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KfW Capital Die staatliche Start-up-Finanzierung reicht noch nicht zum Wachsen

Die KfW Capital sollte den Markt für Wagniskapital in Deutschland stärken. Doch die rund 90 Millionen, die sie bislang investiert hat, sind Unternehmensgründern nicht genug.
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Die Wagniskapitaltochter der Förderbank soll Gründer unterstützen. Quelle: KfW
Zentrale der KfW

Die Wagniskapitaltochter der Förderbank soll Gründer unterstützen.

(Foto: KfW)

BerlinDie Wagniskapitaltochter der staatlichen Förderbank KfW, KfW Capital, hat seit ihrem operativen Start am 15. Oktober 2018 sechs Beteiligungen an Wagniskapitalfonds mit einem Gesamtvolumen in Höhe von 88,4 Millionen Euro gezeichnet. Das geht aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Kleine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Danyal Bayaz hervor. Die Antwort liegt dem Handelsblatt vor.

Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr den Startschuss für die Tochterfirma KfW Capital gegeben. Das Unternehmen soll den Markt für Wagniskapital in Deutschland stärken. Die Förderbank investiert nicht direkt in Start-ups, sondern steckt Geld in Venture-Capital-Fonds, die wiederum vielversprechende Unternehmen finanzieren. Ab 2020 soll sie insgesamt 200 Millionen Euro pro Jahr investieren.

Deutsche Start-ups beklagen immer wieder, dass es im internationalen Vergleich einen starken Mangel an Wagniskapital gibt, gerade in der späteren Phase, wenn die Unternehmen große Mengen Geld auf einmal brauchen, um schnell weiter zu wachsen (siehe Grafik).

Grünen-Politiker Bayaz lobte angesichts des Mangels an Wagniskapital zwar das Engagement der KfW Capital als „gut und richtig“. „Im Vergleich zu anderen staatlichen Förderbanken ist das angepeilte Investitionsvolumen von 200 Millionen in dem Bereich aber noch sehr niedrig“, kritisierte der Bundestagsabgeordnete.

Die französische BPI investiere ein Vielfaches der KfW Capital in Wagniskapital. Bayaz warnt davor, dass der Verlust von Know-how und zukünftigen Erträgen erfolgreicher junger Unternehmen drohe, wenn das Engagement nicht aufgestockt werde. „Mögliche Innovationen und Renditen könnten Deutschland und die EU so verlassen“, erklärte Bayaz.

Grafik

Tatsächlich beklagt auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) immer wieder, dass deutsche Unternehmen zwar hierzulande gegründet werden, dann aber ins Ausland abwandern.

Laut Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf die Anfrage der Grünen haben sich seit dem Start von KfW Capital die Wagniskapitalfonds bislang an sieben Unternehmen beteiligt. Davon haben drei ihren Sitz in Deutschland. Zu beachten sei aber, dass noch nicht alle Fondsberichte für das erste Quartal 2019 vorlägen.

Die Start-up-Branche wünscht sich ein entschlosseneres Engagement der Bundesregierung. KfW Capital sei zwar „eine der wichtigsten politischen Maßnahmen der vergangenen Jahre für mehr Venture-Capital in Deutschland“ gewesen, sagte Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Start-ups, dem Handelsblatt.

„Mit dem Ziel, den Mangel an Venture-Capital in der Later Stage zu beheben, darf man die KfW Capital jedoch nicht alleine lassen“, fordert er. „Aus diesem Grund muss die Bundesregierung dringend den Digitalfonds auf den Weg bringen und damit Versicherungs- und Pensionsfonds die Investition in Start-ups ermöglichen.“

Staatlicher Dachfonds

Bereits seit Längerem wird in Berlin über die Einrichtung eines Fonds nach dem Vorbild Dänemarks diskutiert. Schon im Koalitionsvertrag hatten sich SPD und Union darauf verständigt, gemeinsam mit der Industrie einen „großen nationalen Digitalfonds“ einzurichten.

„Wir wollen, dass Ideen aus Deutschland auch mit Kapital aus Deutschland finanziert werden können“, heißt es im Koalitionsvertrag. „Deshalb wollen wir mehr privates Kapital sowie institutionelle Anleger für Investitionen in Start-ups.“ Erst vor Kurzem hatte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD, Bernd Westphal, einen Vorschlag für die Einrichtung eines „Zukunftsfonds“ vorgelegt.

Demnach soll ein staatlich kontrollierter Dachfonds eingerichtet werden, „der sich aus Einlagen von verschiedenen Kapitalsammelstellen speist und stark diversifiziert in verschiedene Wagniskapitalfonds investiert“. Gemeint sind mit den „Kapitalsammelstellen“ vor allem Versicherungen und Rentenkassen, die bislang nur äußerst zurückhaltend in Start-ups investieren. Mit dem Fonds soll ihnen dieses Investment erleichtert werden.

Der deutsche Staat würde nicht selbst Geld beitragen, sondern eine Garantie für mögliche Verluste geben. In Dänemark gibt es bereits einen solchen Fonds. Auch der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer, hatte sich für die Idee offen gezeigt.

Mehr: Dass deutsche Start-ups vermehrt aus internationalen Fonds finanziert werden, ist ein Grund zur Sorge. Ein Kommentar.

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