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Kohlemine in Australien Umweltaktivistin Neubauer greift Siemens-Chef Kaeser an: „Es ist Wahnsinn“

Die bekannte Umweltaktivistin kritisiert Siemens für die Beteiligung an einer der größten Kohleminen der Welt. Konzernchef Kaeser will das Engagement prüfen.
29.12.2019 Update: 29.12.2019 - 12:56 Uhr Kommentieren
Joe Kaeser: Umweltaktivistin Neubauer greift Siemens-Chef an Quelle: dpa
Luisa Neubauer

Die Umweltaktivistin kritisiert Siemens-Chef Joe Kaeser für die Beteiligung am Bau einer Kohlemine.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die deutsche Umweltaktivistin Luisa Neubauer hat Siemens wegen der Beteiligung am Bau einer Kohlemine in Australien kritisiert. Auf Twitter nannte die 23-Jährige das Projekt „Wahnsinn“ und wandte sich direkt an Konzernchef Joe Kaeser.

In der australischen Region Queensland soll eine der größten Kohleminen der Welt entstehen. Die indische Adani-Gruppe, ein multinationaler Mischkonzern, will im Galilee-Becken in den kommenden 60 Jahren 2,3 Milliarden Tonnen Kohle fördern.

Über eine Bahnstrecke soll die abgebaute Kohle an die Küste befördert und von dort per Schiff transportiert werden – überwiegend nach Indien. Die Bahntechnik-Sparte von Siemens soll eine Signalanlage für die geplanten Bahnstrecken zuliefern – also ein vom Volumen eher kleiner Auftrag für den Dax-Konzern.

Umweltschützer fürchten, dass die Kohlegrube nur der Anfang eines viel größeren Abbau-Vorhabens sein könnte. In der Region liegen mehrere Milliarden Tonnen Kohle unter der Erde. Unter dem Hashtag #StopAdani hat sich deshalb Widerstand gegen den indischen Betreiber formiert.

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    Unter dem Tweet diskutieren nun zahlreiche Nutzer, darunter auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter. Er bemängelte allerdings Neubauers Wortwahl und riet ihr „zu einer rationalen Auseinandersetzung über künftige Energieversorgung verbunden mit geoökonomischen Fragen“.

    Neubauer ist eine der Hauptorganisatoren des von Greta Thunberg inspirierten Schulstreiks „Fridays for Future“ in Deutschland.

    Nach den monatelangen Protesten gegen den Bau der Mine hatte sich Siemens-Vorstand Kaeser bereits per Twitter geäußert. Er wolle sich „die Sache sorgfältig ansehen und sich bald zurückmelden“, schrieb er.

    Gleichzeitig warnte er vor zu großen Erwartungen: Die Entscheidung von Siemens könne sich ändern oder eben nicht.

    Kaeser selbst hatte immer wieder mit Tweets für Aufsehen gesorgt. Anfang November hatte er über einen „kiffenden Kollegen in USA“ geschrieben, der „von Peterchens‘ Mondfahrt“ spreche. Dieser Beitrag – offenbar über den Kunden Elon Musk – hatte auch bei manchen Aufsichtsräten für Stirnrunzeln gesorgt. In den vergangenen Wochen hatte sich Kaeser auf Twitter zurückgehalten. Die Stellungnahme zu Adani war sein einziger Tweet im vergangenen Monat. 

    Der Industriekonzern hatte 2015 angekündigt, das eigene Geschäft bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu gestalten.

    In einer Stellungnahme betonte Siemens, dass die Mine die Unterstützung aller großen Parteien des Landes habe. Man verfolge im Kampf gegen den Klimawandel „einen deutlichen breiteren Ansatz“. Es gebe nicht nur einen richtigen Weg zu weniger Emissionen. „Fossile Brennstoffe werden deshalb auch weiterhin eine wichtige Quelle sein, um eine zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung zu sichern“, hieß es weiter.

    Mehr: Weltweit sind nur noch halb so viele neue Kohlekraftwerke in Planung und Bau wie noch vor drei Jahren – aber immer noch viel zu viele, wie Klimaschützer beklagen.

    • tse
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