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Klare Ablehnung aktiver Sterbehilfe Kirchen sprechen sich für Patientenverfügung aus

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Bischof Huber sprach sich im Berliner Dom ausdrücklich für eine Patientenverfügungen aus. „Wie gut wäre es gewesen, wenn Terri Schiavo sich mit solcher Klarheit hätte äußern können“, sagte der Bischof. „Wenn Menschen im Vorhinein beschreiben, wann für sie diese Zeit gekommen sein wird, dann ist dies zu respektieren.“ Auch Kardinal Lehmann, warnte davor, dass andere Herren über Leben und Tod werden könnten und fragte, ob der letzte Wille des Menschen nicht in Schriftform niedergelegt werden sollte. Der Trierer Bischof Reinhard Marx sagte dagegen im Deutschlandfunk, kein Mensch habe das Recht, seinen eigenen Tod zu bestimmen, so wie er auch nicht das Recht habe, sich selber ins Leben zu bringen.

Lehmann und Huber riefen in ihren Osterbotschaften zugleich zu einem selbstbestimmtes Sterben in Würde auf und sprachen sich vehement gegen aktive Sterbehilfe aus. Lehmann betonte bei seiner Predigt im Mainzer Dom, es sei keine Lösung, Menschen schneller in den Tod hinein zu befördern und sie verhungern zu lassen.

Die moderne Medizin könne ein Leben scheinbar unendlich verlängern. Wenn die Kirche mit der Auferstehung Christi zu Ostern die Überwindung des Todes feiere, heiße das aber nicht, das Leben aus eigener Kraft unendlich verlängern zu müssen.

Letzter Wille

Inhalt: Mit einer Patientenverfügung können Patienten für den Fall tödlicher Erkrankung bestimmen, dass die Ärzte lebensverlängernde Maßnahmen unterlassen. Bislang gibt es aber kein Gesetz, das dies eindeutig regelt.

Gesetzentwurf: Nach einer umstrittenen Entscheidung des Bundesgerichtshofs hatte Justizministerin Zypries einen liberalen Gesetzentwurf vorgelegt, nach dem auch eine mündliche Patientenverfügung gelten soll.

Widerstand: Nach Kritik der Kirche und der Ethikkommission des Bundestags zog Zypries ihren Entwurf zurück. Nun soll der Bundestag ohne Fraktionszwang entscheiden. Zwei Gesetzentwürfe, ein strenger und ein liberaler, werden derzeit vorbereitet.

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