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Klimapolitik Alternative Kraftstoffe: Wirtschaft und Umweltverbände uneins

Die Regierung wollte wissen: Soll sie auf synthetische Kraftstoffe für Pkws setzen? Nun zeigt ein Bericht: Die Wirtschaft ist dafür, die Umweltverbände sind dagegen.
01.12.2020 - 18:13 Uhr 1 Kommentar
Können synthetische Kraftstoffe die Ökobilanz des Verkehrssektors deutlich verbessern? Quelle: dpa
Autoabgase

Können synthetische Kraftstoffe die Ökobilanz des Verkehrssektors deutlich verbessern?

(Foto: dpa)

Berlin Können alternative Kraftstoffe einen Beitrag leisten, damit der Verkehrssektor seine Klimaziele erreicht? Das hieße, statt 163 Millionen Tonnen im Jahr 2019 zum Ende des Jahrzehnts nur noch 95 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß. Über diese Frage zerbrechen sich seit Wochen eine Arbeitsgruppe der Nationalen Plattform Mobilität der Zukunft im Auftrag der Bundesregierung den Kopf: Wirtschaftsvertreter auf der einen und Umweltverbände auf der anderen Seite.

Es geht um biomasse- und um strombasierte Kraftstoffe bis hin zu dem Hoffnungsträger grüner Wasserstoff und um die Frage, ob und wo sie wirtschaftlich sinnvoll produziert und sinnvoll eingesetzt werden können. „Alternative Kraftstoffe können dazu beitragen, die bis 2030 erforderlichen Treibhausgas-Emissionsminderungen im Verkehrssektor zu erreichen“, heißt es zwar optimistisch in dem Abschlussbericht, der dem Handelsblatt vorliegt und der am Freitag veröffentlicht werden soll.

Darauf haben sich die Akteure verständigt, konkret der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Verband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der ADAC und der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) auf der einen Seite und der BUND, der Naturschutzbund (Nabu) und die Agora Verkehrswende auf der anderen Seite.

Doch sind sich die Vertreter in vielen Punkten uneins, was sie im Abschlussbericht nicht verheimlichen und was eine abschließende Empfehlung an die Politik unmöglich gemacht hat. Allein bei den Mengen, die sich produzieren lassen, gehen die Meinungen weit auseinander.
Einig ist sich die Runde darin, dass derzeit noch viele Herausforderungen zu lösen sind: Zum einen fehlen noch die Technologien, um kurzfristig ausreichend synthetische Kraftstoffe zu erzeugen. Erst „in der zweiten Hälfte der Dekade“ rechnen die Experten mit einem industriellen Durchbruch. Derzeit kosten die Kraftstoffe entsprechend deutlich mehr als Benzin oder Diesel.

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    „Die Prognosen der Herstellkosten 2030 bei strombasierten Kraftstoffen variieren deutlich zwischen 1,00 und 4,50 Euro pro Liter“, heißt es in dem Bericht. Und das ohne Steuern und Abgaben. Um die Kraftstoffe vermehrt einzusetzen, „müssen die Instrumente verlässlich und über einen für die Investition angemessenen Zeitraum planbar sein“, heißt es in dem Bericht. Es gehe um Investitionen „in zweistelliger Milliardenhöhe“.

    Zudem seien „auf nationaler und internationaler Ebene zusätzliche staatliche Instrumente“ notwendig. Dabei ist die Rede von Förderungen, Quoten, Ausschreibungen, einem CO2-Preis sowie der Ausgestaltung des Steuer- und Abgabensystems, um Investitionen auszulösen.

    Autobauer wollen Öko-Kraftstoffe anrechnen

    Doch ist sich die Runde nicht nur uneins über die mögliche Menge, sondern auch über deren Einsatz. So wollen die Umweltverbände die Kraftstoffe im schweren Güterverkehr, der Schifffahrt oder der Luftfahrt einsetzen und nicht wie die Wirtschaft auch im Pkw-Verkehr. Entsprechend war die Frage ein Hauptstreitpunkt, ob der Einsatz alternativer Kraftstoffe auf die europäischen Flottengrenzwerte angerechnet werden soll.

    Demnach könnte ein Autohersteller sich verpflichten, beim Verkauf eines Verbrennungsmotors gleich etwa für sechs Jahre so viele alternative Kraftstoffe zu kaufen und in den Markt der Mineralölwirtschaft zu bringen, wie nötig sind, damit das Fahrzeug die Grenzwerte einhält. Es wäre eine Kompensationszahlung wie im Luftverkehr. So habe der Verbrennungsmotor auch in Zukunft eine Chance und mit ihm die alternativen Kraftstoffe, argumentieren die Wirtschaftsvertreter.

    Je mehr erneuerbare Kraftstoffe in den Markt kämen, desto niedriger sei der Emissionsausstoß. Die Nachfrage würde auch dazu beitragen, dass sich grüner Wasserstoff und E-Fuels schneller mit marktfähigen Preisen behaupten könnten.

    Umweltvertreter halten dem entgegen, dass synthetische Kraftstoffe zu teuer seien und mit der Anrechnung ein Greenwashing betrieben würde. „Die Anrechnung von Kraftstoffen in der Flottenregulierung würde mit konventionellen Kraftstoffen betankte Fahrzeuge per Zertifikat zu Nullemissionsfahrzeugen erklären und damit die Möglichkeit des Greenwashing und der Täuschung der Öffentlichkeit fördern.“ Auch würden die Klimaziele konterkariert.

    „Die bestehende Flottengrenzwertregulierung ist das bisher effektivste Instrument der EU, um Klimagasemissionen von Straßenfahrzeugen zu reduzieren“, lautet die Position. „Die Androhung hoher Strafzahlungen motiviert die Fahrzeughersteller, die CO2-Emissionen ihrer Fahrzeuge zu verringern und diese Fahrzeuge in den Markt zu bringen.“

    Das Papier wurde auf Wunsch des Bundesverkehrsministeriums erstellt, um Potenziale alternativer Kraftstoffe zu ermitteln. Dieser spezielle Bereich soll neben dem Elektro-Antrieb für Autos und Nutzfahrzeuge und dem Ausbau des Schienenverkehrs sowie neuen Konzepten für die Mobilität in der Stadt einen wesentlichen Beitrag leisten, um auch Verbrennungsmotoren klimaneutral zu nutzen.

    Mehr: Bund will 4000 Kilometer Oberleitungen auf Autobahnen bauen.

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    1 Kommentar zu "Klimapolitik: Alternative Kraftstoffe: Wirtschaft und Umweltverbände uneins"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wir müssen begreifen, dass es mehrere Technologien auf dem Markt der Elektromobilität geben muss,damit wir in dieser Zeit des Wandels vorankommen. Vor allem die Batteriezelltechnik mit Ladestationen wird nicht marktführend werden. Unser Stromnetz bräuchte allein eine Kapazität von 350 Gigawatt um nur 1. Mio. Fahrzeuge zu laden von den 54.Mio. Deutschen Fahrzeugen. Und das deutsche Stromnetz ist vollkommen überlastet mit nur 68 Gigawatt Stromstärke, wie sollte da jemals die Batteriezelltechnik sich etablieren. Eine wesentlich bessere Alternative bietet da Neutrino-Technologie. Der einstige BundesVerkehrsminister a.D., Prof. KRAUSE veröffentlichte dazu aktuell: "Das ewige Licht - Der Beginn eines neuen Zeitalters" Weltbuch Verlag, 224 Seiten, ISBN 978-3-906212-56-2. Die günstigste und sauberste Variante der Energienutzung basiert auf Neutrino Technologie. Eine mobile und dezentrale Energienutzung über die Neutrinovoltaic kann jetzt möglich werden, denn sie wird die Photovoltaik ergänzen und ablösen, denn sie kann auch in vollkommener Dunkelheit Energie wandeln. Die Patente der Berliner Neutrino Energy Group sind bereit. Die Einführung der Neutrinovoltaik zur Gewinnung von elektrischem Strom unter dem Einfluss verschiedener elektromagnetischer Strahlung, einschließlich hochenergetischer kosmischer Neutrinos ist jetzt machbar. Die auf Neutrinovoltaik-Technologie basierenden DC-Neutrinoquellen sind sehr kompakt und wetterunabhängig, erzeugen in einem Grundmodus 24h x 365 Tage Strom und können in Gerätegehäuse oder sogar in Elektroautos eingebaut werden. Sie sind in der Lage, sowohl Geräte als auch einzelne Haushalte und Elektroautos ohne Anschluss an eine zentrale Stromversorgung mit Strom zu speisen. Mobile und dezentrale Haushaltsenergie sowie unendliche Reichweiten für die Elektromobilität werden unser Leben weltweit positiv wandeln. Die Deutsche Politik und Medien sollten sich dafür endlich öffnen, um Wirtschaft anzukurbeln.

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