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Klimawandel So denkt die Welt über den Klimaschutz in Deutschland

Die Energiewende ist in Deutschland umstritten. Im Ausland wird sie von vielen Beobachtern aber positiv gesehen – Sorgen bleiben dennoch bestehen.
25.10.2021 - 12:57 Uhr 1 Kommentar
Es fehlt der Studie zufolge an verlässlich einsetzbaren Kraftwerkskapazitäten, die eine Back-up-Funktion übernehmen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. Quelle: dpa
Windkraft-Anlagen

Es fehlt der Studie zufolge an verlässlich einsetzbaren Kraftwerkskapazitäten, die eine Back-up-Funktion übernehmen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint.

(Foto: dpa)

Berlin Der Blick auf die deutsche Energiewende hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Erhebliche Skepsis weicht dabei einer wachsenden Zustimmung. Das ist das Kernergebnis einer weltweiten Umfrage, die der Weltenergierat Deutschland am Montag vorgestellt hat.

Während 2011 noch 19 Prozent der Befragten daran glaubten, dass deutsche Energiepolitik eine Blaupause für die Welt sein könne, sind es der aktuellen Umfrage zufolge mittlerweile 28 Prozent. 54 Prozent der Befragten betrachten die deutsche Energiewende zumindest teilweise als beispielhaft. Unter den Menschen unter 35 Jahren sehen 50 Prozent die deutsche Energiewende als eine Art Vorbild für die Welt. Der Weltenergierat versteht sich als energieträgerübergreifendes Netzwerk der Energiewirtschaft und ist in knapp 100 Ländern vertreten.

Allerdings gibt es in der Wahrnehmung der deutschen Energiewende auch Schattenseiten: Das größte Risiko sehen die Befragten der Umfrage zufolge beim Thema Energieversorgungssicherheit. Hier erwarten 36 Prozent der Befragten einen negativen Einfluss der Energiewende.

„Die Transformation unseres Energiesystems birgt selbstverständlich Risiken“, sagte Carsten Rolle, Geschäftsführer des Weltenergierats Deutschland. Noch sei die Versorgungssicherheit in Deutschland hoch, Stromausfälle seien eine Seltenheit. „Aber Kern- und Kohlekraftwerke werden abgeschaltet, während die Stromnachfrage durch eine zunehmende Elektrifizierung steigt und der Ausbau von Erneuerbaren und Gaskraftwerken stockt“, sagte Rolle. „Die Fragezeichen aus dem Ausland sind nicht unberechtigt“, ergänzte er.

Rolle rührt damit an einen empfindlichen Punkt der energiepolitischen Debatte. Die Sicherstellung der Versorgung mit Strom zu jeder Sekunde des Jahres dürfte eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre werden.

Kraftwerkskapazitäten fehlen

Mit einem schwindenden Anteil gesicherter Leistung aus Kohle- und Kernkraftwerken und steigendem Anteil volatiler Erzeugung aus erneuerbaren Quellen tun sich Lücken auf. Es fehlt an verlässlich einsetzbaren Kraftwerkskapazitäten, die eine Back-up-Funktion übernehmen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint.

Verschiedene Studien sind in den vergangenen Wochen zu dem Ergebnis gekommen, dass in Deutschland bis 2030 erhebliche Gaskraftwerkskapazitäten neu entstehen müssen. Investoren, die solche Kraftwerke bauen möchten, sind jedoch nicht in Sicht.

Rolle weist außerdem auf die Unwägbarkeiten beim Aufbau von Handelspartnerschaften im Bereich des grünen Wasserstoffs hin. „Wir werden nicht alle Bereiche des Energiesystems elektrifizieren können, insbesondere im Industrie- und Transportsektor nicht. Daher werden wir auf CO2-frei erzeugtem Wasserstoff basierende Energieträger importieren müssen“, sagte er.

Immerhin sehen 93 Prozent der Befragten Potenzial für die erforderlichen Kooperationen Deutschlands im Bereich des grünen Wasserstoffs mit anderen Ländern.

Mehr: Der 860-Milliarden-Euro-Plan für Deutschlands Energiewende

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1 Kommentar zu "Klimawandel: So denkt die Welt über den Klimaschutz in Deutschland"

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  • Die Frage ist doch, warum die Zustimmung zur Energiewende abnimmt. Liegt es ggf. daran, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien in den letzten Jahren von der Regierung massiv behindert wurde?

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