Keine neuen Verhandlungen Klinikärzte streiken auch während der WM

Bis zu 40 deutsche Uni-Kliniken und Landeskrankenhäuser werden während der Fußball-WM nur eine eingeschränkte Versorgung der Patienten anbieten können: Weil die Bundesländer ein Verhandlungsangebot des Marburger Bunds ausgeschlagen haben, geht der Streik der Klinikärzte auch während des Turniers weiter.
"Warten auf Möllring": Ärzte des Uni-Klinikums Jena in Thüringen im Streik. Foto: dpa Quelle: dpa

"Warten auf Möllring": Ärzte des Uni-Klinikums Jena in Thüringen im Streik. Foto: dpa

(Foto: dpa)

HB HANNOVER. Der Sprecher des niedersächsischen Finanzministeriums, Jürgen Tostberg, sagte am Dienstag: „Der Vorstand der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) ist übereinstimmend der Auffassung, dass es derzeit keine weiteren Tarifverhandlungen mit dem Marburger Bund geben wird“. Zuvor hatte sich der niedersächsische Finanzminister und TdL-Vorsitzende Hartmut Möllring (CDU) mit seinen Kollegen und Stellvertretern im TdL-Vorsitz, Rainer Speer (SPD) aus Brandenburg und Horst Metz (CDU) aus Sachsen, beraten. Der Chef des Marburger Bundes, Frank Ulrich Montgomery, hatte Möllring bei einem Telefonat am Montag vorgeschlagen, sich am Donnerstag wieder zusammen zu setzen.

Tostberg ergänzte, die Tarifgemeinschaft sei wie Möllring weiterhin der Auffassung, dass es für die Ärzte an Unikliniken bereits einen Tarifvertrag gebe. Der mit ver.di abgeschlossene Tarifvertrag gelte auch für die Mediziner. Für ein und denselben Betrieb könne es nicht zwei unterschiedliche Tarifverträge geben. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund müsse daher den mit Verdi abgeschlossenen Tarifvertrag übernehmen. Auf Grundlage der Öffnungsklauseln, die der Vertrag enthalte, seien dann allerdings länderspezifische Regelungen möglich, wie man sie in Bayern und Baden-Württemberg bereits angedacht habe. Bei Verdi sind lediglich 600 der 22 000 betroffenen Mediziner organisiert.

Der Marburger Bund hatte zuvor seine Drohung erneuert, auch während der Fußball-WM zu streiken, sollte es bis Freitag nicht zu einem Tarifabschluss kommen. Betroffen sein könnten 40 Unikliniken und Landeskrankenhäuser, sagte der Sprecher der Ärztegewerkschaft, Athanasios Drougias. Zwar seien dann die medizinischen Notfallpläne für die WM in Gefahr. Die Ärzte könnten aber zur Durchsetzung ihrer Forderungen nicht auf den Arbeitskampf verzichten. Die Ärzte an den Uni-Kliniken und Landeskrankenhäusern legen seit dem 16. März zeitweise die Arbeit nieder.

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