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Kölner Silvesternacht Erster Prozess wegen sexueller Übergriffe

Neun Täter sind bisher wegen der Vorfälle in der Kölner Silvesternacht wegen Diebstahls verurteilt worden. Am Freitag steht nun erstmals ein Angeklagter wegen versuchter sexueller Nötigung vor Gericht.
05.05.2016 - 14:40 Uhr
In der Silvesternacht wurden Frauen in Köln massenhaft von Männergruppen umzingelt, bedrängt und bestohlen. Jetzt steht zum ersten Mal ein Angeklagter wegen eines Sexualdelikts vor Gericht. Quelle: dpa
Kölner Silvesternacht

In der Silvesternacht wurden Frauen in Köln massenhaft von Männergruppen umzingelt, bedrängt und bestohlen. Jetzt steht zum ersten Mal ein Angeklagter wegen eines Sexualdelikts vor Gericht.

(Foto: dpa)

Köln Nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln steht zum ersten Mal ein Angeklagter wegen eines Sexualdelikts vor Gericht. An diesem Freitag (12 Uhr) beginnt der Prozess gegen einen 26-Jährigen wegen versuchter sexueller Nötigung. Der Algerier soll zusammen mit etwa zehn anderen Männern in der Vorhalle des Hauptbahnhofs eine Frau umzingelt, begrapscht und bestohlen haben.

Laut Anklage sei das Opfer aus der Gruppe heraus zwei bis drei Minuten lang von mehreren Personen „in sexueller Motivation“ am Gesäß, der Hüfte und der Taille angefasst worden, sagte ein Sprecher des Kölner Amtsgerichts. In dem Getümmel soll der 26-Jährige der Frau das Handy aus der Tasche gezogen haben. Deshalb ist er auch wegen Raubes und versuchten Diebstahls in einem besonders schweren Fall angeklagt. Nach Angaben seines Verteidigers bestreitet der 26-Jährige die Vorwürfe.

Wegen Raubes wird auch der Bruder des Mannes auf der Anklagebank sitzen. Der 23-Jährige soll ebenfalls einer Frau das Handy gestohlen haben, während sie von mehreren Männern umstellt wurde.

In der Silvesternacht hatten Tätergruppen am Kölner Hauptbahnhof massenweise Frauen eingekreist, bedrängt und bestohlen. Nach Zeugenangaben handelte es sich bei den Tätern vor allem um Männer mit nordafrikanischem oder arabischem Aussehen.

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    Neun Angeklagte wurden bislang zu Haft-, Bewährungs- oder Geldstrafen verurteilt - allerdings wegen Eigentumsdelikten wie Diebstahl, nicht wegen Sexualstraftaten.

    Insgesamt sind bei der Kölner Staatsanwaltschaft knapp 1170 Anzeigen zu den Silvester-Ereignissen eingegangen, 492 davon wegen einer Sexualstraftat. Die meisten der bislang rund 150 Beschuldigten stammen nach Angaben eines Sprechers aus Algerien oder Marokko. Elf mutmaßliche Täter sitzen derzeit in Untersuchungshaft.

    Erst in der vergangenen Woche verhaftete die Polizei einen Verdächtigen am Bodensee, als er dort bei einem Ladendiebstahl erwischt wurde. Dem 19-jährigen Marokkaner werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft sexuelle Nötigung und Raub vorgeworfen.

    • dpa
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