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Klimaneutralität Wasserstoff soll Bestandteil der Entwicklungszusammenarbeit werden

Der BDI sieht in Wasserstoffprojekten große Potenziale für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern – zum Nutzen beider Seiten.
16.07.2021 - 16:54 Uhr Kommentieren
Der BDI hat in einem Positionspapier umrissen, welche Bedingungen nach seiner Auffassung erfüllt sein müssen, um Entwicklungsländer beim Thema Wasserstoff besser einzubeziehen. Quelle: dpa
Wasserstoffleitung

Der BDI hat in einem Positionspapier umrissen, welche Bedingungen nach seiner Auffassung erfüllt sein müssen, um Entwicklungsländer beim Thema Wasserstoff besser einzubeziehen.

(Foto: dpa)

Berlin Nach Überzeugung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) lässt sich der Aufbau einer globalen Wertschöpfungskette für grünen Wasserstoff noch besser als bislang mit der Entwicklungszusammenarbeit kombinieren. Implikationen und Chancen für die Entwicklungs- und Schwellenländer und damit auch die staatliche Entwicklungspolitik kämen in der Debatte bislang zu kurz, sagte Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung.

Notwendig seien „neue, marktwirtschaftliche Formen der Zusammenarbeit, um Entwicklungs- und Schwellenländer bei der Teilhabe an einem globalen Wasserstoffmarkt zu fördern“, sagte er. „Diese Kooperationen sollten langfristiger ausgerichtet, risiko- und innovationsfreudiger gestaltet sein.“

In einem Diskussionspapier, das dem Handelsblatt vorliegt, hat der BDI umrissen, welche Bedingungen nach seiner Auffassung erfüllt sein müssen, um Entwicklungsländer beim Thema Wasserstoff besser einzubeziehen. Um Investitionen in Kapazitäten für die Erzeugung, Umwandlung und Nutzung von grünem Wasserstoff mit einem Zeithorizont von mehreren Jahrzehnten gemeinsam mit Entwicklungsländern zu gestalten, seien klassische Förder- und Kooperationsinstrumente mit vordefinierten Förderphasen nicht ausreichend.

Neue Kooperationsformen müssten „das kleinteilige und bürokratische Antrags- und Bewilligungsverfahren hinter sich“ lassen und stärker auf marktwirtschaftliche Anreize setzen, schreibt der BDI. Langfristig entscheide der Markt, ob und in welcher Form der grüne Wasserstoff sich durchsetzen könne.

Nach Überzeugung des Verbands weist das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Projekt „H2 Global“ grundsätzlich bereits den richtigen Weg. Es bringt potenziale Lieferanten von grünem Wasserstoff auf Basis von Ausschreibungen mit potenziellen Abnehmern zusammen. Es sollen langfristige Lieferverträge geschlossen werden.

Als Instrument, um Produzenten und Abnehmer zusammenzubringen, dienen Differenzverträge. Durch diese wird die Lücke zwischen den voraussichtlichen Herstellungskosten des grünen Wasserstoffs und der Zahlungsbereitschaft der Nachfrager aus der Industrie geschlossen. Entwickelt wurde das Konzept von der bundeseigenen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ).

Diese Potenziale birgen Wasserstoffpartnerschaften

In der Nationalen Wasserstoffstrategie, die die Bundesregierung im Juni 2020 verabschiedet hatte, ist die Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern bereits angelegt. Zu den Zielen der Strategie zählt der Aufbau von Wasserstoffpartnerschaften. Mit Ländern wie Chile oder Marokko bestehen solche Partnerschaften bereits.

Der BDI sieht darin erhebliche Potenziale. Um diese komplett zu erschließen, wünscht sich der Verband, das Beihilfe- und Subventionsrecht zu überprüfen: „Während die Regeln des Wettbewerbs in ausgereiften Märkten mit gutem Grund staatlicher Unterstützung für einzelne Unternehmen enge Grenzen setzen, wird das umfangreiche Potenzial der Kooperation in der Erzeugung und im Handel mit grünem Wasserstoff nur dann gehoben werden, wenn staatliche und privatwirtschaftliche Investitionen, vor allem in der Phase des Markthochlaufs, zielgerichtet und effizient auf das Erreichen von Skaleneffekten ausgerichtet werden können“, heißt es in dem Positionspapier.

Dies treffe insbesondere für Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu, wo das komplexe Risikoprofil der Wasserstoffinvestitionen besonders ins Gewicht falle. „Entwicklungsbanken wie der KfW und der EIB kommt hier eine Schlüsselrolle vor allem bei der Entwicklung lokaler Märkte für grünen Wasserstoff zu. Indem sie den Markthochlauf vor Ort durch Förderung auch der Investitionskosten begleiten, wird das kommerzielle Risiko beherrschbarer und damit auch für weit umfangreichere privatwirtschaftliche Investitionen frühzeitig attraktiv“, schreiben die Autoren des BDI-Papiers.

Mehr: Wasserstoff-Investitionen steigen weltweit rasant

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