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KI-Observatorium Arbeitsministerium bringt TÜV für Künstliche Intelligenz an den Start

Mit dem deutschen „KI-Observatorium“ will die Politik Chancen und Risiken von KI-Anwendungen bewerten. Der Fokus liegt auf KI im Wirtschafts- und Arbeitsleben.
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Mehr als 1,3 Millionen Arbeitsplätze werden in den nächsten fünf Jahren durch den Strukturwandel abgebaut. Quelle: dpa
Roboter „Semmi“ vom Kundenservice der Deutschen Bahn

Mehr als 1,3 Millionen Arbeitsplätze werden in den nächsten fünf Jahren durch den Strukturwandel abgebaut.

(Foto: dpa)

München In deutschen Unternehmen steigen die Einsatzmöglichkeiten für Künstliche Intelligenz (KI). Da die Entwicklung Auswirkungen auf Firmen und Beschäftigte hat, ruft das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) eine Art TÜV für die Anwendungen der KI in Unternehmen ins Leben.

Noch in diesem Jahr soll nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ das „deutsche KI-Oberservatorium“ seine Arbeit aufnehmen. Es soll Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz bewerten und politisch steuern helfen.

Der Staatssekretär im BMAS, Björn Böhning, sagte der Zeitung: „Wir schauen uns an, wo diese Technologie eingesetzt wird und wo das in sensiblen Bereichen geschieht.“ Wenn es sich um eine durch KI entstandene Playlist bei einem Musik-Streamingdienst handele, so Böhning, dann sei „das kein Problem für die Politik. Wenn aber ein autonom fahrendes Auto entscheidet, wird ein Begrenzungspfahl umgefahren oder die Gruppe von Menschen daneben, dann geht es um eine andere Risikoklasse, für die wir dann auch politische Gestaltung brauchen.“

Der Fokus des BMAS liegt auf KI-Anwendungen im Wirtschafts- und Arbeitsleben. Derzeit wird insbesondere die aktuelle Entwicklung im deutschen Einzelhandel und im Finanz- und Bankensektor beobachtet. Klassische Berufe wie Kassiererin und Kassierer haben kaum noch Zukunft – eine Folge der rasanten Digitalisierung, die von weltweit agierenden Verkaufsplattformen wie Amazon befeuert wird.

Aber auch im Finanzsektor wird ein KI-Schub erwartet, und zwar in einem Kernbereich der Branche: Das Kredit- und das Aktiengeschäft werden künftig immer stärker durch KI begutachtet und bewertet, was einen spürbaren Einfluss auf die Beschäftigten haben dürfte.

Insgesamt erwarten Fachleute des Ministeriums, dass durch den Strukturwandel in den nächsten fünf Jahren 1,3 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen, aber auch 2,1 Millionen neue Stellen entstehen werden. Bis 2035 werden demnach sogar rund vier Millionen Arbeitsplätze wegfallen, aber auch etwa 3,3 Millionen neue Jobs hinzukommen.

Mehr: Zu einer umfassenden Algorithmen-Regulierung gehört für die Datenethikkommission auch die Schaffung eines Gütesiegels. Der Vorschlag stößt auf parteiübergreifende Unterstützung.

Der Handelsblatt Expertencall
  • rtr
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