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Kölner Aleppo-Demonstrationen Wie ich lernte, Empörung zu zeigen

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Friedlich und störungsfrei
Die Demonstration verlief insgesamt friedlich und störungsfrei. (Foto: Susanne Schacht, Agentur Momo: http://www.momokinderagentur.de)
Kerzen als Zeichen der Solidarität

Die Demonstration verlief insgesamt friedlich und störungsfrei.

(Foto: Susanne Schacht, Agentur Momo: http://www.momokinderagentur.de)

Gegen 22 Uhr beenden wir unsere Aktion, die weitgehend friedlich und störungsfrei verlaufen ist. Niemand, der sich geprügelt hat. Niemand, der von außen provoziert hat. Wir lösen die Klettverschlüsse unserer gelben Warnwesten und plötzlich ist das große Beben da. Die Knie: weich. Unsere Hände zittern. Jetzt fällt die Anspannung ab und wir fangen langsam an zu realisieren, was wir da zustande gebracht haben - sogar die Tagesschau hat über unsere Aktion berichtet.

Das Adrenalin schüttelt uns auch dann noch durch, als wir vier uns in einer ruhigen Ecke eines Kölner Brauhauses aufwärmen und die letzten Tage und Stunden nochmal Revue passieren lassen. Es grenzt an ein Wunder, dass wir das organisieren konnten, trotz Vollzeitjob. Dass alles gut gegangen ist. Dass wir dieses Zeichen setzen konnten. Dass wir gehört und gesehen wurden von so vielen Menschen.

Als ich am nächsten Morgen aufwache, ploppt ein neuer Gruppenchat auf meinem Smartphone auf: „Guten Morgen, Yve aus der Nähe von Düsseldorf will dort aktiv werden. Kann einer von euch ihr mit Infos und Know-how weiterhelfen? Das wäre super. Danke! Liebe Grüße, Anna.“

Die Chaosforschung sagt: Auch der Flügelschlag des Schmetterlings bewegt das Universum. Wo auch immer sich jetzt irgendwer für mehr Menschlichkeit und gegen die Kriegsverbrechen in Aleppo engagiert: Alles ist besser als Nichtstun. Bitte weitermachen!

Danke!

Unser besonderer Dank geht an Jabbar Abdullah, der 2013 seine Heimat Syrien verlassen hat und derzeit als Archäologe in Köln arbeitet. Als aktive Stimme der syrischen Gesellschaft hat er uns mit einem Redebeitrag unterstützt.

Ein großes Dankeschön gilt auch Susan Bagdach, Expertin für interkulturelle Gesundheit und Prävention für Mädchen und Frauen (u.a. Holla e.V.), die unsere Abschlusskundgebung in Deutz mit ihrer syrisch-kölschen Band HalebColonia bereichert hat.

Und wir danken Roua Abdeil All, einer jungen Frau, die wie Jabbar in Aleppo gewohnt hat, und alle unsere Texte und unsere Ansprache simultan auf Arabisch übersetzte.

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3 Kommentare zu "Kölner Aleppo-Demonstrationen: Wie ich lernte, Empörung zu zeigen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • In Syrien ist Bürgerkrieg. D.h. die Bürger (Islamgläubige = Tötet Andersgläubige) ermorden sich gegenseitig und sind nicht gewillt mit den Nachbarn in Frieden zu leben. Diese Personen will Frau Merkel unbedingt in Deutschland haben!

  • (2/2)

    Schockierend sind für mich nicht nur die Bilder von verletzten und toten Kindern, die aus den Trümmern geborgen werden, derlei Bilder gab es dank westlicher Interventionen in den letzten 60 Jahren so viele, dass man sich schon fast daran gewöhnt hat. Mein Gesicht brennt vor allem, wenn ich sehe, wie reaktionär die durchschnittlichen potenziellen Wähler auf die erneute Meinungsmache reagieren und so erneute Interventionen, bei denen es in Wirklichkeit ausschließlich um Rohstoffe und Absatzmärkte geht, gesellschaftlich legitimieren.

    Denn was wird hier eigentlich gefordert? Ein Freund von mir hat mal gesagt, dass es heute kaum noch Menschen gibt, die etwas ändern wollen, dafür aber haufenweise, die demonstrieren, damit jemand etwas für sie ändert. Dass sich die Kriegsparteien von einem Lichterspiel und ein paar Plakaten beeindrucken lassen, aufhören zu kämpfen und beginnen miteinander zu reden, kann selbst die Autorin, die im gesamten Artikel lediglich die eigene Unbedarftheit zur Schau stellt, nicht ernsthaft glauben.

    Wo die anderen Konsorten sind, die sonst immer so schnell für den Frieden auf die Straße gehen? Die ziehen sich Artikel derselben Autorin wie "Das Superman-Shirt gegen Rückenschmerzen" oder "Traumfigur aus der Steckdose?" rein, solange bei amerikanischen und französischen Bombardements, wenn überhaupt, nur von "Kollateralschäden" die Rede ist.

  • (1/2)

    Seit 1953 der demokratisch gewählte Premierministier Mohammad Mossadegh durch amerikanische Initiative weggeputscht wurde, um sich die Rohstoffe im Iran zu sichern, folgte im Nahen und Mittleren Osten eine westliche Intervention nach der anderen. Es wurden Diktatoren unterstützt, islamistische Terrorgruppen finanziert und mehr als einmal selbst militärisch interveniert. Heute haben die meisten Länder in dieser Region einen Regimechange erfahren, der Lebensstandard ist deutlich gesunken und Millionen Menschen, darunter zahlreiche Zivilisten, sind durch vorwiegend amerikanische Waffen ums Leben gekommen. Immer ging es dabei vordergründig um die "westlichen Werte", also Freiheit und Demokratie, schloss man sich diesem Kriegstreiben nicht an, galt man als "Putin-Versteher" und hatte die Gegenseite mal Oberwasser, verbreitete man schleunigst Meldungen über Atombomben und Kriegsverbrechen, die sich im Nachhinein als erstunken und erlogen herausstellten.

    Auch in Syrien wurde der Regimechange hauptsächlich von den USA finanzierten, ausgerüsteten und ausgebildeten Milizen, teilweise aber auch islamistischen Terrororganisationen initiiert, da sich Assad gegen eine Erdgaspipeline von Katar mit amerikanischer Beteiligung und für eine Pipeline aus dem Iran mit russischer Beteiligung entschied, und auch in diesen Tagen werden syrischen Soldaten die schlimmsten Kriegsverbrechen angedichtet. Allein, dass in diesem Artikel ernsthaft von einem "Bürgerkrieg" gesprochen wird, zeigt also nicht nur die mangelnde Kenntnis politischer und geostrategischer Zusammenhänge der Autorin auf, sondern ist auch eine Unverschämtheit gegenüber den Lesern und respektlos gegenüber den Opfern des "arabischen Frühlings".

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