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Klimaschutz Grüne wollen „Klimapakt“ mit deutscher Industrie

Der Plan sieht vor, dass ein Teil der Kosten von modernen Technologien aus öffentlichen Geldern bezahlt wird. Ein „Klimabeitrag“ soll das finanzieren.
26.02.2020 - 03:21 Uhr Kommentieren
Die Grünen wollen der Industrie beim Klimaschutz helfen. Quelle: dpa
Schornsteine von Industrieanlagen im Ruhrgebiet

Die Grünen wollen der Industrie beim Klimaschutz helfen.

(Foto: dpa)

Berlin Die Grünen wollen der deutschen Industrie beim Klimaschutz mit umfassenden Förder- und Schutzprogrammen unter die Arme greifen. Vor einem Wirtschaftskongress der Bundestagsfraktion an diesem Freitag schlagen die Wirtschafts- und Industriepolitiker vor allem für energieintensive Branchen wie Stahl, Chemie und Zement „Klimaverträge“ vor, um einen Teil der Investitionskosten in moderne Technologien teils aus öffentlichen Geldern zu bezahlen. Ein „Klimabeitrag“, also ein Zuschlag auf Produkte dieser Branchen, soll das finanzieren. Das zweiseitige Positionspapier lag der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vor.

„Wir bieten der deutschen Industrie einen Klimapakt an“, sagte die Grünen-Wirtschaftexpertin Katharina Dröge der dpa. „Wir wollen jetzt den politischen Rahmen schaffen, der die klimaneutrale Produktion auch wettbewerbsfähig macht.“ Bis 2050 soll Deutschland unterm Strich keine Treibhausgase mehr ausstoßen. Für die Industrie bedeutet das Investitionen in Milliardenhöhe.

Die Grünen schlagen vor, dass die öffentliche Hand mit Unternehmen Verträge für klimaneutrale Produktionsmethoden abschließt und die Zusatzkosten über eine bestimmte Zeit trägt. Bis 2050 soll Deutschland unterm Strich keine Treibhausgase mehr ausstoßen. Verbleibende Emissionen müssten dann ausgeglichen werden. Für die Industrie bedeutet das Investitionen in Milliardenhöhe.

Solange der CO2-Preis nicht deutlich steige, den Energiewirtschaft und Industrie in der EU für den Ausstoß von Treibhausgasen bezahlen müssen, lohne sich für besonders energieintensive Branchen der Umstieg auf klimafreundliche Technologien nicht, heißt es im Papier. Daher wolle man die Differenz zwischen dem aktuellen CO2-Preis und den tatsächlichen Kosten der CO2-Vermeidung erstatten. Mit den Unternehmen soll es dazu „Klimaverträge“ geben.

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    "Vom Reden zum Handeln kommen"

    Zum dritten größeren Wirtschaftskongress der Grünen-Fraktion wird am Freitag unter anderem Siemens-Chef Joe Kaeser erwartet. Mehr als 1000 Gäste sind nach Angaben der Fraktion angemeldet. Auch die Stahl-, Chemie- und Autoindustrie sollen vertreten sein. Die Grünen arbeiten daran, ihr wirtschaftspolitisches Profil zu schärfen. Fraktionsvize Oliver Krischer sagte der dpa, in den Branchen Stahl, Chemie und Zement müssen man „vom Reden zum Handeln kommen“.

    In dem Positionspapier schlagen die Fachpolitiker vor, die Kosten für die Klimaverträge über einen „Klimabeitrag“ zu refinanzieren, der auf Produkte der Branche aufgeschlagen wird - sowohl auf heimische Produkte als auch auf Importe. So sollen Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen Regionen vermieden werden. Auch ein „Grenzausgleich“ für CO2-intensive Produkte beim Import in die EU aus Regionen ohne vergleichbare Klimaschutz-Vorgaben gehört zu den Forderungen. Der Begriff „Klimazölle“ wird dabei vermieden.

    Quoten für bestimmte Produkte - etwa CO2-freien Stahl in Autos - sollen aus Sicht der Grünen einen Absatzmarkt schaffen und weitere Investitionen anreizen. Bestimmte, wegweisende Projekte sollen zusätzlich zu den bestehenden Förderprogrammen direkt unterstützt werden, zudem wollen die Grünen neue Steueranreize.

    Eine Größenordnung der Kosten nennen sie nicht. Einem Bericht der Organisation CDP (Carbon Disclosure Project) zufolge haben 2019 knapp 900 europäische Börsenunternehmen insgesamt 124 Milliarden Euro in die Reduzierung ihrer Emissionen gesteckt oder solche Investitionen angekündigt, davon entfielen 44,4 Milliarden Euro auf deutsche Unternehmen. Das reiche aber noch lange nicht aus, hieß es.

    Mehr: Neue Technologien und Innovationen bieten Chancen beim Kampf gegen den Klimawandel. Die Grünen fordern deshalb ökologische Leitplanken für die Digitalisierung.

    • dpa
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