Koalitionen Merkel kommt an der SPD nicht mehr vorbei

Sie war auf dem besten Weg zur ewigen Kanzlerin. Doch nach dem Ende der Jamaika-Koalition an der Saar schwinden Angela Merkels Machtoptionen. Ohne die SPD kann sie nicht mehr regieren – und die sieht sich im Aufwind.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel: schwindende Machtoptionen. Quelle: dapd

Bundeskanzlerin Angela Merkel: schwindende Machtoptionen.

(Foto: dapd)

DüsseldorfWandelt Angela Merkel auf den Spuren Helmut Kohls? Kann auch sie sich 16 Jahre an der Macht halten, vielleicht sogar noch länger? Wird sie die ewige Kanzlerin?

Noch vor gut zwei Jahren hielt so mancher Experte dieses Szenario für gar nicht mal abwegig. CDU und FDP sonnten sich im Umfragehoch – zusammen lagen die beiden Regierungsparteien bei fast 50 Prozent. Die SPD kletterte nur mit Mühe über die 20-Prozent-Marke. Von der Sozialdemokratie – so schien es – drohte der Kanzlerin auf absehbare Zeit keine Gefahr mehr.

Außerdem hatte im Saarland gerade die Jamaika-Koalition die Arbeit aufgenommen, und in Hamburg regierte bereits seit längerem ein schwarz-grüner Senat. Die Grünen, so das Kalkül der CDU-Strategen, könnten nach erfolgreichen Koalitionen auf Landesebene auch im Bund bereitstehen, falls die schwarz-gelbe Mehrheit eines Tages verloren ginge. Hauptsache Merkel bleibt Kanzlerin.

Vergessen und vorbei: Nach dem Ende des schwarz-grünen Senats in Hamburg und dem Platzen der Koalition aus Union, FDP und Grünen im Saarland vor zwei Wochen scheint der schwarz-grüne Traum endgültig ausgeträumt. Und das obwohl Merkel mit ihre Rolle rückwärts in der Atompolitik gerade den größten Stolperstein für ein solches Projekt aus dem Weg geräumt hat. Doch ein stabiles Bündnis zwischen der Union und der Ökopartei ist nicht in Sicht – zu unterschiedlich sind die Kulturen. Das gilt selbst für das Saarland, auch wenn die Union den Bruch dort der dauerstreitenden Saar-FDP anlastet. Die Grünen haben das längst begriffen: Erst kürzlich hatte Fraktionsvorsitzende Renate Künast eine schwarz-grüne Koalition im Bund nach der Wahl 2013 ausgeschlossen.

Merkels Optionen sind überschaubar geworden. Die Grünen wollen nicht, die FDP kommt mangels Masse als Koalitionspartner nach der Bundestagswahl 2013 kaum noch in Frage. Angela Merkel bleibt damit nur noch eine Möglichkeit, ihre Macht zu retten: die SPD.

„Merkel muss darauf hoffen, dass es 2013 nicht für Rot-grün reicht und die Linke bis zur Bundestagswahl nicht koalitionsfähig ist“, sagt der Mainzer Parteieinforscher Jürgen Falter. In diesem Fall würde es wohl zu einer Neuauflage der Großen Koalition kommen, in der die CDU, wenn sie die stärkere Partei wird, den Kanzler stellen könnte, erklärte Falter Im Gespräch mit Handelsblatt Online.

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36 Kommentare zu "Koalitionen: Merkel kommt an der SPD nicht mehr vorbei"

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  • Frau Merkel stellt ganz andre Überlegungen an:
    FDP zerlegt, sie wirdnächstes Jahr nicht mehr im Bundestag sein, SPD während der GroKo von ihr auch in Teilen zerlegt, was bis heute merkbar ist.
    Gibt es eine neue GroKo für kurze Zeit, was sie ja anstrebt, wird die SPD vollends zerlegt.
    Dann ist der Weg frei zu den kommunistischen/stramm sozialistischen Grünen und dann gibt es wieder eine deutsche Einehitspartei.
    Die SPD wird dann wieder zwangsvereinigt
    Desweg fängt man jetzt schon an, die Linke, die dann ja als einzige Oppostionspartei übrig wäre, als Feindbild hinzustellen, ruft sogar nach deren Verbot.
    Alles wohlkalkuliert
    Parteienverbote gibt es eigentlich nur in Diktaturen. Es läuft halt alles darauf hin.
    Die DDR 2.0 ist angedacht
    Und so lange der deutsche Michl schläft, kann Merkel ihr Spiel doch treiben.
    Leider ist die SPD zu blöde, das alles zu merken

  • Und über die andere Arbeit wird auch geflüstert, sie habe sie schreiben lassen

  • Absolute Zustimmung

  • Zumal Merkels Dr.-Arbeit offenbar mit Physik nichts zu tun hat. Ihre Arbeit ist über Leninismus und Marxismus, schön linientreu.

  • Merkel ist nicht die SPD, sondern die SED, vielleicht ein wenig abgeschwächt, aber sie läuft ja mittlerweile in dieser Richtung zu Höchstformen auf

  • Wandelt Angela Merkel auf den Spuren Helmut Kohls? Kann auch sie sich 16 Jahre an der Macht halten, vielleicht sogar noch länger? Wird sie die ewige Kanzlerin?
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    Es wird höchste Zeit, dass so etwas gesetzlich nicht mehr möglich ist.
    Nach 2 Legislaturperioden haben Kanzler/in Minister etc. ihre Posten zu räumen, wie in de USA auch.
    Das Kleben auf den Stühlen muß beendet werden

  • Das wird auch hier kommen, nur Geduld
    Die Schlangen bei den Tafeln werden auch immer länger

  • Aller Fünf Parteien?
    Wohl kaum, die Linken würden weder die Rente mit 67, noch Sklavenarbeit noch Kriege mitmachen.
    Und für die EuroKrise haben sie auch Lösungen, Lesen bildet ungemein.
    Und die sind nicht nur gegen Diätenerhöhungen, die spenden sie nach wie vor!!!

  • @ atinak
    "Oder will hier etwa jemand behaupten, dass Merkel, die in der DDR in Physik promoviert wurde (das durften nur die Systemtreuen)"

    So ein Quatsch! Das weiss ich besser. Promovieren konnte man schon. Interessant wurde es erst später, im Beruf..
    Ist nicht anders als heute, im Öffentlichen Dienst wird oftmals ein bestimmtes Parteibuch vorausgesetzt
    In Sachsen z.B. kommst Du nach einer Teilnahme an eine Anti-Rechts_Demo niemals mehr in den Beamtendienst! So hat jedes System seine Prämissen.

  • @Mollemopp: Sorry, aber wer anderen derart an den Karren fährt, sollte erst einmal rechercherien. Natürlich hat Merkel promoviert, und zwar in physikalischer Chemie. Titel der Diss: Untersuchung des Mechanismus von Zerfallsreaktionen mit einfachem Bindungsbruch und Berechnung ihrer Geschwindigkeitskonstanten auf der Grundlage quantenchemischer und statistischer Methoden. Parallel dazu musste sie eine Arbeit einreichen, die ihre ML-Kenntnisse belegte. Pikanterweise ist diese Arbeit verschollen.

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