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Klimaschutz Energie-Agentur fordert Umsteuern der Politik

Wenn die Regierung den Klimaschutz ernst nimmt, wird sie noch viel bewegen müssen. Eine Analyse der Deutschen Energie-Agentur zeigt die Herausforderungen auf.
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Ein Wasserstofftankfahrzeug verlässt das Betriebsgelände des Energieparks in Mainz mit Wasserstoff. Quelle: dpa
Aus Windenergie wird Wasserstoff

Ein Wasserstofftankfahrzeug verlässt das Betriebsgelände des Energieparks in Mainz mit Wasserstoff.

(Foto: dpa)

Berlin Als die Deutsche Energie-Agentur (Dena) im Sommer vergangenen Jahres ihre „Leitstudie Integrierte Energiewende“ vorstellte, war damit klar, dass Erfolge bei Energiewende und im Klimaschutz nur zu erreichen sind, wenn die Politik drastisch umsteuert. Nun hat die Dena, die dem Bund gehört und sich als unabhängiger Treiber und Wegbereiter der Energiewende begreift, nachgelegt: In einem bislang noch unveröffentlichten „Impuls zur aktuellen klimapolitischen Debatte“ kommt sie zu dem Ergebnis, dass sich der Handlungsbedarf seit Veröffentlichung der Leitstudie noch deutlich erhöht hat. Die Dena hat das Papier gemeinsam mit dem Energiewirtschaftlichen Institut an der Universität zu Köln (EWI) erarbeitet.

„Zum Erreichen der Ziele bleibt weniger Zeit, die Emissionskurve muss noch steiler nach unten gehen“, schreibt Dena-Chef Andreas Kuhlmann in dem 38 Seiten umfassenden Papier, das dem Handelsblatt vorliegt.

Gleichzeitig hätten sich durch die mittlerweile angestrebte Klimaneutralität bis 2050 sogar die langfristigen Zielmarken noch verschärft, schreibt Kuhlmann. „Im Ergebnis heißt das für die Entwicklung der Treibhausgasemissionen: Deutschland muss das Tempo mehr als verdreifachen – von einer Reduktion um bisher acht Millionen Tonnen pro Jahr auf 25 Millionen Tonnen pro Jahr“, schreibt der Dena-Chef.

Immerhin sei der Moment günstig für richtungsweisende Entscheidungen, sagt Kuhlmann. Die Politik habe es in der Hand, mit neuen Rahmenbedingungen der Energiewende und dem Klimaschutz den Weg zu ebnen.

Konkret empfiehlt die Dena in ihrem Impuls-Papier, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Da immer mehr Altanlagen aus der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fielen, gehe es nun nicht mehr nur darum, neue Kapazitäten zu schaffen, sondern zusätzlich auch alte Anlagen zu ersetzen. Der für die nächsten Jahre prognostizierte Zubau sei daher viel zu gering.

Außerdem mahnt die Dena an, gesicherte Stromerzeugungsleistung durch den Bau von Gaskraftwerken sicherzustellen. Die Bundesregierung verlasse sich dabei auf Stromlieferungen aus dem Ausland. Außerdem gehe sie von einer nur mäßigen Entwicklung des Strombedarfes aus. Nach den Szenarien der Dena ist ein jährlicher Zubau von Gaskraftwerken mit einer Leistung 2,2 Gigawatt (GW) erforderlich.

Lieblingsthema grüner Wasserstoff

Eine wichtige Rolle misst die Dena synthetischen Kraft- und Brennstoffen bei. Mittlerweile gebe es immer mehr Regierungsprojekte zu diesem Thema, und selbst Umweltverbände machten sich für grünen Wasserstoff stark, registriert die Dena.

Was die Steuerung angeht, so vertritt Dena-Chef Kuhlmann seit langem eine klare Position. „Die Zeit ist reif für einen Paradigmenwechsel in der Klimapolitik. Von der kleinteiligen und kostspieligen Steuerung einzelner Technologien hin zu einem sektorübergreifenden, technologieoffenen und europäisch ausgerichteten marktwirtschaftlichen Ansatz“, hatte er er kürzlich gesagt. Kuhlmann gehört zu den Verfechtern eines CO2-Preises. In der aktuellen Debatte über das Klimapaket der Bundesregierung ist dieser Aspekt in den vergangenen Tagen allerdings immer weiter in den Hintergrund getreten - sehr zum Verdruss von Kuhlmann und anderen Fachleuten.

Mehr: Warum guter Wille in der Klimapolitik nicht ausreicht

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1 Kommentar zu "Klimaschutz: Energie-Agentur fordert Umsteuern der Politik"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Tolle Ideen von der Energie-Agentur, bringt nur nichts fürs Weltklima.

    Unsere paar Millionen Tonnen CO2 - Einsparung - wie auch immer festgestellt - konterkarieren Indien, USA und China in einem Monat.

    So löst man globale Probleme - ich schrei vor Glück, endlich ein Plan.
    Gut, dass die meisten Menschen dieses unseres Landes leistungsbereit sind und nicht zu Depressionen neigen, denn sonst sähe es schlimm aus.

    Trotzdem, allen einen schönen Tag wünscht Peter Michael

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