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Kanzlerkandidat der Bürger Steinmeier ist die Nummer eins

Macht er´s? Oder macht er´s nicht? Ob Vizekanzler Sigmar Gabriel der SPD-Kanzlerkandidat werden wird, ist noch unklar. Eine Umfrage zeigt jedoch: Die Bürger trauen das Amt eher seinem Kollegen zu.
01.09.2015 - 07:33 Uhr 10 Kommentare
Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel. Quelle: ap
Außenminister und Vizekanzler

Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel.

(Foto: ap)

Berlin Die Mehrheit der Bürger traut nach einer Umfrage eher Außenminister Frank-Walter Steinmeier als SPD-Chef Sigmar Gabriel zu, für die Sozialdemokraten die Kanzlerschaft zu erringen. Steinmeier, unterlegener Herausforderer der Bundestagswahl 2009, erhielt in der Emnid-Umfrage für die Funke-Mediengruppe 51 Prozent der Stimmen, Gabriel als zweitplatzierter 34 Prozent. Den 1003 Befragten waren sechs SPD-Politiker zur Auswahl vorgelegt worden, Mehrfachnennungen waren möglich.

Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erreichte mit 28 Prozent den dritten Rang. Hamburgs Ersten Bürgermeister Olaf Scholz halten 14 Prozent für fähig, eine Bundesregierung zu führen. Weniger Befragte trauen das auch Arbeitsministerin Andrea Nahles (neun Prozent) und Familienministerin Manuela Schwesig (sechs Prozent) zu.

Die Pirouetten des Vizekanzlers
Sigmar Gabriel
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Bisher war die Linke als Koalitionspartner für die SPD tabu. Doch nun ist alles anders: „Deutschland braucht jetzt ein Bündnis aller progressiven Kräfte“, schreibt Gabriel in einem Gastbeitrag für das Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“. Von den Mitte-Links-Parteien fordert er deshalb, „füreinander bündnisbereit und miteinander regierungsfähig“ zu sein.

(Foto: dpa)
Vorratsdatenspeicherung
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Und sie kommt doch: Justizminister Heiko Maas (SPD) hat angekündigt, Internet-Provider dazu zu verpflichten, die Verbindungsdaten ihrer Kunden für zehn Wochen aufzubewahren. Eingeführt wurde die Vorratsdatenspeicherung vor allem auf Initiative des SPD-Chefs Sigmar Gabriel. In einem ARD-Brennpunkt rechtfertigte er das hoch umstrittene Ermittlungsinstrument mit dem Amoklauf des Norwegers Anders Berhing Breivik: „Durch die dortige Vorratsdatenspeicherung wusste man sehr schnell, wer der Mörder war.“ Tatsächlich wusste man schnell, wer der Mörder war – allerdings deshalb, weil man ihn nach der Tat widerstandslos festnehmen ließ.

(Foto: dpa)
Tempolimit
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Zur Unzeit kam Gabriels Forderung nach einem Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Im Interview mit der „Rheinischen Post“ sagte der SPD-Parteivorsitzende (hier mit Opel-Chef Karl-Thomas Neumann) während des Bundestagswahlkampfs 2013: „Tempo 120 auf der Autobahn halte ich für sinnvoll, weil alle Unfallstatistiken zeigen, dass damit die Zahl der schweren Unfälle und der Todesfälle sinkt.“ Damit dürfte Gabriel zwar durchaus Recht haben. Doch dem damaligen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück (SPD) war die Äußerung ein Dorn im Auge. „Ich denke es ist nicht die Zeit, diese Debatte neu zu befeuern“, sagte er daraufhin dem WDR.

(Foto: obs)
Schiedsgerichte
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Auch bei den Freihandelsabkommen TTIP und Ceta preschte Gabriel vor und stellte sich gegen die Linie seiner Partei: Statt sich dafür einzusetzen, die umstrittenen Investor-Staat-Schiedsverfahren rundweg aus den Verhandlungsdokumenten zu streichen, wie die SPD es im September auf einem Parteikonvent beschloss, sprach sich der Wirtschaftsminister zuletzt im Bundestag – entgegen dem Beschluss – für Schiedsgerichte aus, wenn auch unter bestimmten Bedingungen.

(Foto: dpa)
Schwarze Null
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Von Parteikollegen wie Ralf Stegner (links), Landesvorsitzender der schleswig-holsteinischen SPD und Gabriels Stellvertreter, wurde der SPD-Chef dafür angefeindet. Auch bei der Frage nach der Wichtigkeit eines ausgeglichenen Haushalts gingen die Meinungen zwischen Stegner und Gabriel auseinander: Während Stegner (im Einklang mit dem Programm der SPD zur Europawahl) die „Schwarze Null“ im Bundeshaushalt nicht als dem Wirtschaftswachstum vorrangig ansieht, sprach sich der Vizekanzler zuletzt für strikte Austerität aus – und widersprach damit nicht nur seiner Partei, sondern auch seinen eigenen Aussagen im Bundestagswahlkampf.

(Foto: dpa)
Asyl für Snowden
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Nicht nur, dass Gabriel als Fürsprecher der Vorratsdatenspeicherung den amerikanischen Geheimdienst NSA harsch für die anlasslose Überwachung der deutschen Bevölkerung kritisierte – er forderte die Kanzlerin im Wahlkampf auch auf, dem Whistleblower Edward Snowden Asyl in Deutschland zu gewähren. Als Regierungsmitglied jedoch schlug Gabriel andere Töne an: „Ich weiß nicht, ob ich Herrn Snowden raten würde, hier Asyl zu suchen“, sagte Gabriel in einer Diskussion mit Schülern der Carl-von-Ossietzky-Schule in Berlin.

(Foto: dpa)
Rüstungsexporte
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Angekündigt hatte Gabriel in einem „Spiegel“-Interview während des Wahlkampfs 2013, Rüstungslieferungen „an Diktaturen wie Saudi-Arabien“ entschieden abzulehnen – doch unter seiner Führung genehmigte das Wirtschaftsministerium seit Oktober Waffenexporte im Wert von 330 Millionen Euro in den Golfstaat, darunter auch Bauteile für Gewehre und Munition. Das gilt als besonders umstritten, weil sich damit Aufstände in der Bevölkerung leicht niederschlagen lassen. Hier trifft Gabriel den saudi-arabischen Minister der Nationalgarde, Mitheb bin Abdallah, bei einem Staatsbesuch in Riad.

(Foto: dpa)

Unter SPD-Anhängern schneiden Kraft und Nahles allerdings erheblich besser ab als in der Gesamtbevölkerung. Zwar liegt Steinmeier auch bei ihnen mit 70 Prozent vorn, allerdings schafft es Kraft mit 52 Prozent auf Platz zwei - gleichauf mit Gabriel. Nahles kommt mit 24 Prozent auf den vierten Rang, gefolgt von Scholz (21 Prozent) und Schwesig (elf Prozent).

Im Osten Deutschlands trauen es beachtliche 28 Prozent keinem der genannten SPD-Politiker zu, die Bundesregierung zu führen – im Vergleich zu 17 Prozent im Westen.

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    • dpa
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    10 Kommentare zu "Kanzlerkandidat der Bürger: Steinmeier ist die Nummer eins"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wirtschaftspolitisch rühren alle im selben Brei, die CDU-SPD-GRÜNE-dieLINKE und die FDP+AfD !!!

      Wachstum - Schuldenpolitik-Zinsen-ZinsesZins, Kapitalgedeckte Altersvorsorge.... !

      Politik für die sogenannten oberen 10% ! Damit die "Schere" noch weiter auseinander geht ! Und die nicht zu den 10% gehören wählen immer noch mit großer Mehrheit diese Parteien, unfassbar !!!
      Eine Politik, die nicht für die Mehrheit der Bevölkerung gemacht wird !

    • Die Wahlbeteiligung bestätigt einige der hier aufgeführten Kommentare, oder mit anderen Worten: Was wählen? Die SPD ist schon lange nicht mehr die Volks- und Arbeitnehmerpartei. Genau das fehlt uns. Nur wo suchen? Ich teile die Meinungen aus den Befragungen nicht. Das fängt bei der Beliebtheitshitliste der Politiker an.
      Unsere Steuergelder werden hemmungslos verbrannt, statt hier an die nächsten Generationen zu denken und endlich mit dem Schuldenabbau zu beginnen (mehr ist zur Beurteilung Schäuble und seiner ach-so-tollen Arbeit nicht zu sagen). Unsere Kanzlerin ist stets in einer abwartenden Position (und ähnelt damit sehr ihrem einstigen Ziehvater Kohl), statt Entscheidungen zu treffen, von denen genau die profitieren, die sie gewählt haben. Sorgenvoll blicke ich zu nächsten Wahl - sorgenvoll, weil ich keine echte Partei sehe, die sich hier wieder den Wählern zuwendet. In unserer Politik geht es nur noch um Machterhalt und eigene Interessen. Das System ist krank und gehört reformiert. Schluss mit der Selbstbedienung (automatische Anpassung der Diäten), Schluss mit der Straffreiheit bei Wahllügen, Schluss mit der Straffreiheit bei Fehlentscheidungen und Schluss mit Entscheidungen, die ohne Zustimmung des Volkes getroffen werden. Ich sehe jedoch nichts in unserer aktuellen Parteienlandschaft, was hier helfen könnte. Spätestens bei der nächsten rezessiven Phase (und die wird 100%ig kommen) werden wir unser blaues Wunder erleben.

    • Traurig aber wahr.

    • Steinmeier als Favorit unter den möglichen SPD-Kandidaten?
      Jemand der mit Faschisten (Svoboda/Ukraine) gemeinsame Sache macht? Niemals!
      Wer den wählt, der kann gleich NPD wählen!

    • wer als Arbeiter noch SPD wählt, hat nicht alle Tassen im Schrank!

      Die Interessen der "Werktätigen" werden von dieser Partei seit ewigen Zeiten nicht mehr vertreten...........

    • Es werden 1003 Personen gefragt und dann wird eine Hochrechnung gemacht. Inwieweit hier eine zutreffende Aussage gemacht werrden kann ist mehr als zweifelhaft.
      Das Personen wie Hannelore Kraft und Andrea Nahles dort mit aufgeführt waren spottet doch jeder Beschreibung. Beide sind doch in ihrer jetzigen Position vollständig überfordert. Derartig unsinnige Befragungen sollte man sich sparen. Anscheinend dienen diese Befragungen nur dazu, die Zeitungen zu füllen

    • Und welche Bürger sollen das sein?

    • dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH der "unabhängige" !

      Wenn ich mir so die "Familien" anschaue in Deutschland, die sich die MEDIENwelt aufteilen, dann wundert es mich nicht, wie der interessierte Bürger/Wähler qualitativ "informiert" wird !

      Diese Gleichschaltung ist auf Sicht schädlich, schade !



    • Die Hälfte der Bürger geht schon gar nicht mehr Wählen. Und von der übrigen Hälfte haben gerade einmal 40% die Union gewählt. Und von diesen 40% bleiben dann nicht mehr viel übrig für die Merkel-Marionette der Lobbygruppen.
      Somit haben gerade einmal 1/3 der Wähler ein Vertrauen in die Kanzlerin. Und weil wir hier von Wählern und nicht Bürgern sprechen, haben weniger als 30% der Bevölkerung nur noch ein Vertrauen in die Kanzlerin.

    • Die Wahl-Schauspiel können sich die Darsteller sparen. Es ist doch völlig egal wer
      unter unseren Freunden Kanzler ist, Hauptsache er nimmt Okkupanten auf
      und überweist Steuergelder an die Banken. Die Höhe der Schäden für Europa bestimmt dann die Prämie.

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