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Kanalinsel Die britische Insel Jersey ist die beliebteste Steueroase der Deutschen

Zuletzt haben die Bundesbürger auf der Insel fast 181 Milliarden Euro geparkt. Auf Platz zwei der beliebtesten Steueroasen rangiert die Schweiz.
19.11.2020 - 08:22 Uhr 6 Kommentare
Die Insel belegt Platz eins der beliebtesten Steueroasen der Deutschen. Quelle: imago images / Westend61
Jersey

Die Insel belegt Platz eins der beliebtesten Steueroasen der Deutschen.

(Foto: imago images / Westend61)

Berlin Jersey ist die größte Kanalinsel. Der autonome Kronbesitz des Vereinigten Königreichs mit seiner Mischung aus britischer und französischer Kultur ist für seine schönen Strände, imposanten Küstenwanderwege und historischen Festungen bekannt. Aber auch noch etwas anderes zeichnet die Insel zwischen England und Frankreich aus: Es ist die beliebteste Steueroase der Deutschen.

Im Jahr 2018 hatten die Bundesbürger auf der Insel mit ihren gerade mal knapp unter 100.000 Einwohnern insgesamt 180,8 Milliarden Euro geparkt. Dies zeigen Daten des Bundesfinanzministeriums (BMF), die der Linken-Politiker Fabio de Masi kürzlich abgefragt hatte. Auf Platz zwei folgen die Schweiz mit 133,1 Milliarden Euro und Luxemburg mit 125,8 Milliarden Euro.

Insgesamt hatten die Deutsche im Jahr 2018 mindestens 591,3 Milliarden Euro auf Konten im Ausland liegen. Grundlage für die Erhebung ist der sogenannte automatische Informationsaustausch, der vor einigen Jahren weltweit eingeführt wurde. Dabei informieren sich die Finanzämter der Staaten gegenseitig über Konten, die ausländische Steuerpflichtige bei ihnen unterhalten. Dies soll Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung erschweren.

Die Statistik des BMF sagt nichts darüber aus, ob das im Ausland geparkte Geld jeweils legal oder illegal ist. Das prüfen die zuständigen Finanzämter, nachdem die Daten übermittelt wurden. So können Deutsche auch Geld auf Konten in Jersey haben, weil sie dort ein Ferienhaus besitzen, ihre Kinder dort leben oder sie auf der Insel investiert haben.

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Standort erkennen

    Dass die Bundesbürger so viel Geld auf der selbstverwalteten Kronkolonie geparkt haben, dürfte aber weniger an Verwandtschaft oder Immobilienbesitz liegen als am Steuersystem, das eine große Besonderheit ausweist: Die Körperschaftsteuer für Unternehmen beträgt in vielen Fällen null Prozent. Jersey ist daher als Steueroase bekannt.

    Ebenso wie unter Steuerexperten der Steuertrick „Green Jersey“. Bei diesem werden Geschäfte von Niederlassungen in Irland mit Geschäften auf Jersey verbunden, um auf diesem Weg Steuern zu sparen.

    Wie viel deutsches Geld auf Konten in Jersey geparkt wurde, zeigt auch ein Abgleich mit der Anzahl der Konten. Im Durchschnitt lagerten die Deutschen auf einem Jersey-Konto 14,7 Millionen Euro. Auch damit liegt die Kanalinsel mit weitem Abstand auf Platz eins. Platz zwei in diesem Ranking belegt eine weitere Kanalinsel, Guernsey.

    Grafik

    Sie liegt wie Jersey vor der französischen Nordküste und ist ebenfalls im britischen Kronbesitz. Auf dortigen Konten parkten Deutsche im Schnitt 2,5 Millionen Euro. Auf Schweizer Konten liegen dagegen im Schnitt weniger als 180.000 Euro.

    In der Liste des Finanzministeriums fehlen allerdings einige Steueroasen. Denn Regierungen konnten der Veröffentlichung der Daten widersprechen. So verlangen die Cayman Islands und die Bahamas, dass ihre Statistiken geheim bleiben. Gerade die Karibik gilt als ein Versteck für Kapital. Auch Großbritannien widersprach einer Veröffentlichung.

    Mehr: Joe Biden will Steueroasen trockenlegen.

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    6 Kommentare zu "Kanalinsel: Die britische Insel Jersey ist die beliebteste Steueroase der Deutschen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • @ Andre Peter

      Da haben Sie natürlich auch wieder Recht. ;-)
      Aber sind Amerikanerinnen weniger anspruchsvoll als Monegassinnen? Und wenn das Ganze schief geht, ist Green Card weg und verdammt viel Geld für den Scheidungsrichter. :-(
      Man kann auch weiterhin in Europa investieren: in Ländern, die zwar keine Steueroasen sind, aber etwa eine Flat-Tax haben. Ich schaue mir gerade an, wohin deutsche Unternehmen bevorzugt ihre Standorte verlagern: das sind gerade osteuropäische Länder mit einer sehr zufriedenen, (wert-)konservativen Bevölkerung, die nach dem Untergang des real existierenden Sozialismus nicht wie die Ostdeutschen bequem gepampert wurden, sondern sich ihren (bescheidenen) Wohlstand selbst hart erarbeitet haben. Sowas hassen natürlich gerade die meinungsmachenden Linken und Grünen hier...

    • @Herr Helmut Metz:
      Monaco?
      Was passiert, wenn EU und Biden sich zusammentun und die Steueroasen austrocknen?
      Dann wird Monaco dicht gemacht - blöd wenn man doch eine anspruchsvolle Monegassin am Backen hat....
      Besser gleich nach Delaware oder anderen amerikanischen Steueroasen ausweichen und eine Delawaresin heiraten, die wird Biden beide nicht anrühren (weder die Steueroase noch die Delawaresin) genauso wenig wie Obama Guantanamo.

    • Was bieten Steuer-Wüsten wie Deutschland dem (von den Netto-Steuerkonsumenten auch noch geprügelten statt behüteteten) Leistungsträger? Zerfallende Infrastruktur, versiffte Innenstädte, explodierende Kriminalitär, No-Go-Areas usw. usf. Wohlgemerkt: TROTZ einer der höchsten Staatsquoten der Welt!!
      Was bieten Steuer-Oasen wie Monaco ALLEN Bürgern? Modernste Infrastruktur, eine der sichersten Städte Europas, wo man die Haustüre nicht absperren braucht und seine Kinder auch noch mitten in der Nacht alleine auf die Straße lassen kann usw. usf.
      Eine der besten Investitionsempfehlungen für Deutsche lautet daher heute auch: Heiraten Sie eine Monegassin bzw. einen Monegassen!
      Das ist dann zudem eine echte Herausforderung...

    • das sind Praxis-erfahrungen, wenn man in der Schweiz
      Geld anlegen will.

    • @ H, Mueller,
      soweit die Theorie, die Praxis sieht anders aus.

    • der autor hat wenig Ahnung, denn in der Schweiz Schwarzgeld anzulegen, ist äußerst
      schwierig, zumal die Schweizer vorab klären, woher das Geld kommt bzw. ob dem
      FA das bekannt ist.

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