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Kampf um den CDU-Vorsitz Auftakt des Parteitages: Merkel und Söder verkünden subtile Botschaften

Angela Merkel gibt eine versteckte Wahlempfehlung und CSU-Chef Markus Söder setzt sich in Szene. Bemerkenswert ist aber, was die Kanzlerin nicht gesagt hat.
15.01.2021 - 23:03 Uhr Kommentieren
Der CSU-Chef wollte keine Wahlempfehlung für einen der drei Kandidaten abgeben. Quelle: dpa
Markus Söder beim CDU-Parteitag

Der CSU-Chef wollte keine Wahlempfehlung für einen der drei Kandidaten abgeben.

(Foto: dpa)

Berlin Das Grußwort von Markus Söder auf dem digitalen CDU-Parteitag am Freitagabend war mit Spannung erwartet worden. Würde der CSU-Chef einen der drei Bewerber um den CDU-Vorsitz, die sich am Samstag zur Wahl stellen, besonders hervorheben, ihm den Rücken stärken?

Die Frage war schnell beantwortet: Söders Rede dauerte nur acht Minuten, und er vermied jede Andeutung, die als Parteinahme für Armin Laschet, Friedrich Merz oder Norbert Röttgen gedeutet werden könnte. Wenn Söder jemanden bei diesem Auftritt den Rücken stärkte, dann sich selbst.

Hinter ihm standen eine Fahne mit großem CSU-Logo und eine mit weiß-blauen Bayern-Rauten, zudem eine Büste von Franz Josef Strauß. Strauß war einer von zwei CSU-Politikern, die als Kanzlerkandidat der Union antraten – und wie auch später Edmund Stoiber verlor.

Aber dazu passt ein Satz, den Söder am Ende seiner Rede sagte: „Je höher der Berg, desto spannender ist es, den Aufstieg zu wagen.“ Ist der Berg die Kanzlerkandidatur, für die Söder immer wieder ins Gespräch gebracht wird?

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    Das Setting des Grußwortes kann jedenfalls als Demonstration bayerischen Selbstbewusstseins gesehen werden. In jüngsten Umfragen wurde Söder gerade wieder bescheinigt, dass eine Mehrheit ihn für deutlich kanzlertauglicher hält als Laschet, Merz und Röttgen.

    Merkel spricht eine verdeckte Empfehlung aus

    Beliebter als Söder ist nur Kanzlerin Angela Merkel, die am Freitagabend ebenfalls ein kurzes Grußwort hielt, aus dem Kanzleramt mit deutlich dezenterem Hintergrund als Söder. Aber auch die Kanzlerin sendete subtile Botschaften. Gleich zu Beginn ihrer kurzen Rede sagte sie, es werde „aller Voraussicht nach“ ihr letzter Parteitag als Kanzlerin sein.

    Aller Voraussicht nach? Vermutlich meinte sie damit eher die unwahrscheinliche Möglichkeit eines weiteren Parteitages als die versteckte Andeutung einer weiteren Kandidatur. Trotzdem wurde die Äußerung in der derzeit nervösen CDU aufmerksam registriert.

    Merkel erwähnte die bisherigen Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer in ihrer Rede mit keinem Wort. Quelle: AFP
    Kanzlerin Angela Merkel beim CDU-Parteitag

    Merkel erwähnte die bisherigen Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer in ihrer Rede mit keinem Wort.

    (Foto: AFP)

    Und es gab noch einen Satz Merkels, der aufhorchen ließ. „Ich wünsche mir, dass ein Team gewählt wird, das die Geschicke unserer stolzen Volkspartei in die Hand nimmt und dann gemeinsam mit allen Mitgliedern die richtigen Antworten für die Aufgaben der Zukunft findet“, sagte die Kanzlerin. Ein Team. Das dürfte eine verklausulierte Empfehlung für Armin Laschet sein, der im Team mit Gesundheitsminister Jens Spahn antritt. Merz und Röttgen kämpfen für sich allein.

    Auch Söder hatte zuletzt auffällig häufig Laschet gelobt. Am Freitagabend beim CDU-Parteitag übte er sich allerdings in demonstrativer Neutralität. „Ich kenne alle drei Kandidaten und ich finde, es sind drei sehr gute, hervorragende Kandidaten“, sagte er. „Wir werden sehr gut zusammenarbeiten.“

    Das tat Söder nach eigenem Bekunden auch mit Annegret Kramp-Karrenbauer, die sich am Freitagabend mit einer selbstkritischen Rede als CDU-Vorsitzende verabschiedete. Söder lobte die „liebe Annegret“ ausgiebig, mit der er die zerstrittene Union wieder zusammengeführt habe.

    So ein Lob für die scheidende Parteichefin ist eigentlich selbstverständlich. Umso bemerkenswerter ist, dass Merkel die CDU-Chefin in ihrer Rede mit keinem Wort erwähnte. Kein Dank, keine Würdigung.

    Dabei hatte Merkel sich Ende 2018 maßgeblich dafür eingesetzt, dass Kramp-Karrenbauer neue CDU-Vorsitzende wird, und nicht Merz. Doch die Beziehung scheint mittlerweile belastet. Es mag Enttäuschung mitschwingen, dass sich ihre Wunschnachfolgerin in der Partei nicht durchsetzen konnte. Nun setzt Merkel offenbar auf Laschet.  

    Mehr: Stunde der Entscheidung in der CDU: Die letzte deutsche Volkspartei ringt um Merkels Erbe

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