Kanzlerkandidaten SPD ohne Kanzlerperspektive

Laut Umfragen sieht es nicht gut aus für den Machtwechsel. Dennoch wird die K-Frage in der SPD eifrig diskutiert. Steinmeier bekommt Rückwind und betont, Umfragewerte und Rückhalt in der Partei seien entscheidend.
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Nach den aktuellen Umfragen zu urteilen, wird keiner dieser Drei Bundeskanzler. Quelle: dapd

Nach den aktuellen Umfragen zu urteilen, wird keiner dieser Drei Bundeskanzler.

(Foto: dapd)

BerlinRot-Grün ist vom 2013 angestrebten Machtwechsel einer neuen Umfrage zufolge weit entfernt. SPD und Grüne sackten zusammen unter die 40-Prozent-Marke, wie das Meinungsforschungsinstitut Emnid für die „Bild am Sonntag“ ermittelte. Sie haben vor allem unter der Anziehungskraft der Piratenpartei zu leiden und hätten nach der Erhebung selbst mit Hilfe der Linken keine Mehrheit. Derweil geht die Diskussion um den künftigen SPD-Kanzlerkandidaten weiter. Er soll eigentlich erst Anfang 2013 gekürt werden.

Schleswig-Holsteins SPD-Vorsitzender Ralf Stegner kann sich eine Kanzlerkandidatur des Bundestagsfraktionschefs Frank-Walter Steinmeier vorstellen. „Es ist gar keine Frage, dass Frank-Walter Steinmeier ein geeigneter Kanzlerkandidat wäre“, sagte Stegner, der anders als Steinmeier zum linken Parteiflügel gezählt wird, der „Welt am Sonntag“.

Die Kriterien, die Steinmeier für die Kanzlerkandidatur formuliert habe, seien die richtigen: „Der Kanzlerkandidat der SPD muss nicht nur in der eigenen Partei angesehen sein, sondern auch in der Bevölkerung größtmöglichen Rückhalt genießen“, sagte der Kieler Wahlkämpfer. „Und natürlich muss er Kanzler können.“ Die Entscheidung falle allerdings erst Anfang 2013 nach der Landtagswahl in Niedersachsen.

Für Steinmeier sind bei der Auswahl des Kanzlerkandidaten seiner Partei nach eigenen Worten dessen Umfragewerte und Rückhalt in den eigenen Reihen mit entscheidend. Diese Kriterien gelten für seine beiden Mitanwärter als eher ungünstig: SPD-Chef Sigmar Gabriel hat von ihnen die schwächsten Umfragewerte, Ex-Finanzminister Peer Steinbrück stößt auf die größten internen Vorbehalte.

„Entscheidend ist die Frage, wer bei der Gesamtwürdigung aller Umstände die größten Chancen hat, die SPD in die Regierung zu führen“, sagte Steinmeier der „Welt“. „Natürlich spielen Umfragen eine Rolle.“ Von Bedeutung sei auch, „wie der Kanzlerkandidat mit der eigenen Partei klarkommt und welche Chancen er in einem Wählerpublikum außerhalb der Partei hat“.

Differenzen innerhalb der SPD-Troika beschrieb Steinmeier als natürlich. „Die Elf-Freunde-Rhetorik passt nur sehr begrenzt in der Politik“, erklärte der Fraktionschef. Entscheidend sei, dass man zu einer gemeinsamen Position zusammenfinde. „Und das ist uns in den vergangenen zwei Jahren immer gelungen.“ Der Emnid-Umfrage zufolge verbessern sich die Piraten im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 10 Prozent. Die SPD büßt im „Sonntagstrend“ einen Punkt ein und kommt auf 26 Prozent.

Die Grünen verharren bei 13 Prozent. Auch Union (36 Prozent) und FDP (4 Prozent) kommen auf den Wert der Vorwoche, ebenso die Linkspartei (7 Prozent). Da die SPD die Piraten nicht für regierungsfähig hält, könnte sie bei diesen Umfragewerten derzeit in keiner Koalitionsvariante den Kanzler stellen.

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12 Kommentare zu "Kanzlerkandidaten: SPD diskutiert die K-Frage - auch ohne Erfolgsaussicht"

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  • Der Beitrag von "ihr", ausgelegt auf pure Polemik und propagandistische Hetzerei ohne fundamentale Begründungen macht mir wirklich Angst! Zum Glück haben solche Menschen noch keine Mehrheit in der BRD. Bitte denken Sie in zukunft nach bevor Sie Ihre geistigen Ergüssen über uns ergehen lassen. Keiner kann etwas dafür, dass Ihnen ihr Arbeitslosengeld nicht ausreicht.

    @margrit... Steinbrück ist ein kompetenter Mann, bevor Sie Ihn verurteilen sollten Sie sich einmal mit seinem Programm/Vorschlägen beschäftigen! Offensichtlich scheinen Sie dafür leider nicht in der Lage zu sein...vielleicht ist Ökonomie aber für Sie auch nur ein Buch mit sieben Siegeln.

  • Was will Steinbrück überhaupt? Der war doch längst in die Wirtschaft abgewandert?
    Hat er da versagt? Will man ihn da nicht mehr, weil er sich ständig wieder ins Gespräch bringt?
    Sehr komisch

  • So können Sie das nicht sehen. Das waren schon eine ganz eigene, besondere Sorte Spezies.

    So tiefe Tasche wie die hatten, hatte bisher niemand. Dem vernehmen nach, wollen "die" weiter einstecken.

  • Und das wäre auch das Beste für die Menschen in deutschland. EIn Wirtschaftsaufschwung, von dem nur Millionäre und Leiharbeitsfirmen profitieren braucht kein Mensch.
    Es muß mal wieder etwas für die Bürger getan werden. und da sollte sich die SPD in der Tat mal nach links umsehen. Auch wenn sie dann mit dem neoliberalen Irrweg Schröders brechen muß.
    Alles ist besser als das Michelinweibchen mit den gelben Chaoten an der Macht!

  • so eine profillose Partei kann man nicht mehr ernst nehmen.
    Wie sollen sich die neuen Generationen mit solch einer ergrauten Partei identifizieren? Müntefering, Vogel, jetzt Steinbrück, Steinmeier und Gabriel...alles Kanidaten, die den aussterbenden Stammwähler zum Ankreuzen animieren sollen. Nahles mit einer eher abschreckenden Ausstrahlung und wer kommt dann noch, dann muss man schon überlegen. Ach..da gibt es ja noch den Paradiesvogel aus Berlin und die Thatcherimitation aus NRW.
    OK..die Piraten kennt auch keiner, aber egal sie scheint innovativ zu sein.
    Und das unsere bürgerlichen Parteien Innovationen versprühen oder je eine hervorbringen könnten, glauben ja nicht mal die Wohlstandswähler.

  • Wäre doch mal nett, den Wähler bei der Wahl, über die gewünschte Koalition und Kanzler (Person) abstimmen zu lassen.
    Demokratie?!

  • Da gibts es kein Profil, da gibt es "nach allen Seiten offen".
    Da gibt es SPD, oder was davon noch übriggeblieben ist.
    Recht so.

  • Ein wahrhaft nettes Erinnungsfoto! So gelungen.

    Der eine links,
    der andere in der Mitte und
    der Dritte ganz rechts.

    Das Bild symbolisiert wie die SPD die Wähler abholen will. So sollen scheinbar alle Seiten bedient werden. Ganz nach dem Geschmack der "aalglatten" Politikers.

    Andere werden feststellen, dass die SPD nach allen Seiten offen ist. "Wer aber nach allen Seiten offen ist, der kann nicht ganz dicht sein."

    Wer Profil zeigen will, braucht Kanten!

  • Schön, daß dieser Versagerhaufen keine Bedeutung mehr hat, Troika, diese reinkarnation von "die drei von der Tankstelle" hatten wir schon - sie haben, auch oder gerade später in Verantwortung stehend - kläglich versagt!

  • Es ist völlig wurscht, ob der Kanzler von der SPD oder der CDU kommt. Seit Schröder (Clement/Fischer usw.) wissen wir, es ist egal ...

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