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Kinderbetreuung Familienministerin Giffey bringt Corona-Ampel für Kita-Öffnungen ins Spiel

Die Frage der Kinderbetreuung treibt im Lockdown viele Familien um. Bislang regelt jedes Bundesland die Öffnung von Kitas. Nun schlägt Familienministerin Giffey ein neues Modell vor.
31.01.2021 - 16:03 Uhr Kommentieren
Franziska Giffey (SPD) will ihren Plan in der kommenden Woche mit den Länderkollegen beraten. Quelle: dpa
Bundesfamilienministerin

Franziska Giffey (SPD) will ihren Plan in der kommenden Woche mit den Länderkollegen beraten.

(Foto: dpa)

Berlin Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat ein Ampel-Modell für eine zügige Öffnung der Kitas vorgeschlagen. Nach dem 14. Februar müsse es „echte Öffnungsperspektiven bei Kitas und Schulen“ geben, sagte die SPD-Politikerin der „Bild am Sonntag“.

„Unser Vorschlag ist eine Kita-Ampel, bei der erst mal die Situation in den einzelnen Kitas den Ausschlag gibt.“ Somit „könnten wir einen Großteil der Kitas wieder öffnen und gleichzeitig sehr verantwortungsvoll und gezielt anhand des Infektionsgeschehens in den einzelnen Kitas reagieren“, betonte die Ministerin. Ausschlaggebend sollen drei Kriterien sein:

  • Die Anzahl der infizierten Personen
  • Die Anzahl der Kinder in Quarantäne
  • Die Anzahl der Erzieher in Quarantäne.

„Ist niemand infiziert und weniger als zehn Prozent der Kinder und des Personals in Quarantäne, steht die Ampel auf Grün“, sagte Giffey. Dann könne eine Kita den Regelbetrieb wieder aufnehmen.

„Auf Gelb schaltet die Ampel, wenn eine Person infiziert und eine Kindergartengruppe oder maximal ein Viertel des Personals in Quarantäne sind“, sagte Giffey weiter. In diesem Fall gebe es eingeschränkten Regelbetrieb, etwa für weniger Stunden.

Die rote Stufe werde erreicht, wenn zwei Personen an Corona erkrankt und mehr als 25 Prozent des Personals oder mehr als einer Kindergruppe in Quarantäne sind. Dann werde die Einrichtung geschlossen und nur Notbetreuung gewährt.

Nicht gelten solle die Ampel in Gebieten mit einer mehr als 200 Neuinfektionen binnen einer Woche auf 100.000 Einwohner, oder wenn sich eine Corona-Mutation aggressiv ausbreitet. Dann könne es in allen Kitas nur die Notbetreuung geben. Ihren Plan will sie in der kommenden Woche mit den Länderkollegen beraten.

„Bundesweiter Stufenplan weder notwendig noch sinnvoll“

Die bayerische Familienministerin, Carolina Trautner, kritisierte den Vorstoß. „Im Rahmen der letzten gemeinsamen Beratungen der Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) unter bayerischem Vorsitz, an denen Bundesministerin Franziska Giffey als Gast teilnahm, bestand Einigkeit unter den Ländern, dass ein bundesweiter Stufenplan weder notwendig noch sinnvoll ist“, sagte die CSU-Politikerin am Sonntag.

Eine solche Vorgabe werde dem unterschiedlichen Infektionsgeschehen und der vielfältigen Kita-Landschaft in Deutschland nicht gerecht. „Die Länder haben bei der Kinderbetreuung unterschiedliche Ansätze, über die wir uns morgen in der JFMK erneut intensiv austauschen werden“, sagte Trautner.

Mehr: Geschlossene Schulen – Wie berufstätige Eltern jetzt entschädigt werden

  • dpa
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