Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Klimaneutralität Nationaler Wasserstoffrat: „Wir brauchen mehr Wasserstoff, wir brauchen ihn schneller“

Immer ambitioniertere Klimaziele werden für einen stark steigenden Bedarf an Wasserstoff sorgen. Experten fordern eine rasche Weichenstellung für einen konsequenten Markthochlauf.
04.06.2021 - 03:58 Uhr 3 Kommentare
Im Schwerlastverkehr wird Wasserstoff in wenigen Jahren eine wichtige Rolle spielen. Quelle: imago stock&people
LKW mit Tanks für flüssigen Wasserstoff

Im Schwerlastverkehr wird Wasserstoff in wenigen Jahren eine wichtige Rolle spielen.

(Foto: imago stock&people)

Berlin Mit wachsenden Klimaschutzanforderungen steigt der Bedarf an klimaneutralem Wasserstoff erheblich. In der Stahl- und der Chemieindustrie wird das schon innerhalb der nächsten Jahre spürbar, auch im Flug- und im Schwerlastverkehr wird es schnell einen relevanten Wasserstoffbedarf geben. Das ist die zentrale Erkenntnis der „Metastudie Wasserstoff“, die der Nationale Wasserstoffrat in Auftrag gegeben hat. Die noch unveröffentlichte Studie, die dem Handelsblatt vorliegt, wurde von drei Fraunhofer-Instituten erstellt.

„Wir wissen nun: Die Bedarfe sind noch viel größer als bislang angenommen“, sagte Katherina Reiche, Vorsitzende des Nationalen Wasserstoffrats (NWR), dem Handelsblatt. „Wir brauchen mehr Wasserstoff, wir brauchen ihn schneller“, sagte Reiche.

Die Bundesregierung müsse jetzt umso rascher die Weichen für einen zügigen Markthochlauf der Wasserstoffwirtschaft stellen, sagte Reiche. Anderenfalls werde der in den kommenden Jahren benötigte Wasserstoff nicht zur Verfügung stehen, warnte die NWR-Chefin. Der NWR berät die Bundesregierung bei der Umsetzung der im vergangenen Jahr beschlossenen Nationalen Wasserstoffstrategie.

„Es wird deutlich, dass die Transformation des Energiesystems hin zu Klimaneutralität nur mit einem konsequenten und globalen Ausbau der Wasserstofftechnologien gelingen kann“, sagte Christopher Hebling vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, einer der Autoren der Studie, dem Handelsblatt.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Durch die Verschärfung der Klimaziele müsse der Umstieg auf nachhaltige Energieträger basierend auf Wasserstoff noch viel schneller geschehen, ergänzte er.

    Die Studie wertet acht nationale und vier europäische Studien aus, die ab 2018 veröffentlicht wurden. Die für Deutschland untersuchten Szenarien unterstellen dabei mindestens eine Minderung der Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95 Prozent.

    „Im Jahr 2030 kommt der Zeitpunkt, ab dem größere Nachfragemengen erwartet werden“, heißt es in der Studie. Die Autoren beziehen das auf verschiedene Anwendungsfälle, verweisen aber insbesondere auf die Industrie: Dort werde „bereits 2030 ein vergleichsweise relevanter Wasserstoffbedarf gesehen“.  Als Einsatzbereiche nennen sie die Wasserstoff-Direktreduktion von Eisenerz zur Herstellung von Stahl und die Ethylenherstellung in der Chemieindustrie. 

    Einen „unbestritten hohen Bedarf“ sehen die Autoren auch im internationalen Flug- und Schiffsverkehr. Daher müsse man frühzeitig die Weichen für einen marktbasierten Hochlauf in diesen Sektoren stellen.

    Wird CO2-Speicherung zum Game-Changer?

    Unbestritten ist der Studie zufolge die Bedeutung des Imports von Wasserstoff. Der größte Teil des Bedarfs werde aus ausländischen Quellen gedeckt, schreiben die Autoren. 

    Zu einem wesentlichen Einflussfaktor für den Wasserstoffbedarf könnte zudem die Abscheidung und unterirdische Speicherung von Kohlendioxid (Carbon Capture and Storage, kurz CCS) werden. Wenn beispielsweise prozessbedingte CO2-Emissionen der Stahlindustrie unterirdisch gespeichert würden, könnte dies die Nachfrage nach Wasserstoff erheblich reduzieren. „Die mögliche Rolle von CCS als Game-Changer sollte deshalb aufmerksam beobachtet und weiter analysiert werden“, empfehlen die Autoren.

    CCS war bislang in Deutschland sehr umstritten. Mittlerweile sind allerdings auch Klimaschutzorganisationen zu der Erkenntnis gelangt, dass CCS als Option zur CO2-Reduktion grundsätzlich in Betracht kommt.

    Mehr: Australien könnte bereits ab 2023 relevante Mengen Wasserstoff für die deutsche Industrie liefern

    Startseite
    Mehr zu: Klimaneutralität - Nationaler Wasserstoffrat: „Wir brauchen mehr Wasserstoff, wir brauchen ihn schneller“
    3 Kommentare zu "Klimaneutralität: Nationaler Wasserstoffrat: „Wir brauchen mehr Wasserstoff, wir brauchen ihn schneller“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Dieser Irrglaube an die Wasserstoffstrategie ist gefährlich. Die Wasserstoff-Herstellung ist eine der teuersten Verfahren und die preisliche Entwicklung wird das Grün so verteuern, dass es alle Produkte extrem verteuert. Die günstigste und sauberste Alternative der Energienutzung heisst Neutrino Technologie. Der einstige BundesVerkehrsminister a.D., Prof. KRAUSE veröffentlichte dazu kürzlich: "Das ewige Licht - Der Beginn eines neuen Zeitalters"  Er begründet eindringlich, die günstigste und sauberste Variante der Energienutzung basiert auf Neutrino Technologie. Eine mobile und dezentrale Energienutzung über die Neutrinovoltaic kann jetzt möglich werden, denn sie wird die Photovoltaik ergänzen und ablösen, denn sie kann auch in vollkommener Dunkelheit Energie wandeln. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group sind bereit. Die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos basiert auf neueste Forschungsergebnisse. Die auf Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Mobile, dezentrale Haushaltsenergie und unendliche Reichweite für die Elektromobilität - genial! Auch die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften hatte bereits im Januar 2021 in einer  von Daimler Benz beauftragten Studie die Effizienz der Technologie und  die im Patent deklarierten Eigenschaften der "Neutrino-Voltaik" bestätigt. Das muss in der Deutschen Industrie einfliessen - es können langfristig unglaubliche Kosten gespart werden. Unser Strompreis muss stabil bleiben.

    • "Mittlerweile sind allerdings auch Klimaschutzorganisationen zu der Erkenntnis gelangt, dass CCS als Option zur CO2-Reduktion grundsätzlich in Betracht kommt." Na toll. Nach jahrelangen Verzögerungen durch die Batteriefetischisten kommt nun Bewegeung in die Sache. Ob wohl unsere Umweltministerin ebenfalls dazu gelernt hat? Altmeier und Co waren in der Vergangenheit auch eher Bremser als Beschleuniger. Wir könnten viel weiter sein. Die FDP scheint mir derzeit der einzige Laden zu sein, der noch für Technologieoffenheit kämpft, insbesondere im Individualverkehr.

    • Liebe Freunde,
      auf dem Bild ist verdichteter gasförmiger Wasserstoff zu sehen, nicht flüssiger!! Wenn unsere gesamte Wirtschaftswelt so von Realitätsbezug strotzt, dann weiterhin viel Glück!

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%