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Klimaschutz Bundesregierung erteilt E-Fuels eine Absage

Synthetische Kraftstoffe können zur CO2-Reduktion beitragen. Einige Bundesländer sind für den Einsatz. Doch die Bundesregierung sieht sie skeptisch.
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Sogenannte klimaneutrale Kraftstoffe können Autos, Lastkraftwagen, Schiffe und sogar Flugzeuge antreiben. Quelle: dpa
E-Fuels

Sogenannte klimaneutrale Kraftstoffe können Autos, Lastkraftwagen, Schiffe und sogar Flugzeuge antreiben.

(Foto: dpa)

BerlinDie Bundesregierung erteilt der Anrechnung von E-Fuels bei der CO2-Flottenregulierung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen eine Absage. Das belegt die Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der FDP. In der Antwort, die dem Handelsblatt vorliegt, heißt es, E-Fuels könnten zwar „perspektivisch einen wichtigen Beitrag zu den Treibhausgasminderungszielen leisten“. Einsatzmöglichkeiten zeichneten sich dort ab, wo die direkte Stromnutzung an Grenzen stoße, etwa im Luft- und Schiffsverkehr, aber auch im schweren Straßengüterverkehr.

Doch dann kommt die Einschränkung: „Zur Anrechnung strombasierter Kraftstoffe auf die CO2-Zielwerte im Rahmen der anstehenden EU-Regulierung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen haben sich die Mitgliedstaaten mit der Unterstützung der Bundesregierung im Umweltrat dafür ausgesprochen, diese Frage in der Überprüfung der Zielwerte für CO2-Emissionen für das Jahr 2030 zu behandeln, die im Jahr 2023 erfolgen soll“, heißt es in der Antwort des Umweltministeriums.

Mit anderen Worten: Mit der Einbeziehung in die Flottenregulierung soll es vorerst nichts werden, frühestens in fünf Jahren will man sich erneut mit dem Thema beschäftigen.

Aus der Sicht der FDP ist das ein herber Rückschlag. Mit der Verschiebung würden Entscheidungen, in Forschung und Entwicklung zu investieren, ausgebremst, sagte Lukas Köhler, klimapolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, dem Handelsblatt. Man lasse die Unternehmen im Unklaren, welche Perspektiven sich für E-Fuels im Straßenverkehr ergeben könnten.

E-Fuels sind synthetische Kraftstoffe, die auf Basis erneuerbarer Energien hergestellt werden. Dahinter stecken Technologien, die auf dem erprobten Verfahren der Elektrolyse basieren. Wenn der Strom, der für die Elektrolyse benötigt wird, aus erneuerbaren Quellen stammt, entstehen klimaneutrale Kraftstoffe. Sie können Autos, Lastkraftwagen, Schiffe oder Flugzeuge antreiben, Heizkessel oder Kraftwerksturbinen befeuern.

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Auch als Rohstoff in der Industrie sind sie verwendbar.

Der große Nachteil der E-Fuels: Die Umwandlung von Strom in Kraftstoff kostet Energie. Die direkte Stromnutzung ist wesentlich effizienter. Doch dieser Nachteil wird durch einige Vorteile aufgewogen. Batterien etwa scheiden in bestimmten Anwendungsfällen aus, etwa im Schwerlastverkehr, in der Luft- und Seeschifffahrt. E-Fuels sind in diesen Fällen die einzige CO2-neutrale Lösung.

Außerdem können vorhandene Infrastrukturen weiter genutzt werden – von den Tankstellen bis zur Gasnetzinfrastruktur. Die Bundesregierung hatte sich mit einer Positionierung in Sachen Einbeziehung der E-Fuels in die CO2-Flottenregulierung lange schwer getan. Viele Bundesländer, etwa Niedersachsen und Schleswig-Holstein, hatten sich in den vergangenen Monaten für die Einbeziehung stark gemacht.

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