König Abdullah von Saudi-Arabien Christian Wulff vertritt Deutschland bei Trauerfeier

Wenn am Samstag Kanzlerin Merkel ihre Grippe auskuriert und Bundespräsident Gauck den 75. feiert, wird Christian Wulff offiziell Deutschland repräsentieren. Grund könnte das neue Amt des einstigen Bundespräsidenten sein.
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Altbundespräsident Wulff: „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“ Quelle: Reuters

Altbundespräsident Wulff: „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“

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Berlin/New YorkAuf Bitten von Bundeskanzlerin Angela Merkel wird Altbundespräsident Christian Wulff Deutschland bei der Trauerfeier für den saudischen König Abdullah vertreten. Das sagte eine Regierungssprecherin am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Zu den Gründen äußerte sie sich nicht.

Die Trauerfeier soll an diesem Samstagabend stattfinden. Der Monarch war am Donnerstagabend im Alter von 91 Jahren gestorben, am Freitag wurde er bereits beerdigt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hatte es im Laufe des Tages eine Reihe von Telefonkontakten zwischen Bundespräsidialamt, Kanzlerin Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) gegeben, der sich gerade in Nordafrika aufhält.

Der Vorschlag, Wulff zu der Trauerfeier zu schicken kam nach Angaben aus Regierungskreisen von Merkel. Grund könnte Wulffs Amt als Präsident der Organisation Euro-Mediterran-Arabischen Länderverein (EMA) sein, das er seit August 2014 inne hat. Die EMA setzt sich unter anderem für eine bessere Kooperation zwischen Deutschland und den arabischen Ländern in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung ein. Erst vergangene Woche hatte Merkel sich noch einmal den Satz „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland“ zu eigen gemacht, den Wulff als Bundespräsident 2010 bei seiner Bremer Rede zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit gesagt hatte.

In Deutschland ist es eher unüblich, dass ehemalige Amtsträger das Land bei solchen Anlässen vertreten. Es gab aber auch früher schon einzelne Fälle. In den USA dagegen ist es gängige Praxis, dass ehemalige Präsidenten das Land in solchen Fällen repräsentieren.

Bundespräsident Joachim Gauck feiert an diesem Samstag seinen 75. Geburtstag. Merkel war zuletzt bei ihren Auftritten in Davos und in Florenz schwer erkältet. Zwischenzeitlich wurde auch über eine Teilnahme Steinmeiers an der Trauerfeier für König Abdullah nachgedacht. Der Außenminister hält sich am Wochenende aber zu einem Besuch in Algerien auf.

  • dpa
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