Koalitionspoker FDP-Vize Kubicki attackiert „roten Messias“ Schulz

Mitten in der Debatte über Koalitionsoptionen, loben SPD-Kanzlerkandidat und Fraktionschef Oppermann in auffälligem Gleichklang die FDP. Keine Frage: Die SPD macht sich locker. Die Liberalen reagieren prompt.
Update: 06.04.2017 - 11:31 Uhr 13 Kommentare
„Die sozialliberale Koalition auf Bundesebene hat Deutschland ganz sicher moderner und demokratischer gemacht“, sagt der SPD-Kanzlerkandidat Quelle: dpa
Martin Schulz

„Die sozialliberale Koalition auf Bundesebene hat Deutschland ganz sicher moderner und demokratischer gemacht“, sagt der SPD-Kanzlerkandidat

(Foto: dpa)

BerlinFDP-Vize Wolfgang Kubicki hat der Charmeoffensive von SPD-Chef Martin Schulz eine klare Absage erteilt. „Der Schulz-Effekt hat ganz offensichtlich seinen Zenit überschritten. Denn sonst gäbe es keinen logischen Grund, warum die deutsche Sozialdemokratie nach der in die Hose gegangenen Saarland-Wahl eine Debatte über mögliche Koalitionsoptionen anzettelt“, schreibt Kubicki in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt.

„Er weckt zugleich wenig Vertrauen in die Führungsqualitäten des kurzzeitig zum roten Messias erhobenen Martin aus Würselen, wenn er zunächst eine tiefrote Agenda der sozialen Gerechtigkeit ausruft, um sich anschließend den Freien Demokraten anzudienen, die man kürzlich noch in alter SPD-Manier der neoliberalen Kaltherzigkeit beschuldigt hatte“, schreibt Kubicki.

Kubicki reagiert damit auf Äußerungen von Schulz, der ausdrücklich die Verdienste der 1982 zerbrochenen sozialliberalen Koalition hervorgehoben hatte. Ähnlich hatte sich SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann geäußert. Kubicki erklärte dazu: „Ich kann sagen, dass sich die Freien Demokraten jedenfalls nicht auf das Spiel „Wer mit wem?“ einlassen werden. Denn es ist nicht Aufgabe der FDP, einen Kanzler zu stellen.“

In einem Interview hatte Schulz zuvor die Debatte über eine mögliche Ampelkoalition nach der Bundestagswahl angeheizt. „Die sozialliberale Koalition auf Bundesebene hat Deutschland ganz sicher moderner und demokratischer gemacht“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Über den Koalitionsbruch der FDP am Ende der Regierung von Helmut Schmidt (SPD) sagte Schulz: „Das ist alles Vergangenheit.“

Auch zur strategischen Ausrichtung der FDP unter Parteichef Christian Lindner äußerte sich Schulz wohlwollend. „Christian Lindner hat erklärt, die FDP wolle keinen Steuerwahlkampf führen. Das finde ich bemerkenswert.“ Schulz bekräftigte, er selbst werde sich darauf konzentrieren, die SPD bei der Bundestagswahl im September zur stärksten Kraft zu machen. Aber: „Mit Christian Lindner werde ich mich bestimmt auch mal treffen.“

Auch SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hatte dem FDP-Vorsitzenden ausdrücklich Respekt gezollt: „Herr Lindner bemüht sich, nicht länger am Rockzipfel von Frau Merkel zu hängen und Brücken zu anderen Parteien aufzubauen. Das finde ich richtig, denn es gibt bei manchen Themen sicher Überschneidungen“, sagte er der „Rheinischen Post“. Zu einer Koalition sei es aber noch ein weiter Weg. Auf die Frage, ob er nach dem Rückschlag im Saarland ein Ampelbündnis einer rot-rot-grünen Koalition vorziehen würde, antwortete Oppermann: „Ich mache für die SPD und niemanden sonst Wahlkampf.“ Die SPD wolle stärkste Kraft werden und den Kanzler stellen. „Wir können grundsätzlich mit allen koalieren außer der AfD. Aber Sie haben recht, die Linkspartei macht sich nicht gerade interessant für uns.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Spektakulär zerbrochen
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Koalitionspoker - FDP-Vize Kubicki attackiert „roten Messias“ Schulz

13 Kommentare zu "Koalitionspoker: FDP-Vize Kubicki attackiert „roten Messias“ Schulz"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Noch ein paar Wochen lieber Kubicki und die Ostsee hat angenehme Temperatur.
    Noch immer gibt es scheinbar genug Ahnungslose , die nicht merken , dass Schulz nichts weiter ist als das Schild, wohinter sich Gabriel versteckt und Schulz steuert.

    Es kann sein , dass dieses miese Spiel von Gabriel Martin Schulz wieder in die Alkoholabhängigkeit treiben wird ,das ist dann ziemlich mies.

    Der Feind ist Gabriel und die FDP verfolgt aber wieder mal die falsche Spur.

    FDP Wir können nichts, aber das ist unser Markenzeichen.

  • @Herr Gerd Hohn 06.04.2017, 12:30 Uhr

    "Der Martin, ein netter Kumpel wie du und ich?

    Nicht ganz, der vermeintliche Heilsbringer aus Würselen, der Kanzler werden will, ist ein Meister der Täuschung und des Abgreifens von Steuergeld. Geld, das dieser Politfunktionär nicht selbst erwirtschaftet hat."

    Kennen Sie bei den "Eliten" der Altparteien einen Politfunktionär, der selbst "Geld erwirtschaftet" hat?
    Ganz düster dürfte es dazu bei den Linken und Grünen aussehen, die zum Großteil aus Studienabbrechern bestehen, sich aber bestens darauf verstehen, dem arbeitenden Bürger Lebensvorschriften zu machen.

  • Habe gestern im Fernsehen gesehen, die der Maddin das Stadtbad in Würselen "saniert" hat. Wenn er den deutsche Sozialstaat auch so "saniert", dann gute Nacht!

    Ha,ha, ha....

    Mein Gott, gibts es in ganz Deutschland den keine anderen heroischen Polit-Lichgestalten als der Martin und die Erika? Armes Deutschland!

  • Wer erleben möchte, wie der Mann mit der falschen Zunge in flagranti vor laufender Kamera lügt,
    kann sich das hier ansehen:

    https://www.youtube.com/watch?v=rS2u-Pe36nA

    Der Martin, ein netter Kumpel wie du und ich?

    Nicht ganz, der vermeintliche Heilsbringer aus Würselen, der Kanzler werden will, ist ein Meister der Täuschung und des Abgreifens von Steuergeld. Geld, das dieser Politfunktionär nicht selbst erwirtschaftet hat.

  • Ach Herr Schulz, sie fordern....Die rot-grün geführten Bundesländer überleben nur Dank des Länderfinanzausgleichs. Und um diesen in ungeahnte neue Höhen zu führen für "SPD Traumpolitik" war sich die SPD nicht zu schade der Privatisierung der deutschen Autobahnen zuzustimmen inkl. der dazu nötigen Änderung des Grundgesetzes und OHNE öffentliche Debatte. Alptraum sag' ich da nur!

  • Das Ziel von Schulz als linken Vasall der Europa-Diktatoren ist es, möglichst viele Almosen-Empfänger als Asylanten ins Land zu holen, denn die helfen dann mit, Deutschland in der "Weltengemeinschaft" aufzulösen.

  • Luegen, Niedertracht, Kaltschaeuzigkeit, Intrigen, Diffamierungen, Fake News, Bashing, Einschuechterung, MOBBING, etc. sind alles profane Mittel, zur Macht zu kommen oder diese zu zementieren, sowie die Basis fuer Neid und Misgunst !

    Bei einem Parlament von > 650 Leutem mi einen mittleren Lebens-Einkommen ( incl. der uepppigen Rentenansprueche) der Gewaehlten von ca. min 1.5 MIo EURO und das JE WAHLPERIODE !! ist eben jedes Mittel recht, dieses Geld aus dem "Dreck" und Poepel von Hand zu graben = von dem Pack zu generieren !

    Auch dem Basher KUBITZKI und seinen Konsorten ....

    Da kann man eben schwach warden und sich aus der Verantwortung stehlen:
    das Gewissen auch gern mal misbrauchen....oder Sinn & Verstand ausschalten, zum UNWOHL des restlichen Volkes.....

    Gelegenheit entwickelt instinktiv die rechten Triebe, gerade die Krone der Schoepfung, der Mensch, das Schwein !

    da wird man eben mal als Kandidat "weggebissen" von der Meute der MITBEWERBER um die 1.5 MIO EURO, klar!

    wir muessen das tolerieren, anstatt unser Recht und der Regierungen' PFlicht zu fordern:
    also: weiterhin z.B. auf der LEVERKUSENER Autobahn gefallen lassen, recht schoen 40 km/h zu fahren ..bei <3.5 t Gesamtgewicht! ..anstatt auf die Barikaden zu gehen....
    und weiterhin recht schoen diese Mittel der Macht als MARTER "aushalten"!

    IM ERIKA bestimmt eben seit 12 Jahren, was Recht und richtig, bzw. dringend ist, alternativlos verlogen macht siie das!

    Da wird auch schom mal "geMAUTelt", nur eben bei ihr nicht, denn fuer sie bezahlt der Staat....war schomn zu Honnies Zeiten so !!!

  • Die SPD, als auch die FDP fussen auf Ausbeutung, Klientelpolitik und Lügen.
    Waren es nicht die Herren Technokraten dieser beiden Parteien, in vorderster Linie, die fortwährend von "Ihrer EU" träumten?
    Und das, während die Menschen immer mehr verlieren, chancenlos zurückbleiben und den Glauben an die Politikdarsteller und die ganzen Sprücheklopfer verlieren.
    Die Kartellparteien werden ihr neoliberales Proijekt der EU weiter ausbauen,
    Geschaffen von Eliten, für Eliten, der EU Bürger spielt hier keinerlei Rolle

  • Da ist Sie ja wieder... die wankelnde Linder-FDP...auf die SPD schimpfen um dann bei der erst besten Gelegenheit mit der SPD ins Bett zu springen...Siehe Rheinland-Pfalz Wahl...und hier hat sich die Lindner-FDP nicht nur mit der SPD sondern auch mit den Grünen ins Landtagsbett geworfen.
    FDP eine Partei ohne Profil, Konturen und Werte...das einzige was zählt ist Macht und Geldgier.

  • @Herr Martin Wienand 06.04.2017, 10:46 Uhr

    Die Grünen sind vor allem eine Partei, der jedes Mittel Recht ist, um den über Jahre aufgebauten Wohlstand in Deutschland zu vernichten. Das auf die "Migration" zu beschränken ist zu kurz gedacht. Auch die "Energiewende" oder obskure "Klimaziele" vernichten auf Basis ideologischer Verbohrtheit bewährte, funktionierende, kosteneffiziente Strukturen.
    Man könnte mit "EU", "€uro", Bildung, Gendergaga, "Veggie-Day", "Autofasten" und vielen anderen Themen weitermachen.......

    Auch bzgl. der F.D.P. sollten Sie sich keinen Illusionen hingeben.
    Wie man in RLP sehen konnte, werden sich auch die Lindner-Liberalen in jede Richtung "verbiegen", um wieder Regierungsbeteiligung zu erlangen.

    Hier "Hoffnung" in eine gänzlich andere Politik zu sehen, wird sich als Illusion erweisen. Wer eine andere Politik will, braucht nicht zu überlegen wen er von den Altparteien präferiert, da dies letztlich in irgendeiner "bunten" Konstellation auf das "Gleiche" hinausläuft.

    Wer eine andere Politik will, muss dafür sorgen, dass die einzige aktuelle Oppositionspartei zukünftig stark wird.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%