaten Merz, Laschet und Röttgen vom Wochenende neben einem Präsenzparteitag ein dezentraler Präsenzparteitag oder ein Online-Parteitag mit elektronischer Abstimmung und schriftlicher Schlussabstimmung per Briefwahl. Wegen der drastisch wachsenden Zahlen von Corona-Infektionen gilt der Online-Parteitag mit schriftlicher Schlussabstimmung intern als wahrscheinlichste Variante.

    Nach der bisherigen Planung will die CDU-Spitze die Auswirkungen der Pandemie auf die Parteitagsplanung am 14. Dezember neu bewerten und endgültig über die Organisation des Parteitags entscheiden. Das Thema dürfte aber auch bei Gremiensitzungen im November eine größere Rolle spielen. So kommt das CDU-Präsidium, die engste Führungsspitze um Kramp-Karrenbauer, am 9. und 16. November zusammen. Der größere Vorstand tagt am 16. November.

    Merz, Laschet und Röttgen hatten sich am 18. Oktober bei einer im Internet übertragenen Vorstellungsrunde der JU erstmals gemeinsam auf einer Bühne einem breiteren Parteipublikum präsentiert. Anschließend startete die zweiwöchige Mitgliederbefragung. Kuban wollte Merz im Laufe des Dienstags einen Siegerpokal in Form eines Mikrofons mit der Aufschrift „Die Stimme der JU 2020“ überreichen.

    Mehr: Das neue Buch von Friedrich Merz ist eine Bewerbung für das Kanzleramt

    • dpa
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