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Klimaneutralität Energiebranche will Photovoltaik-Boom entfachen

Die Energiebranche macht sich für eine drastische Erhöhung der Ausbauziele für Photovoltaik-Anlagen stark. Das geht aus einem Positionspapier hervor.
27.05.2021 - 04:00 Uhr Kommentieren
Die Potenziale für Photovoltaik-Freiflächenanlagen sind nach Überzeugung des BDEW groß. Quelle: picture alliance / www.photon-pi
Solarpark im schleswig-holsteinischen Eggebek

Die Potenziale für Photovoltaik-Freiflächenanlagen sind nach Überzeugung des BDEW groß.

(Foto: picture alliance / www.photon-pi)

Berlin Die Energiebranche reagiert auf den zuletzt schleppenden Ausbau von klimafreundlichen Energiequellen wie Windkraft und Photovoltaik (PV) in Deutschland. Bis 2030 sollten künftig Jahr für Jahr neue Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mindestens zehn Gigawatt (GW) installiert werden, schlägt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in einem noch unveröffentlichten Positionspapier vor, das dem Handelsblatt vorliegt.

„Uns allen muss klar sein: Die neuen Klimaziele sind äußerst ambitioniert. Entscheidend ist, dass die praktische Umsetzung ermöglicht wird. Es geht jetzt ums Ganze, Trippelschritte beim Erneuerbaren-Ausbau bringen uns nicht mehr weiter“, sagte Kerstin Andreae, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), dem Handelsblatt.

Andreae nannte die Installation von mindestens zehn GW pro Jahr „ein absolutes Novum“, aber zugleich unverzichtbar. „Wenn wir die deutlich ambitionierteren Klimaziele erreichen wollen, müssen wir alles in die Waagschale werfen. Dazu gehört vor allem auch die Photovoltaik: Wir brauchen einen Solar-Boom“, sagte Andreae.

Zur Einordnung: In Deutschland waren Ende 2020 zwei Millionen Solaranlagen mit einer Gesamtnennleistung von 53 GW in Betrieb, die im Wesentlichen in den vergangenen 20 Jahren installiert wurden. In den vergangenen fünf Jahren schwankte der Zubau zwischen 1,5 und 4,8 GW pro Jahr. Im aktuellen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat die Bundesregierung bislang noch einen Zielwert von 100 GW für 2030 festgelegt.

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    Solaranlagen auf landwirtschaftlichen Flächen

    In dem Positionspapier skizziert der BDEW, wie es gelingen könnte, den Ausbau stark zu steigern. So schlägt der BDEW für Freiflächenanlagen kommunale Beteiligungsmöglichkeiten vor, um die Akzeptanz zu erhöhen. Die Unternehmen der Solarbranche werben seit Längeren für solche Konzepte. Eine gesetzliche Regelung im Erneuerbare-Energien-Gesetz gibt es aber bislang nur für Windräder.

    Zusätzlich soll die Akzeptanz für Freiflächen-Anlagen erhöht werden, indem stärker auf die gleichzeitige Nutzung von Flächen für die landwirtschaftliche Pflanzenproduktion und die PV-Stromproduktion gesetzt wird („Agri-PV“). Die Kombination ist technisch möglich und wird in kleinem Maßstab bereits praktiziert.

    Auch schwimmende Solaranlagen („Floating-PV“), etwa in gefluteten Braunkohle-Tagebauen, haben nach Überzeugung des BDEW reichlich Potenzial. Es gibt bereits entsprechende Projekte. Der BDEW geht aber davon aus, dass wesentlich mehr möglich wäre. Das Volumen der Ausschreibungen für solche Projekte im EEG sollte daher vergrößert werden.

    Quartierskonzepte für Ballungszentren

    Die Photovoltaik soll aber auch in die Ballungszentren geholt werden. Daher plädiert der BDEW dafür, Mieterstrom- und Quartierskonzepte zu einem „wichtigen Bestandteil des Energieversorgungssystems in den Städten“ werden zu lassen. „Wir müssen die Dächer wesentlich stärker nutzen: Es muss attraktiver für Haushalte und Gewerbe werden, eine PV-Anlage aufs Dach zu montieren“, sagte Andreae. Deshalb müssten die Anlagenbetreiber die Wahl haben, wie sie den regenerativen Strom nutzen: zum Eigenverbrauch, für die Belieferung an Dritte im Wohnquartier oder zur Vermarktung des Stroms an der Börse. „Hemmschwellen für die Dachflächen-Photovoltaik müssen beseitigt werden“, sagte die BDEW-Chefin.

    Zusätzlichen Schub erhofft sich der Branchenverband von besseren Vermarktungsmöglichkeiten für Strom aus Solaranlagen. Verbesserte Rahmenbedingungen für langfristige Grünstromlieferverträge und ein differenziertes System für grüne und regionale Herkunftsnachweise zählen zu den Instrumenten, die der BDEW vorschlägt.

    Mehr: Mehr Wasserstoff, höherer CO2-Preis - Wie die Grünen den Strommarkt gestalten wollen.

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