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Kanzlerkandidatur Laschet oder Söder? In der Union wächst die Sehnsucht nach einer Entscheidung

CDU-Chef Laschet geht nach der Kritik von Kanzlerin Merkel in die Offensive – und grenzt sich von ihr ab. Im Blick hat er dabei auch die mögliche Kanzlerkandidatur.
29.03.2021 - 16:40 Uhr 3 Kommentare
Die Parteichefs Markus Söder (CSU) und Armin Laschet (CDU). Quelle: via REUTERS
Union sucht einen Kanzlerkandidaten

Die Parteichefs Markus Söder (CSU) und Armin Laschet (CDU).

(Foto: via REUTERS)

Berlin Eigentlich wollte Armin Laschet nach der Sitzung des Parteipräsidiums am Montag nicht vor die Presse treten. Nachdem aber Kanzlerin Angela Merkel am Vorabend vor einem Millionenpublikum in der ARD ihn und die anderen Ministerpräsidenten kritisiert hatte, musste der neue CDU-Chef Flagge zeigen. Schließlich geht es nicht nur darum, wie Bund und Länder gemeinsam die Coronakrise bewältigen.

„Die Lage ist ernst, wir alle nehmen sie ernst“, stellte Laschet klar und grenzte sich zugleich von der Kanzlerin ab: Es gehe auch darum, „raus aus der Lockdown-Logik“ zu kommen. Laschet, der seit Langem für einen abwägenden Coronakurs steht, hat schließlich noch etwas anderes im Blick: die Kanzlerkandidatur von CDU und CSU und im Falle eines Sieges die Nachfolge Merkels.

Wer aber wird der Kandidat? Laschet oder Markus Söder, der CSU-Chef? „Der ursprüngliche Zeitplan bleibt“, stellte Laschet klar. Die Entscheidung falle wie angekündigt zwischen Ostern und Pfingsten. „Ostern beginnt bekanntlich am kommenden Sonntag.“

Die Sehnsucht nach einer Entscheidung aber wächst in der Partei. Ihre Umfragewerte sinken seit Wochen – zuletzt auf 25 Prozent. Hinzu kommen historisch schlechte Ergebnisse von weniger als 30 Prozent in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Vor oder mit der Bundestagswahl im September wählen noch Sachsen-Anhalt, Thüringen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

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    Am Wochenende hatte bereits Präsidiumsmitglied Thomas Strobl versucht, Zweifel am CDU-Chef im Keim zu ersticken, und sich für Laschet ausgesprochen: „Aus vielen Gesprächen habe ich den Eindruck gewonnen, dass dies in der CDU Baden-Württemberg und in allen anderen CDU-Landesverbänden genauso gesehen wird.“

    Die Personaldebatte hat begonnen

    Und doch kamen aus der sogenannten zweiten Reihe Rufe nach Söder, vor allem von all jenen, die eigentlich gern Friedrich Merz an der Parteispitze und als Kanzlerkandidat gesehen hätten. Man solle den Kandidaten mit der besten Siegchance aufstellen, forderte der Bundestagsabgeordnete Kai Whittaker. Er zielte damit auf Söder, der in den Umfragen deutlich vor Laschet liegt.

    Grafik

    Die Abgeordnete Elisabeth Motschmann, eine Vertraute Merkels, brachte eine Mitgliederbefragung ins Spiel. Der Abgeordnete Johannes Steiniger erklärte, er kenne an seiner Parteibasis „praktisch niemanden, der für Armin Laschet ist“. Die Union müsse „alles dafür tun“, um im Herbst überhaupt noch zu regieren. Auch andere Merz-Unterstützer sprachen sich gegen Laschet aus.

    Intern raten indes einige dazu, die K-Frage „erst in drei oder vier Wochen“ zu klären. Wenn genügend Impfstoff zur Verfügung stehe, sich die Menschen testen ließen und so Infektionen schneller entdeckt würden, werde auch das Vertrauen in die Union wieder wachsen. Der Kandidat könne den Schwung nutzen. Jetzt würde er sofort verantwortlich gemacht und müsse sich mehr als ohnehin schon gegen die Kanzlerin positionieren.

    „Ich halte von Personaldebatten nichts“, erklärte Vorstandsmitglied Christian Baldauf, der die Wahl in Rheinland-Pfalz als Spitzenkandidat verloren hat. „Es gibt einen Fahrplan. Ich erwarte, dass Armin Laschet und Markus Söder gemeinsam einen Vorschlag präsentieren werden.“

    Mitglieder fordern „inhaltliche Botschaften“

    Die Jungen in der CDU hingegen fordern eine schnelle Entscheidung. „Personell darf die K-Frage nicht länger aufgeschoben werden“, sagte Wiebke Winter, mit 25 Jahren jüngstes Mitglied im Bundesvorstand. Vor allem müsse die CDU jetzt „klare inhaltliche Botschaften“ setzen. „Zum Beispiel beim Thema Klimawandel: Deutschland braucht eine Erneuerbare-Energien-Offensive, bei der Offshore, Photovoltaik und Stromnetze massiv ausgebaut werden. Nur so können wir genug Strom produzieren, um bald grünen Wasserstoff weitgehend zu nutzen und das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten.“

    Laschet wird an diesem Dienstag den „Beteiligungsprozess“ am Wahlprogramm eröffnen. So sollen nicht nur die parteiinternen Vereinigungen von CDU und CSU die Möglichkeit haben, Vorschläge zu unterbreiten, sondern auch gesellschaftliche Gruppen und Experten. Laschet selbst kündigte als Thema an, Klimaschutz und Industrie versöhnen zu wollen.

    Auch sei ein „Investitionsschub“ nötig, um das Land digitaler zu machen und von Bürokratie zu befreien. Und obendrein forderte er weniger Globalisierung und mehr „europäische Autarkie“ in der Medizinproduktion. Es könne nicht sein, dass es keine Masken wegen Abhängigkeiten von Drittstaaten gebe. „Europa muss nach der Pandemie gestärkt werden.“

    Laschet stellte klar: Die Union werde „kämpfen“, das Kanzleramt auch in der Zeit nach Merkel zu besetzen. Und hob wie bereits Markus Söder hervor: „Das ist nicht gottgegeben.“

    Mehr: Wie die Union die Kanzlerschaft retten will.

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    3 Kommentare zu "Kanzlerkandidatur: Laschet oder Söder? In der Union wächst die Sehnsucht nach einer Entscheidung"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Agieren , statt reagieren ist jetzt gefordert!
      Ich will weder Zustände wie in NRW, noch einen Zauderer.
      Söder mach‘s.

    • Wer will denn schon Armin Laschet und sein Altherrenkabinett in Berlin? Leider auch überhaup nicht represantativ für Deutschland.
      Wir brauchen dynamische Vertreter wie Merz und/oder Söder. Wen hätten wir aber dann in Bayern als Nachfolger?

    • Wer auch immer Kanzlerkandidat der Union wird oder werden will muss sich gegen unsere Sonnenkönigin emanzipieren. Ein weiter so und mit ihr drückt die Partei noch weiter nach unten, denn immer mehr Menschen stellen fest oder erlangen den Eindruck, Frau Merkel und ihre Politik steht nicht für die Zukunftsthemen unseres Landes.
      Zunächst sollte er sich von den sog. Experten der Regierung ganz oder teilweise trennen.
      Etwas neues und besseres machen wäre die Idee, nicht Ablenkungsdiskussionen zu führen sondern gedanklich auf "Start" setzen und sich um Fakten bemühen.
      Beginn allen Übels ist das Gleichsetzen von positiv Getestete durch einen unzulässigen PCR-Test und Infizierte.
      Hier bräuchte man sich nur auf die Definition der WHO zurückziehen und schon gingen die Zahlen extrem runter. Dies einfach und gut erläutert brächte eine "neue Geschichte" und demjenigen eine Expertise Lösungen zu bieten und Führungsqualität zu zeigen.

      Dann könnte derjenige dem Volk erklären, die wirklichen Corona-Verstorbenen nunmehr feststellen zu wollen, also die Zahlen ab sofort zu kommunizieren, die die Toten alleine DURCH Corona ausweisen.
      Dann noch ordentlich Gas geben und das Verfahren entbürokratisieren, und schon wäre der Held geboren.

      Wer den Mut hätte würde belohnt und die teilweise depressive Stimmung würde sich umdrehen.
      Danach könnte man dann noch die weiteren Zukunftsthemen als Vorhaben dem Volk kommunizieren und alles geht in Richtung - wir schaffen es wirklich!

      So mein Szenario positiv in die Zukunft gerichtet.

      Macht weniger Aufwand als die Leute weiterhin für dumm zu verkaufen.

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