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Kanzler setzt Opposition unter Druck Schröder kann sich Töpfer als Bundepräsident vorstellen

Der CDU-Politiker Klaus Töpfer ist nach Ansicht von Bundeskanzler Gerhard Schröder ein Mann, der „für jedes denkbare Amt qualifiziert ist“. Mit dieser Äußerung während seines Staatsbesuchs in Kenia setzte der SPD-Chef die Union unter Druck, in deren Reihen Töpfer als Kandidat für die Nachfolge von Bundespräsident Johannes Rau gehandelt wird.

HB NAIROBI. Schröder hatte in der kenianischen Hauptstadt Nairobi auch die Uno-Umweltbehörde Unep besucht, der Töpfer seit sechs Jahren vorsteht. Der Kanzler lobte vor der Presse die „außerordentlich erfolgreiche Arbeit“ des CDU-Politikers und sagte dann: „Ich finde, dass auf Grund seiner menschlichen und persönlichen Integrität und wegen seiner Lebenserfahrungen Klaus Töpfer für jedes denkbare Amt qualifiziert ist, national und international.“ Töpfer sei „ein hervorragender Mann“, der in den vergangenen Jahren „leider in der falschen Partei Dienst getan“ habe.

Allerdings sei die im Mai anstehende Bundespräsidentenwahl nicht das Thema seines Besuchs beim Unep-Chef gewesen, betonte Schröder. Außerdem stelle die Union in der Bundesversammlung, die den Rau-Nachfolger wählt, die Mehrheit. Deshalb sei es auch an ihr, den ersten Schritt zu tun.

Auch Grünen-Chef Reinhard Bütikofer hält Töpfer für geeignet, in die Fußstapfen von Johannes Rau zutreten: „Ich kann dem Bundeskanzler in dieser Frage überhaupt nicht widersprechen. Ich will auch nicht“, sagte er in Berlin.

Schröder warf der Union vor, durch die „zögerliche“ Kandidatendiskussion „Menschen zu verheizen“. Außerdem müsse man aufpassen, nicht durch parteitaktische Überlegungen das Amt zu beschädigen.

Töpfer, dessen Vertrag bei der Uno noch zwei Jahre läuft, gilt als möglicher Unions-Kandidat für die Rau-Nachfolge. Allerdings gibt es in der CSU Vorbehalte gegen den Unep-Chef, während es für den stellvertretenden CDU/CSU-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Schäuble Zustimmung gibt. Die Schwesterparteien wollen sich bis März abstimmen und die Frage dann mit der FDP erörtern.

Aus SPD und FDP ist die Forderung laut geworden, einen gemeinsamen Kandidaten zu suchen. Als Anwärterin wird die ehemalige Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Cornelia Schmalz-Jacobsen, genannt. Nach einem Bericht des „Tagesspiegel“ soll es auch schon Sondierungsgespräche zwischen beiden Parteien gegeben haben.

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