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Klimaproteste in Bremerhaven Greenpeace beklebt SUVs mit „Klimakiller“-Bannern

Die deutsche Autoindustrie baut nach Meinung der Umweltschutzorganisation die falschen Autos. Statt großer SUVs brauche es andere Angebote.
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In Bremerhaven blockierten Greenpeace-Aktivisten das Autoterminal. Damit kritisieren sie den hohen Anteil von SUVs an den Verkäufen. Quelle: dpa
Protest gegen SUVs

In Bremerhaven blockierten Greenpeace-Aktivisten das Autoterminal. Damit kritisieren sie den hohen Anteil von SUVs an den Verkäufen.

(Foto: dpa)

Frankfurt/Bremerhaven Zur Internationalen Automobilausstellung (IAA) haben Umweltorganisationen von der Industrie einen Strategiewechsel verlangt. Die Unternehmen müssten aufhören, besonders große und schwere SUVs zu bauen, forderte Ernst-Christoph Stolper, Vizevorsitzender des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). In diese margenträchtigen Sportgeländewagen (SUV) nun Elektromotoren einzubauen, reiche bei weitem nicht aus.

Gegen die Umweltverschmutzung durch große und schwere Autos protestierten Greenpeace-Aktivisten am Samstag in Bremerhaven. An einem Schiff mit geladenen Sportgeländewagen (SUV) hängten sie ein Banner mit dem Slogan „Klimakiller an Bord“ auf. Auch auf der Laderampe zeigten die Aktivisten Banner.

Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan sagte, mit Blick auf die Klimakrise sei es völlig unverantwortlich, SUVs herzustellen und zu fahren. „Die deutschen Hersteller müssen weg von übermotorisierten Klimakillern und viel stärker auf leichte E-Autos und Mobilitätsdienstleistungen setzen.“

BUND-Vize Stolper betonte, der Wechsel zur Elektromobilität mit nachhaltig produziertem Strom sei prinzipiell der richtige Weg. „Aber innerhalb dieses richtigen Wegs geht die Automobilwirtschaft wieder den falschen, indem sie ihre bisherigen Autos einfach nur mit dem Elektromotor versieht. Sie setzt weiterhin auf ihre Oberklassenstrategie, statt das Auto von unten neu zu denken.“

Für die Pendler in den Ballungsräumen fehle ein vernünftiges und preisgünstiges Elektroauto für vielleicht 15.000 Euro als Mobilitätsergänzung zu Schiene und ÖPNV, die vor allem ausgebaut werden müssten.

„Mit Hybrid-Modellen ist nichts gewonnen“

Die IAA müsse aufpassen, dass sie nicht das Schicksal der eingestellten Computermesse Cebit ereile, sagte der BUND-Vize. „Die IAA ist die Bühne der falschen Mobilitätspolitik der vergangenen Jahre.“ Wenn sich das nicht schnell ändere, werde sie überflüssig.

Die Zeit zum Umsteuern dränge, mahnte der Umweltschützer. „Wir haben für die Einhaltung des Pariser 1,5 Grad-Ziels nur noch sehr wenig Zeit von 10 bis 15 Jahren. Die Maßnahmen müssen deutlich beschleunigt werden. 2050 reicht nicht.“

Stolper verlangte einen höheren Kontrolldruck, was die Einhaltung von Grenzwerten und Klimazielen anbelange. „Die Autoindustrie hat in den letzten 20 Jahre alle Anstrengungen, zu verbindlichen Grenzwerten zu kommen, torpediert oder hintertrieben. Vieles ist nur auf dem Papier erreicht worden“, sagte er.

Der nächste „Taschenspielertrick“ laufe bereits, indem zunächst Motorenkombinationen aus Verbrennern und Elektroantrieben massenhaft in die Flotten gebracht würden. „Mit Hybrid-Modellen ist nichts gewonnen, wenn sie auf langen Strecken gefahren werden. Sie fahren nur die ersten Kilometer elektrisch, gehen aber mit sehr niedrigen Werten in die CO2-Statistik ein.“

Mehr: Kein Fahrzeugsegment wächst so schnell wie das der SUVs. Dabei gelten sie als besonders umweltschädlich. Die Konzerne müssen umdenken – sonst drohen Strafen.

  • dpa
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