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Kommentar Auf die millionenschweren Dürrehilfen muss der Umbau der Landwirtschaft folgen

Die Politik springt den dürregeplagten Bauern finanziell bei. Doch das reicht nicht. Die Betriebe müssen sich auf die Erderwärmung einstellen.
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Etwa 10.000 deutsche Betriebe sind von der Dürre betroffen. Sie verzeichnen Milliardenschäden. Quelle: dpa
Dürre in Deutschland

Etwa 10.000 deutsche Betriebe sind von der Dürre betroffen. Sie verzeichnen Milliardenschäden.

(Foto: dpa)

Die Bundeslandwirtschaftsministerin hält Wort. Julia Klöckner lässt die Bauern „nicht im Regen“ stehen – auch wenn das von ihr verwendete Bild nicht zur anhaltenden Trockenphase und den dadurch verursachten Ernteschäden in Deutschland passen will.

Erstmals seit dem Hitzesommer 2003 springt die Bundesregierung in diesem Jahr mit einer finanziellen Nothilfe für existenzgefährdete landwirtschaftliche Betriebe ein. Der diesjährige Hitzesommer hat vor allem im Norden und im Osten massive Ernteausfälle verursacht, bundesweit liegt die Getreideernte 22 Prozent unter dem Vorjahresergebnis.

Insgesamt 10.000 Betriebe, etwa jeder 25. Hof, ist nach Einschätzung der Länder so sehr betroffen, dass sie in ihrer Existenz bedroht sind. Um ihr Aus abzuwenden, will der Bund 150 bis 170 Millionen Euro lockermachen. Die Länder, die für die Bedürftigkeitsprüfung zuständig sind, sollen die gleiche Summe noch einmal obendrauf legen.

Gezielte Hilfen für Betriebe sind angesichts des Ausmaßes der diesjährigen Ernteausfälle richtig – trotz der Milliarden aus dem EU-Haushalt, die jedes Jahr in die europäische und damit auch die deutsche Landwirtschaft gepumpt werden.

Der Wetterdienst spricht von „Temperaturanomalien“ für die zurückliegenden Monate, den höchsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Die CDU-Ministerin hat widerstanden, sich den Wünschen des Bauernverbandes zu beugen, der Hilfen von bis zu einer Milliarde Euro gefordert hatte. Eine Vollkasko-Entschädigung wäre ein falsches Signal gewesen.

Dennoch geht kein Weg daran vorbei, dass sich Politik und Bauern künftig stärker als bisher mit der Frage beschäftigen, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussieht. Experten sind sich einig: Über die nächsten Jahre werden die Klimaveränderungen zunehmen. Zukunftsfähig sind da nur jene landwirtschaftlichen Betriebe, die sich auf die Erderwärmung einstellen und selbst weniger Treibhausgase als heute erzeugen.

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1 Kommentar zu "Kommentar: Auf die millionenschweren Dürrehilfen muss der Umbau der Landwirtschaft folgen"

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  • Es ist wieder der deutsche Hype die Welt geht unter, nach dem warem Sommer der nicht der wärmste war.

    Dieses Wetter haben die Spanier jedes Jahr, nur die machen nicht so ein Drama daraus. Vielleicht auch darum, weil sie wissen der Staat kommt nicht mit der Geldspritze wenn sie jammern.
    Trotzdem funktioniert in Spanien trotz wärmerer und trockenerer Sommer die Landwirtschaft, welch ein Wunder und für deutsche Welt-Untergangspropheten unvorstellbar.

    Ich empfehle den Landwirten ohne Geschrei eine Exkursion nach Spanien zu machen und zu lernen.

    Die Landwirtschaft ist eine EU gelenkte Subventions Staatswirtschaft. Manche EU-länder haben etwas mehr Marktwirtschaft andere weniger. Deshalb ist auch der Hauptaugenmerk der Landwirte auf Subventionen und nicht, was kann ich auf meinen Feldern anbauen, was kann ich am Markt absetzen.

    Der Umbau der Landwirtschaft muß nicht erfolgen denn Umbau heißt doch wieder staatlicher Dirigismus. Die Landwirtschaft muss sich einfach der Marktwirtschaft stellen.
    Die Landschaftspflege kann dann staatlich betrieben werden ohne Konkurenz zur Landwirtschaft.

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