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Klima-Risiko-Index 2018 Deutschland weltweit unter den drei am stärksten von Extremwetter betroffenen Staaten

Der Klimawandel macht sich immer stärker bemerkbar – und trifft immer häufiger die großen Industrienationen. Ein Hauptleidtragender: Deutschland.
04.12.2019 - 10:00 Uhr 11 Kommentare

Was kostet Deutschland der Klimawandel? – „Das wird existenzbedrohend“

Berlin Deutschland gehört zu den drei am stärksten von Extremwetter betroffenen Staaten weltweit. Das ist das Ergebnis des Klima-Risiko-Indexes, der am Mittwoch auf dem Klimagipfel in Madrid vorgestellt wurde.

Wie die Übersicht der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch zeigt, forderten die Hitzewellen im Jahr 2018 in Deutschland mehr als 1200 Todesopfer und verursachten in Kombination mit der Rekorddürre Schäden in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro.

Insgesamt verzeichnete Deutschland 2018 rund 4,5 Milliarden Euro Schäden durch Wetterextreme, vor allem die Orkantiefs „Friederike“ im Januar und „Fabienne“ im September verursachten hohe Schäden. 2017 hatte Deutschland mit 27 Todesopfern auf Platz 40 gelegen. Nur Japan und die Philippinen waren im vergangenen Jahr noch stärker von Extremwetter betroffen als Deutschland, gefolgt von Madagaskar, Indien und Sri Lanka.

„Der Klima-Risiko-Index zeigt, dass massive Klimawandelfolgen weltweit zunehmen – sie treffen immer öfter auch Industrienationen wie Deutschland oder Japan“, sagt Maik Winges, einer der Autoren des Indexes. Folgen von Extremwetter wie Dürren, Überflutungen oder Hitzewellen führten auch hierzulande zu Todesopfern und großen Schäden. Im Vergleich seien aber die ärmsten Staaten der Welt noch größeren Risiken ausgesetzt. „Vor allem, weil sie bisher kaum Hilfe für erlittene Schäden und Verluste von den Hauptverursachern des Klimawandels bekommen.“

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    Der Index wird jährlich überarbeitet und zeigt für das Vorjahr und die vergangenen 20 Jahre, wie stark Länder von Wetterextremen wie Überschwemmungen, Stürmen, Hitzewellen und Dürren betroffen sind. Als Basis dienen vor allem die Datenbank des weltweit größten Rückversicherers Munich Re sowie demografische und wirtschaftliche Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF). Bei der Bezifferung der Schäden wird die von Land zu Land teilweise sehr unterschiedliche Kaufkraft berücksichtigt.

    Kaum Chancen zum Wiederaufbau

    Der Langfrist-Index über die Jahre 1999 bis 2018 zeigt, dass sieben der zehn am stärksten betroffenen Staaten Entwicklungsländer mit niedrigem oder geringem mittleren Einkommen sind. Puerto Rico, Myanmar und Haiti sind die am massivsten heimgesuchten Regionen.

    Die Insel Puerto Rico ist ein Beispiel für die wachsende Zahl von Staaten, in denen ein einziger verheerender Hurrikan so massive Schäden hinterlässt, dass weite Landesteile viele Jahre für den Wiederaufbau brauchen. Daneben gibt es aber noch einen weiteren Trend: „Wir beobachten in Ländern wie Haiti, den Philippinen oder Pakistan in so kurzen Abständen wiederkehrende extreme Wetterlagen, dass diese Länder kaum Gelegenheit haben, sich nach Wetterkatastrophen zu erholen“, sagt Studien-Autorin Vera Künzel.

    „Dies zeigt, wie wichtig es ist, dass arme Länder nicht nur bei der Anpassung an den Klimawandel, sondern auch bei nicht mehr vermeidbaren Schäden und Verlusten Unterstützung von den Hauptverursachern des Klimawandels erhalten“, sagt Künzel. Der Klimagipfel in Madrid müsse deswegen Antworten finden auf die Frage, wie der Umfang der benötigten Unterstützung für arme Länder regelmäßig ermittelt wird und wie dann die benötigten finanziellen Hilfen aufgebracht werden.

    Der Umgang mit Schäden und Verlusten ist ein ständiges Streitthema in den internationalen Klimaverhandlungen – auch während der zweiwöchigen Konferenz in Madrid. Derzeit finden vor allem technische Verhandlungen über das Regelwerk des Pariser Klimaabkommens statt.

    Das Abkommen war Ende 2015 in der französischen Hauptstadt beschlossen worden und soll die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius begrenzen, um die schlimmsten Folgen einer ungebremsten Klimaerwärmung zu verhindern. Das Ziel ist überaus ehrgeizig: Schon jetzt hat sich die Erde im vorindustriellen Vergleich um ein Grad erwärmt.

    Mehr: Wegen Unruhen wurde die UN-Klimakonferenz nach Spanien verlegt. Chiles deutschstämmige Umweltministerin Carolina Schmidt leitet den Klimagipfel in Madrid.

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    Mehr zu: Klima-Risiko-Index 2018 - Deutschland weltweit unter den drei am stärksten von Extremwetter betroffenen Staaten
    11 Kommentare zu "Klima-Risiko-Index 2018: Deutschland weltweit unter den drei am stärksten von Extremwetter betroffenen Staaten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wo Herr Maico Dutiné recht hat, muss er recht bekommen, nämlich indem er schreibt, dass die Überschrift des Artikels suggerieren sollte oder tatsächlich suggeriert, gerade in Deutschland stehe wegen des Klimawandels der Staatskollaps und anschließend der Weltuntergang kurz bevor - eine hoffnungslose Übertreibung also. Wer die Bilder aus Puerto Rico nach dem Durchgang des verheerenden Hurrikans Maria 2017 gesehen hatte, der weiß Bescheid, was hier gemeint ist. Die Bilanz jener Katastrpohe: zwischen über 3000 bis über 4500 Todesopfer, Zusammenbruch der gesamten Infrastruktur, 65 Mrd US $ Schäden. Diese Fakten sollten der Autorin eine bessere Vorstellung davon geben, was das Wort "Katastrophe" eigentlich bedeutet. Wem dieser mangelhaft geschriebene Artikel nicht gefällt, auch weil dort nicht klar gesagt wird, wer eigentlich als Autor der Studie, auf die Bezug genommen wird, gerade steht, der kann auf einen besser geschriebenen ausweichen unter https://www.deutschlandfunk.de/klima-risiko-index-deutschland-auf-platz-3-der-weltweiten.1939.de.html?drn:news_id=1076914. Es stellt sich aber in diesem Kontext eine grundsätzliche Frage, nämlich: IST DER KLIMAWANDEL-ALARMISMUS ANGEBRACHT? Da würde ich sagen JA, um die Öffentlichkeit aufzurütteln angesichts der gewaltigen Umweltproblemen globalen Ausmaßes, vor denen wie alle stehen. Und hier muss ich auch der Autorin Recht geben. J.Ch. Chairman-GTVRG e.V. www.gtvrg.de

    • Alleine die Überschrift hat ausgereicht um diesen Artikel NICHT zu lesen.
      Was ein Quatsch...wenn Sie denken wir haben Extremwetter, dann haben Sie das Land noch nie verlassen.

    • Sehr verehrte Frau Kersting,
      da wir um unser Leben bangen müssen, weil die Klimakatastrophe lt. Ihren Ausführungen unmittelbar bevorstehen muss, sei daran erinnert, dass schon einmal von einer Klimakatastrophe berichtet wird bei der die gesamte Menschheit ausgelöscht wurde, außer der Familie Noah die sich auf Geheiß des HERRN mit einer Arche rettete. Damals galt als Grund des Untergangs die moralische Schlechtigkeit der Menschheit, heute ist es ihre CO2-Produktion mit der man wieder einmal ein dankbares Thema gefunden hat, sich die ewige Sehnsucht nach drohenden Sünden, Strafen und Bußen stillen zu lassen.
      Freundlichen Grüßen

    • Der Mensch verbraucht gerade mal ein Zehntel Promille der von der Sonne eingestrahlten Energie (1/10000)!
      Dieses eine Zehntausendstel mehr an Energie soll also alle möglichen Katastrophen auslösen, die Pole zum schmelzen bringen, Küsten überschwemmen, die Erde vertrocknen aber gleichzeitig überschwemmen, wie beim Domino alle möglichen Kippmomente auslösen, usw. usf. Kein vernünftiger Mensch kann diesen ganzen Unsinn glauben!

    • Das Klima ändert sich, seit die Erde eine Atmosphäre hat - und das ist auch gut so.
      Sollte es irgendwann wieder einen Polsprung geben oder den Ausbruch eines Supervulkans, dann wird es sich sogar dramatisch ändern.
      Ohne Klimawandel wäre z.B. die Ausbreitung der Menschheit ganz anders verlaufen. Hätte es etwa wegen der Eiszeit keine Landverbindung zwischen Sibirien und Alaska gegeben, wäre die Besiedlung Amerikas ganz anders und viel später verlaufen.
      Die Indoktrination besteht aber darin, der dummen Masse Glauben zu machen, dass dieser Klimawandel menschengemacht sei - und dass der Mensch (also ebenso "menschengemacht") "gegensteuern" müsse - und vor allem für seine "Schuld" nun "Sühne" zu leisten habe - nämlich in Form eines Revivals des Tetzel´schen Ablasshandels. Und wer ist der Nutznießer dieses neuen Ablasshandels? Nein, eben NICHT das Klima!! Und was diese wenigen Nutznießer dafür veranstalten wollen, ist nichts anderes als eines der größten Verbrechen an der Menschheit!!
      „Wer sich als Retter anbieten will, muss zuerst Ängste schüren, denn Angst fördert jene Opferbereitschaft, die weitere Steuererhöhungen als Voraussetzung der Rettung akzeptiert. (...)
      Hinter der Erfindung des ‚Treibhauses‘, wie der Warnung vor der ,Klimakatastrophe‘ verbirgt sich in Wahrheit der größte und folgenschwerste wissenschaftliche Betrug der Neuzeit. Jede Wärmebildaufnahme von Wettersatelliten aus widerlegt die freche Behauptung, die Erde sei ein ‚Treibhaus‘, und die Erde widerlegt dies durch die nächtliche Abkühlung! (...)
      „Da die Umwelt-Bewegten zugleich massiv gegen Atomenergie sind, bedeutet eine solche Reduktion nicht weniger als wirtschaftliche Totalzerstörung, Massenverarmung und Massentod. Der Umweltismus ist auf dem Weg, eine größere Katastrophe zu werden als der vormalige Sozialismus, denn er würde statt Hunderten von Millionen Menschen künftig Milliarden Menschen auf dem Globus den Tod bringen.“
      https://philippantonmende.com/2019/10/02/vom-klimawahn-zur-energiekrise/

    • Herr Schroeder, die allermeisten der publizierten Thesen sind Vermutungen, aber Vermutungen koennen auch wahr werden. In jedem Fall gibt es eine klare Tendenz
      jegliche Vermutungen, die anders lauten als der derzeitigen mainstream zu unterschlagen.
      Ich bin klar dafuer jegliche Schadensemissionen zu reduzieren, wenn moeglich auf Null,
      aber ich lassen mir keine Panik einreden. Im uebrigen werden die Emissionen nicht
      von den E-Werken, den Raffinerien oder den Herstellern von Verbrennungsmotoren
      verursacht, sondern von den Stromverbrauchern und den Fahrern der Autos. Da muss
      man ansetzen. Ich bin durchaus fuer hoehere Benzinpreise - allerdings sollte im Gegen
      zug die Einkommensteuer gesenkt werden.

    • Sie machen es sich zu einfach, Herr Jürgen Schröder. Scheinbare Wahrheiten sind nicht deshalb wirkliche Wahrheiten, weil sie oft genug wiederholt werden (besonders übrigens in der Berliner Blase). Die Umwelt- und Klimaproblematik kann nur mit Verstand und Technik gelöst werden, nicht aber mit überstürztem, hektischen und unüberlegtem Handeln. Vor allem gilt es den Feinden unserer Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung entschieden entgegenzutreten, die immer ungenierter und nur noch kaum maskiert auftreten.

    • Da sind sie wieder, die bewußten Wegschauer und Faktenverleugner. Ich schlage hartnäckigen Klimawandelleugner vor die Sonnenbrille abzusetzten und mal mal in deutschen Wäldern spazieren zu gehen. Die wirtschaftlichen Folgekosten werden selbstverständlich nicht von der Verursachern der Kohlendioxzidemissionen bezahlt, sondern schön in kleinen Portionen allen Steuerzahlern zugemutet, ob die Kosten für die Erhöhung der Deiche an deutschen Küsten, Ausgleichzahlungen an Bauern und Forstwirte oder Kosten im Gesundheitwesen. Nur weil Wahrheiten unangehm sind, ist Wegschauen und Verharmlosen auch keine Lösung. "Man/frau ist nicht nur für das verantwortlich was man/frau tut, sondern auch für das was man/frau nicht tut". Hoffen auf unsere Jugend allein genügt da nicht.

    • Ich möchte diese Schadenskalkulationen anzweifeln. In den letzten 30 Jahren ist so manches Neubaugebiet in hochwassergefährdeten Gebieten entstanden. Die dort entstandenen Schäden, sollten sie in die Kalkulation eingeflossen sein, würde ich nicht dem Klimawandel sondern dem Bildungsnotstand zuordnen. Die Bauern, die diese Ländereien zur Bebauung abgegeben haben, haben nicht einmal ihre Kühe auf diese Äcker gelassen, weil sie die Tiere nicht mit dem Trecker aus dem Sumpf ziehen wollten.

    • Kann jemand erklären, wie die Zahl der " angeblichen " 1200 Todesopfer in Deutschland aufgrund der Klimaveränderungen berechnet wurde ? Sind das aus der Trickkiste hervorgezauberte Zahlen oder sind das Menschen, die sich der direkten Sonnerstrahlung ausgesetzt haben und dabei verbrannt sind ? Einen derartigen Zusammenhang zwischen der Zahl der Todesopfer und dem Klimawandel herzustellen erscheint mir doch sehr fragwürdig.

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