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Köln

Polizisten stehen auf einem Bahnsteig des Kölner Hauptbahnhofs. Am Nachmittag wurde der Geiselnehmer überwältigt.

(Foto: dpa)

Köln Polizei prüft nach Geiselnahme am Hauptbahnhof terroristischen Hintergrund

Nach der Geiselnahme am Kölner Hauptbahnhof laufen die Ermittlungen zu den Hintergründen. Bahnreisende müssen am Dienstag noch mit Verzögerungen rechnen.
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KölnDer bewaffnete Täter zündete einen Molotowcocktail im Schnellrestaurant und verschanzte sich dann mit einer Geisel in der Apotheke: Nach den dramatischen Stunden im Kölner Hauptbahnhof am Montag mit vier Verletzten prüfen die Ermittler unter anderem einen möglichen terroristischen Hintergrund der Taten.

Über den Kurznachrichtendienst Twitter rief die Kölner Polizei am Dienstagmorgen Zeugen dazu auf, „unter nrw.hinweisportal.de Fotos und Videos hochzuladen, die in möglichem Zusammenhang mit dem Tatgeschehen stehen könnten“.

Die Ermittlungen liefen weiterhin auf Hochtouren, twitterten die Beamten. Von der bis in den Abend dauernden Vollsperrung des Hauptbahnhofs waren vermutlich Zehntausende Reisende und Hunderte Züge betroffen.

Am Dienstag erwartete die Bahn einen weitgehend reibungslosen Start in den Tag. „Der Nah- und Regionalverkehr kann planmäßig fahren“, sagte eine Bahnsprecherin in der Nacht. Im Fernverkehr könne es jedoch teilweise zu Verzögerungen und Ausfällen kommen. Das Unternehmen bat Reisende daher, sich vor Beginn ihrer Fahrt über ihre Verbindungen zu informieren.

Ein Spezialeinsatzkommando hatte am Montagnachmittag die Apotheke gestürmt und den Geiselnehmer mit Schüssen schwer verletzt. Die Geisel erlitt leichte Verletzungen. Im nahen Schnellrestaurant war zuvor am Mittag ein 14-jähriges Mädchen durch den Brandsatz, den der Mann geworfen hatte, verletzt worden. Ein weiterer Mensch im Schnellrestaurant erlitt durch das Zünden des Molotowcocktails einen Schock.

Die Ermittler gehen davon aus, dass unter anderem die ausgelöste Sprinkleranlage mit ihren Wassermassen den Täter dazu veranlasste, das Schnellrestaurant zu verlassen. In der gegenüberliegenden Apotheke verschanzte er sich mit einer Frau als Geisel. Der Mann war mit Gaskartuschen und Brandbeschleuniger bewaffnet, wie die Ermittler mitteilten.

„Im Zusammenhang mit dem Betreten der Apotheke soll er Passanten zufolge auch gerufen haben, dass er zur Terrorgruppe Daesh gehört“, sagte Einsatzleiter Klaus Rüschenschmidt am Montagabend. „Daesh“ ist der arabische Name für die Terrormiliz Islamischer Staat.

Weitere Hinweise dazu gebe es aber nicht. Die Ermittler müssen außerdem noch die Identität des Täters zweifelsfrei klären. Am Tatort wurden Papiere eines 55 Jahre alten Syrers gefunden, der eine Duldung bis Mitte 2021 erhalten habe.

Der Inhaber des Aufenthaltstitels sei seit 2016 relativ bekannt wegen verschiedener Delikte wie Diebstahl und Bedrohung. Der Geiselnehmer sei nach den ersten Ermittlungen mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ der Inhaber.

Die Deutsche Bahn erwartet keine gravierenden Auswirkungen mehr für Bahnreisende am Kölner Hauptbahnhof. Am Montagabend sei es noch möglich gewesen, Reisende mit Zügen nach Berlin und Frankfurt zu bringen, sagte die Bahn-Sprecherin am Dienstag. Kunden, die nicht weitergekommen seien, hätten Taxi- und Hotel-Gutscheinen bekommen. Insgesamt seien mehrere Hundert Gutscheine ausgeteilt worden.

Im Bahnhof sei niemand gestrandet, so dass der Infoschalter im Kölner Hauptbahnhof in der Nacht teilweise komplett leer gewesen sei.

Der Kölner Hauptbahnhof gehört zu den meistfrequentierten Bahnhöfen in Deutschland. Der Schienenknotenpunkt liegt im Stadtzentrum direkt neben dem Kölner Dom. Täglich durchströmen ihn rund 1300 Züge, bis zu 280.000 Reisende kommen hier auf elf Gleisen an oder fahren ab.

  • dpa
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