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Klimawandel Ein Drittel der Weltbevölkerung könnte 2070 unter großer Hitze leiden

Durch den Klimawandel könnte die Temperatur in den nächsten 50 Jahren stark ansteigen. Rund 3,5 Milliarden Menschen wären dann von großer Hitze bedroht.
05.05.2020 - 08:24 Uhr 2 Kommentare
Die Temperaturen werden laut der Studie in den verschiedenen Weltregionen steigen. Quelle: dpa
Trockener Boden

Die Temperaturen werden laut der Studie in den verschiedenen Weltregionen steigen.

(Foto: dpa)

Wageningen Wenn der Ausstoß der Treibhausgase nicht gemindert wird, könnten in 50 Jahren 3,5 Milliarden Menschen unter großer Hitze leiden. Sie würden in Gebieten leben, in der die jährliche Durchschnittstemperatur mehr als 29 Grad Celsius beträgt - so sie denn nicht auswandern.

Damit befänden sie sich außerhalb der klimatischen Nische, die der Mensch seit mindestens 6000 Jahren bewohnt, berichten Wissenschaftler um Marten Scheffer von der Wageningen University (Niederlande) in den „Proceedings“ der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften (PNAS).

„Das Coronavirus hat die Welt in einer Weise verändert, die noch vor wenigen Monaten schwer vorstellbar war und unsere Ergebnisse zeigen, wie der Klimawandel etwas Ähnliches bewirken könnte“, wird Scheffer in einer Mitteilung seiner Universität und der anderen beteiligten Forschungseinrichtungen zitiert. Die Veränderungen würden zwar weniger schnell ablaufen, aber anders als bei der aktuellen Pandemie könne man nicht auf eine Erleichterung in absehbarer Zeit hoffen.

Für ihre Analyse blickten Scheffer und Kollegen zum einen in die Vergangenheit. Anhand vorhandener Datenbanken glichen sie die bevorzugten Siedlungsgebiete des Menschen mit den klimatischen Bedingungen in diesen Regionen ab.

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    Sie fanden einen Höhepunkt der Bevölkerungsdichte bei Jahresdurchschnittstemperaturen von etwa 11 bis 15 Grad Celsius und einen kleineren Höhepunkt bei 20 bis 25 Grad Celsius. Diese Verteilung hat sich in den vergangenen 6000 Jahren kaum geändert, weshalb die Forscher diese Temperaturspanne als die „ökologische Nische des Menschen“ bezeichnen.

    Beim Blick in die Zukunft verwendeten die Wissenschaftler eine Klimaprognose aus dem 5. Sachstandsbericht des Weltklimarates (IPCC). Sie geht davon aus, dass sich die Konzentration der Treibhausgase weitgehend ungebremst wie in den vergangenen Jahrzehnten entwickeln wird.

    Die Temperaturen werden in den verschiedenen Weltregionen entsprechend steigen. Zudem nutzten die Forscher das sozioökonomische Szenario SSP 3 für die Entwicklung der Weltbevölkerung.

    Die Modellrechnungen ergaben, dass sich Gebiete mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von mehr als 29 Grad Celsius von jetzt 0,8 Prozent der weltweiten Landfläche (vor allem in der Sahara) bis 2070 auf 19 Prozent ausdehnen werden.

    Die Gebiete lägen vor allem in Südamerika, Afrika, Indien, Südostasien und Nordaustralien. Allein in Indien wäre mehr als eine Milliarde Menschen davon betroffen, in Nigeria, Pakistan, Indonesien und Sudan jeweils mehr als 100 Millionen Menschen.

    „Dies hätte nicht nur verheerende direkte Auswirkungen, sondern es wäre für Gesellschaften auch schwieriger, künftige Krisen wie neue Pandemien zu bewältigen“, betont Scheffer.

    Solche Temperaturanstiege bedeuteten nicht zwangsläufig, dass die Menschen aus den betroffenen Gebieten auswandern würden; denn für Migration gebe es ein komplexes Bündel an Gründen. Dennoch sieht Scheffer die Ergebnisse der Studie als Appell an die Weltgemeinschaft an, den Ausstoß an Kohlendioxid (CO2) rasch zu senken.

    Mehr: Petersberger Klimakonferenz: Merkel fordert schärfere Klimaziele für die EU. Lesen Sie hier mehr.

    • dpa
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    Mehr zu: Klimawandel - Ein Drittel der Weltbevölkerung könnte 2070 unter großer Hitze leiden
    2 Kommentare zu "Klimawandel: Ein Drittel der Weltbevölkerung könnte 2070 unter großer Hitze leiden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • ...Dies hätte nicht nur verheerende direkte Auswirkungen, sondern es wäre für Gesellschaften auch schwieriger, künftige Krisen wie neue Pandemien zu bewältigen“, betont Scheffer...
      Wissenschaftler wissen, dass es jetzt darum geht, möglichst schnell die Treibhausgase zu verringern und das nicht nur wegen der Corona Krise. Das bedeutet auch, wir müssen auf Klimaschutz hin zu neuen Technologien und Emissionsfreier Energienutzung streben.Die Politiker haben Verpflichtungen die Wirtschaft NEU ZU mobilisieren. Für die Elektromobilität stehen neueste Technologien bereit. Die Berliner Neutrino-Energy Group bietet dazu Patente und Lizenzen. Es geht um die Entwicklung der Neutrino-Gleichstromversorgungen für Elektrofahrzeuge, denn es werden derzeit nur Elektrofahrzeuge hergestellt die von der zentralen Stromversorgung aufgeladen werden müssen, und dafür ist ein umfangreiches Ladestationssystem erforderlich. Es ist jedoch bekannt, dass moderne Elektroautos dem Klima mehr Schaden zufügen als moderne Benzinmotoren. Solche Elektroautos haben nur einen Vorteil: Die Emissionen konzentrieren sich nicht auf besiedelte Gebiete, sondern auf Standorte, an denen Kraftwerke Kohle und Gas zur Stromerzeugung verbrennen. Aber die Gesamtmenge an CO2, die in die Atmosphäre ausgestoßen wird, wenn die Zahl der Elektrofahrzeuge steigt, wird dann eindeutig zunehmen. Ohne die Einführung der selbstladenden Neutrino-Technologie hat die Elektromobilität keine Perspektiven und kann nicht zur Lösung von Umweltproblemen werden. Neutrinovoltaik und die Nutzung von Neutrino-Energy basieren auf ernsthaften, wissenschaftlich fundierten und erprobten Entwicklungen eines internationalen Wissenschaftlerteams. Das gilt auch für eine mobile und dezentrale Haushaltsversorgung. Es werden sämtliche Haushaltsgeräte und ganze Häuser über Neutrino In mit Strom versorgt, ohne jegliche Stromtrassen und Kabel/Steckdosen. Neutrino-Energy ist weltweit 365Tage/24h vorhanden - eine unendliche Ressource. Jetzt Aufklären hilft.

    • Eigentlich weiß man ja schon lange, was da auf uns (also die Welt im Ganzen) zukommen wird. Nun zeigt uns Corona noch, quasi als kleines Vorspiel, was denn Pandemie eigentlich heißt, wie es sich denn "anfühlt", wenn die ganze (Erd-)Bevölkerung und dazu auch die ganze Erde, (also Umwelt) "befallen" sein wird.
      Es wird aber kein Gegenmittel mehr geben und auch keine Schutzimpfung, also eigentlich sollte bei uns schon längst Alarmstufe Rot gelten.
      Aber für uns Menschen ist wohl alles, das nicht direkt in unser Leben eingreift, fühlbar wird, wie z.B. eine lebensbedrohliche Krankheit, keiner Überlegung wert. Wenn dieser Mangel an gesellschaftlicher Empathie und Intellekt dann auch noch von diversen "interessierten Kreisen" verstärkt wird - die Mittel der Einflussnahme sind hinlänglich bekannt und täglich zu lesen und zu hören - dann verwundert es nicht, dass nichts passiert.
      Da kommen einem "die sieben Todsünden" in den Sinn, eine Charakterisierung des Menschen, die von der Theologie schon vor Jahrhunderten sehr treffend auf den Punkt wurde: HABGIER, ÜBERMUT, AUSSCHWEIFUNG, JÄHZORN, MASSLOSIGKEIT, NEID und IGNORANZ. Wie kann man gegen diese "Dämonen" ankommen?

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