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Klimabilanz 2019 Treibhausgasemissionen sinken um 6,3 Prozent – „Wir brauchen wieder mehr Windenergieanlagen“

Das Bundesumweltministerium verzeichnet einen Fortschritt beim Klimaschutz. Im Verkehrs- und Gebäudebereich sind die Emissionen jedoch gestiegen.
16.03.2020 - 11:46 Uhr 2 Kommentare
Die Energiewirtschaft erbringt den größten Minderungsbetrag bei den Treibhausgasen. Das liegt daran, dass weniger Gas- und Kohlekraftwerke in Betrieb sind. Quelle: dpa
Braunkohlekraftwerk Jänschwalde

Die Energiewirtschaft erbringt den größten Minderungsbetrag bei den Treibhausgasen. Das liegt daran, dass weniger Gas- und Kohlekraftwerke in Betrieb sind.

(Foto: dpa)

Berlin In Deutschland wurden 2019 rund 805 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt – 6,3 Prozent weniger als 2018. Das zeigt die vorläufige Bilanz des Umweltbundesamtes (UBA).

Mit Ausnahme des globalen Krisenjahres 2009 habe es in keinem Jahr seit 1990 einen so großen Rückgang der Emissionen gegeben, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). „Das macht Mut für die großen Aufgaben, die vor uns liegen.“

Trotz Coronakrise arbeite die Bundesregierung natürlich auch an anderen Themen, sagte Schulze. Die Klimakrise bestehe weiter – und verschwinde nicht mit der Coronakrise. Deswegen habe man sich entschlossen, die Klimabilanz 2019 an diesem Montag zu präsentieren.

Als Gründe für die gesunkenen Treibhausgasemissionen nennen Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt die Reform des europäischen Emissionshandels, den niedrigen Gaspreis, den Ausbau von Wind- und Sonnenenergie sowie die Abschaltung erster Kohlekraftwerksblöcke.

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    Im Vergleich zu 1990 sanken die Emissionen in Deutschland um 35,7 Prozent. Bis 2030 will Deutschland seine Emissionen laut Klimaschutzgesetz um mindestens 55 Prozent mindern.

    UBA-Präsident Dirk Messner sagte, Deutschland bewege sich in die richtige Richtung hin zum Klimaziel 2030. „Wir wissen aber auch, dass wir uns vor allem bei den erneuerbaren Energien auf den Lorbeeren der vergangenen 20 Jahre ausruhen. Wir müssen wieder deutlich mehr Windenergieanlagen installieren, daran führt kein Weg vorbei, um Kohlestrom zu ersetzen, der vom Netz geht. Und in anderen Branchen stagniert die Bewegung, wie bei Gebäuden und Verkehr.“

    Ambitionierter Klimaschutz wird immer dringender

    Man stehe unter Zeitdruck, ambitionierter Klimaschutz werde immer dringender, mahnte Messner und forderte mehr Anstrengungen. „Klimaschutz ist Zukunftssicherung.“ 

    In 2020 werde man eine weitere Reduzierung der Emissionen durch Corona erleben, sagte er. Doch das sei ja nicht auf Strukturveränderungen zurückzuführen. In Wahrheit müsse die Wirtschaft umgebaut werden.

    Bei allen Treibhausgasen gingen die Emissionen zurück. Beim dominierenden Kohlendioxid beträgt der Rückgang nahezu 50 Millionen Tonnen (-6,6 Prozent), teilten Umweltministerium und Umweltbundesamt mit. 

    Die Methangesamtemission sanken um 2,5 Mio. Tonnen (-4,7 Prozent). Lachgas lag bei nahezu minus 1,3 Mio. Tonnen (-3,5 Prozent). Um die Treibhausgasemissionen vergleichbar zu machen, werden sie häufig als so genannte CO2-Äquivalente ausgedrückt. 

    Die Energiewirtschaft erbringt den mit Abstand größten Minderungsbeitrag von fast 51 Millionen Tonnen CO2, das sind 16,7 Prozent weniger als 2018. Ein wesentlicher Faktor ist der Einsatz von weniger emissionsintensiven Gas- statt Kohlekraftwerken.

    Die Reform des europäischen Emissionshandels hat im vergangenen Jahr zu höheren CO2-Preisen geführt. So lag der Durchschnittspreis für eine Tonne CO2 2019 mit 24,65 Euro fast doppelt so hoch wie 2018. In der Folge war der Betrieb von Kohlekraftwerken 2019 häufig teurer als der von Gaskraftwerken.

    Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromproduktion erhöhte sich – allerdings nicht, weil neue Anlagen gebaut wurden, sondern aufgrund eines besonders wind- und sonnenreichen Wetters. Der Ausbau müsse weitergehen, forderte die Ministerin.

    Im Sektor Industrie gehen die Emissionen gegenüber dem Vorjahr um über sieben Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zurück (minus 3,7 Prozent). Die Emissionen aus dem Gebäudebereich stiegen im Vergleich zum Vorjahr um fünf Mio. Tonnen an (plus 4,4 Prozent).

    Ein wesentlicher Treiber des Emissionsanstiegs sind die gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegenen Heizölabsätze. Das lag vor allem am Preis: 2019 war der Heizölpreis deutlich niedriger als 2018.

    Daneben spielte auch die Witterung eine Rolle: Nach dem außergewöhnlich warmen Jahr 2018 war das Jahr 2019 in vielen Teilen Deutschlands wieder etwas kühler.

    Die Treibhausgasemissionen des Verkehrs liegen mit 163,5 Millionen Tonnen CO2 auf einem leicht höheren Niveau als im Vorjahr (+ 0,7 Prozent). Zwar kamen sparsamere Fahrzeuge auf den Markt, gleichzeitig nahm aber auch der Kfz-Bestand zu, so dass in Summe mehr Benzin und Diesel verbraucht wurde. Problematisch ist in diesem Sektor vor allem, dass es seit 1990 so gut wie keine Fortschritte gegeben hat.

    In der Landwirtschaft gingen die Treibhausgasemissionen um 2,3 Prozent auf 68,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zurück. Gründe dafür sind unter anderem sinkende Tierbestände bei Rindern und bei Schweinen.

    Mehr: Laut Gutachten muss Deutschland bei seinen Klimaschutzbemühungen nachsteuern. Vor allem im Verkehrssektor besteht dringender Handlungsbedarf.

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    2 Kommentare zu "Klimabilanz 2019: Treibhausgasemissionen sinken um 6,3 Prozent – „Wir brauchen wieder mehr Windenergieanlagen“"

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    • Die Krise kann zum Positiven viele Dinge wenden, denn die Entschleunigung des Alltags durch Hausarrest der Bevölkerung führt endlich auch zu weniger Verkehrsaufkommen. Neben Wind-, Wasser- und Solarenergie ist eine weitere revolutionärste Alternative für die Energiewende nutzbar. Es gibt neueste Technologien zur solaren Energienutzung von Neutrino-Energy. Die Berliner Neutrino Energy Group bietet sensationelle Innovationen. Sie testet Geräte zur Gewinnung von sauberem Strom aus kosmischer Strahlung. Holger Thorsten Schubart, CEO dieses deutsch-amerikanische Forschungsunternehmen hat die Entwicklung eines innovativen High-Tech-Materials auf Basis einer Vielzahl von dotiertem Kohlenstoff und Silizium zum Abschluss gebracht, mit dem ein Teil der kinetischen Energie von Partikeln des unsichtbaren Strahlungsspektrums in Elektrizität umgewandelt wird. Derzeit werden die ersten industriellen Muster des sogenannten NEUTRINO POWER CUBE, eines Geräts, das saubere Energie liefert, in Deutschland unter Laborbedingungen getestet. Neutrinos, hochenergetische Teilchen, die als Teil der kosmischen Strahlung des unsichtbaren Spektrums kontinuierlich auf die Erde treffen, sind nach jüngsten Untersuchungen eine unerschöpfliche Energiequelle. "Der Energieerhaltungssatz funktioniert. ", sagt der Physiker Professor Strauss, ein ehemaliger Forscher am Massachusetts Institute of Technology, USA, und Mitglied des wissenschaftlichen Rates der NEUTRINO ENERGY Group. Auch im Karlsruher Institut für Technologie wird seit September 2019 offiziell mit Neutrino-Messungen bewiesen, dass diese neue Ära der Energienutzung einen gesamten Systemwechsel in der Anwendung von Neutrinovoltaik bewirken wird. Ein Wandel von der Stromversorgung über Grosskraftwerke und Stromtrassen zur MOBILEN UND DEZENTRALEN HAUSHALTSVERSORGUNG ohne Kabel und Steckdosen ist vergleichbar mit dem Wandel von der Festnetztelefonie zur heutigen, mobilen Smartphone-Telefonie. Wir sollten nicht zusätzlich auf Windenergie setzen.

    • Wer produziert diese Daten? Ich finde diese Angaben höchst zweifelhaft und windig. Wir brauchen auch keine Windräder mehr. Es muß Schluß sein mit der Zuspargelung der Landschaft und der Zerstörung der Natur insbesondere der Wälder. Denn: Wenn der böse Wind nicht weht jedes blöde Windrad steht!
      Aber dann kommt der gespeicherte Strom ja aus dem Netz laut unserer grünen Elite.

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