Kernenergie Merkel forciert Atom-Ausstieg bis 2022

In der Debatte um den Atomausstieg zeichnet sich das Aus für das letzte deutsche AKW innerhalb von rund zehn Jahren ab. Die Kanzlerin zeigt Sympathien für das CSU-Ausstiegsziel 2022. Von der FDP kommt Kritik.
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Kanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer sind sich einig: Bis 2012 soll der Atomausstieg gelingen. Quelle: dapd

Kanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer sind sich einig: Bis 2012 soll der Atomausstieg gelingen.

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AnderchKanzlerin Angela Merkel äußerte am Samstag Sympathie für den von der CSU beschlossenen Ausstieg bis 2022. "Ich finde, dass der Zeitraum, in der die CSU ihre Entscheidungsmöglichkeit sieht, ein richtiger Zeitraum ist", sagte die CDU-Vorsitzende. Sie machte bei der Vorstandsklausur der Schwesterpartei im oberbayerischen Kloster Andechs deutlich, dass auch die CDU ein festes Datum anstrebe: "Die Menschen wollen einen konkreten Endpunkt wissen und deshalb werden wir auch insgesamt über eine solchen konkreten Endpunkt sprechen." Erstmals sind seit diesem Wochenende wegen des AKW-Moratoriums sowie wegen Wartungsarbeiten insgesamt 13 von 17 Meilern vom Netz. Die Bundesnetzagentur nannte die Stromversorgung dennoch gesichert.

Die Zeitspanne von einem Jahrzehnt hatte bereits CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe realistisch genannt. Das Bundeskabinett will sich am 6. Juni festlegen. Zuvor wird noch der Abschlussbericht der von Merkel eingesetzten Ethik-Kommission zur Atomfrage erwartet.

Schlarmann: Merkel handelt überstürzt

Die Unions-Mittelstandsvereinigung attackierte das Vorgehen von Merkel als überstürzt. Energie würde jetzt in Deutschland nicht nur teurer, sondern auch weniger umweltfreundlich, sagte der Vorsitzende Josef Schlarmann dem Magazin "Focus". Die Atomkraft werde durch Braunkohle, Gas aus Russland und Atomstrom aus Nachbarländern ersetzt.

Die Grünen warfen Merkel ein durchsichtiges Spiel vor: Ein Ausstieg 2022, zusammen möglichst mit einer Überprüfungsklausel, sei nur der Versuch, sich ein Hintertürchen offen zu halten, sagte Fraktionschef Jürgen Trittin. Mit entsprechendem Ausbau des Ökostroms sei der Ausstieg schon 2017 möglich. Dass derzeit nur vier AKW liefen, zeige, dass Warnungen vor einer Stromlücke Panikmache der Atombefürworter seien.

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8 Kommentare zu "Kernenergie: Merkel forciert Atom-Ausstieg bis 2022"

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  • @ermecke

    Zukunfstweisend sind nur Energiequellen, die mögklichst wenig Schäden in der umwelt verursachen und nicht endlich wie die fossilen sind. Atomktaft gehört deshalb logischerweise weg.

  • @klaus ermecke,
    drei Gründe möchte ich nennen:
    1. eine Produktionskalkulation muss auch die Entsorgung beinhalten. Dies ist bis heute offen.
    2. der Atomstrom den es lt. damaliger Infos "fast umsonst geben könnte" wurde zum üblichen Marktpreis verkauft, womit sich der Gewinn unverhältnismäßig verschoben hat und kein Kunde davon profitieren konnte.
    3. Wer glaubt heute noch was ihm vorgelogen wird?

  • Jeder will fr+h aussteigen. Keiner spricht von den Kosten des Strompreises dann. Ich bin nicht bereit für 1 KW/h 50 Euro zu zahlen, nur weil die Politiker und Manager Strom umsonst per Geheimverträge erhalten. Wieso weigern man sich den Preis auf 1 Cent je Stunde per Gesetz fest zu legen? Geld haben wir genug, siehe auch die Politikerversorgung u.A.!

  • Die Frage stellt sich m.E. anders: Wie konnte ein technisch (einstmals) hochkompetentes Land, daß mit großem Erfolg eine zukunftsweisende (weil extrem kostensparende) Technologie entwickelt hatte, überhaupt in einen Zustand gelangen, daß sich die Eiferer des "Ausstiegs" durchsetzen konnten?

  • Doch - ich greife Merkel jeden Tag an.

  • Die deutsche Energiedebatte ist ein ideologisches Tollhaus - nahezu nichts, was da "argumentiert" wird, stimmt mit den Fakten und den naturwissenschaftlichen, technischen und wirtschaftswissenschaftlichen Erkenntnisständen überein. Eine massive Mitschuld hieran tragen die Medien, die sich in den letzten Jahren zu Sprachrohren der Inkompetenz entwickelt haben.

    Beispiel 1: Die Klimalüge, die - wie der Artikel korrekt aufzeigt - sowohl von grünen Aktivisten und Zivilisationshassern als auch von den Kraftwerksbetreibern verbreitet wird, deren letztere sich dann wundern, warum ihnen jetzt die Politik mit "Zertifikaten" das Fell über die Ohren zieht. Warum wird die in der deutschen Presse niemals hinterfragt?

    Beispiel 2: die Geschichtslüge. Im 18. und frühen 19. Jahrhundert war Europa voller Windräder. Aber dann verschwanden sie, und existierten zuletzt nur noch als Denkmäler oder umgebaut als Discos oder Restaurants. Warum werden unisono Windmühlen als Zukunftstechnologie dargestellt, obwohl sie allein deshalb aufgebaut werden, weil eine ideologisch aber auch durch Korruption getriebene Politik sie subventioniert? Warum wird ihr historisches Scheitern niemals thematisiert?

    Beispiel 3: Die Fukushima-Lüge von der "Atomkatastrophe" - der vielleicht ersten "Katastrophe" in der Menschheitsgeschichte, deren Blutzoll gerade einmal aus zwei Dutzend Verletzten besteht, darunter genau zweien durch Strahlung. Und sonst? Ein Gebiet wurde vorübergehend evakuiert - so groß wie ein mittlerer deutscher Landkreis. Und - bevor ich`s vergesse - Sandaale aus der Provinz Fukushima sollen nicht gegessen werden, Spinat nicht, und ein paar andere Gemüse. Trinkwasser ist längst wieder freigegeben, sogar für Babynahrung.


  • Hallo,
    unbeschadet der These Atonenergie "Ja" oder "Nein", stellt sich mir die Frage wie es möglich ist, dass ein beschlossener Ausstieg umgewandelt wurde in eine Laufzeitverlängerung und nun wieder in einen Ausstieg, sogar mit Angabe des Datums?
    Von Intelligenz der Entscheidungsträger zeugt das nicht gerade.

  • Propaganda-Tünche, um die eigentlichen Probleme zu verdecken und keiner greift Merkel dafür an!

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