Kanzleramtsminister Pofalla kehrt der Politik den Rücken

Kanzleramtsminister Pofalla zieht sich aus der Politik zurück. Nach Medienberichten soll der CDU-Politiker aus privaten Gründen seinen Rückzug angekündigt haben. Merkels Umstimmungsversuche blieben demnach erfolglos.
Update: 14.12.2013 - 01:54 Uhr 1 Kommentar
Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU), der langjährige Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel, will sich Medienberichten zufolge aus der Politik zurückziehen. Quelle: dpa

Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU), der langjährige Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel, will sich Medienberichten zufolge aus der Politik zurückziehen.

(Foto: dpa)

MünchenKanzleramtschef Ronald Pofalla wird der neuen Bundesregierung offenbar nicht mehr angehören und stattdessen nach einer Karenzzeit in die Wirtschaft wechseln. Der langjährige Vertraute von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sich aus persönlichen Gründen für einen Rückzug entschieden, berichteten die "Bild"-Zeitung, "Rheinische Post" und "Spiegel Online" am Freitagabend übereinstimmend. Pofalla wolle in Zukunft auch mehr Zeit mit seiner Lebensgefährtin verbringen. Mehrere Versuche der Kanzlerin, ihren 54-jährigen Vertrauten noch umzustimmen, seien ohne Ergebnis geblieben.

Wie die "Rheinische Post" aus informierten Kreisen zitierte, will Pofalla nun zunächst heiraten und eine Familie gründen. Der "Bild"-Zeitung zufolge blieben mehrere Versuche Merkels, ihren Vertrauten umzustimmen, erfolglos. Dem neuen Kabinett wird er nun nicht angehören.

Pofalla arbeitete über Jahre hinweg eng mit Merkel zusammen, zunächst als CDU-Generalssekretär von 2006 bis 2009 und danach als Chef des Bundeskanzleramts. Neuer Kanzleramtschef soll den Berichten zufolge der bisherige Umweltminister Peter Altmaier (CDU) werden.

Da ein ummittelbarer Wechsel aus dem Kanzleramt in die Wirtschaft der Öffentlichkeit nur schwer zu vermitteln sei, wolle Pofalla den Schritt erst nach einer Karenzzeit vollziehen, berichtete die "Welt". Demnach gibt Pofalla seinen Posten als Kanzleramtschef auf, behält aber zunächst sein Mandat als Abgeordneter im Bundestag. Später soll dann der Wechsel in ein Unternehmen oder eine unternehmensnahe Stiftung in Nordrhein-Westfalen erfolgen. Zuletzt hatte der Wechsel von Staatsminister Eckart von Klaeden zum Daimler-Konzern für Kritik gesorgt.

Der Grünen-Bundestagsabgeordete Volker Beck reagierte mit Spott auf Pofallas Entscheidung. "Wahlkreis mit 50,9 % gewonnen - Lebensplanung geändert: Ronald Pofalla beendet politische Laufbahn. Hätte er den Wählern auch vor der Wahl sagen können, oder? ", schrieb Beck auf seiner Facebook-Pinnwand.

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1 Kommentar zu "Kanzleramtsminister: Pofalla kehrt der Politik den Rücken"

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  • Warum möchte Frau Merkel einen derartig "peinlichen" Mitarbeiter, der sich durch UNQUALIFIZIERTE VERBALPOLITIK schon mehrfach ins "Aus" geschossen hat, behalten ?
    - Sie wäre gut beraten, nicht nur diesen Politiker
    (oder sollte man besser "Lobbyist" sagen) ziehen zu lassen, sondern auch gleich das ganze Kanzleramtsministerium aufzulösen.
    Dessen Aufgaben haben vor Schaffung dieser kostenträchtigen Institution andere Behördenteile einfach mit erledigt.
    Denn Frau Merkel sollte nicht nur von anderen EU-Staaten "schlanke" Verwaltungen fordern, sondern mit gutem Beispiel voran gehen!!!
    Aber so ist das mit den Politikern ja meistens:
    Wasser predigen und Wein trinken !

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